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Kai-Uwe Krakau 10.07.2017 07:55 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de

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Wenn der Kassen-Bon fehlt, wird es teuer

Bernau (MOZ) Eigentlich sollte es nur ein kleiner Einkauf werden, zum Schluss wurde es doch ziemlich teuer.

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Die Hinweisschilder auf dem Parkplatz der Bahnhofspassage Bernau.

© MOZ/Kai-Uwe Krakau

An einem Abend im Mai hatte Peter Schreiber (Name geändert) bis zu seinem nächsten Termin etwas Zeit. Zu Hause fehlte noch etwas für das Abendessen, also steuerte er sein Auto auf den Parkplatz der Bahnhofspassage Bernau. Im Supermarkt griff sich der Panketaler schließlich Milch und Brot, bezahlte an der Kasse und war nach acht, neun Minuten wieder an seinem Fahrzeug. Dort staunte er nicht schlecht, am Scheibenwischer war ein "Knöllchen" der privaten fair parken GmbH befestigt. Schreiber sollte eine Vertragsstrafe in Höhe von 19,90 Euro zahlen. Der "Tatbestand": Im Auto fehlte die Parkscheibe.

Seit mehr als einem Jahr bewirtschaftet das Unternehmen aus Düsseldorf die Parkplätze der Bahnhofspassage. Angeblich hatten Pendler und Fremdparker immer wieder die für die Center-Kunden vorgesehenen Parkplätze oftmals ganztägig blockiert. Im April verkündete das Center-Management schließlich, dass die Kunden nun drei statt bisher nur zwei Stunden kostenfrei parken dürfen. Allerdings sollte man die Parkscheibe stellen. Schreiber wusste davon nichts, auch die kleinen Hinweisschilder hatte er bei der abendlichen Einfahrt auf das Gelände nicht gesehen.

Der Panketaler erinnerte sich jedoch an eine Notiz in der Märkischen Oderzeitung. Dort hatte Fabian Bertelsmeier von der fair parken GmbH verkündet, dass Kunden sich nach dem versehentlichen Vergessen der Parkscheibe an die Service-Hotline wenden können. Dort werde man das "Knöllchen" unbürokratisch stornieren, so der Mitarbeiter. Also wählte Schreiber die angegebene Nummer 0211 960 82620. Doch dort hieß es nur "Kein Anschluss". Der Panketaler rief nun eine Nummer an, die auf der Zahlungsaufforderung stand. Der Mitarbeiter erklärte ihm, dass man für die Stornierung den Kassen-Bon benötige. Auf das kleine Papier hatte Schreiber, wie inzwischen viele Kunden, allerdings verzichtet. Auch der Vermieter, die TLG Immobilien AG, wollte nicht helfen.

Die Parkraumbewirtschaftung, ein lukratives Geschäft für private Unternehmen, sorgt unterdessen weiter für Ärger. Auch am Sonnabend waren auf dem Parkplatz wieder zahlreiche Autos mit "Knöllchen" versehen. "Mir ist die Regelung mit der Parkscheibe nicht bekannt gewesen", sagte Fritz Sickert. Einen Bon, der Berliner war nur kurz beim Bäcker, hatte er auch nicht.

Peter Schreiber hat die geforderte Summe von 19,95 Euro inzwischen bezahlt - und seine Konsequenzen gezogen. Für größere Einkäufe wird er künftig zum Kaufpark Eiche fahren. Dort gibt es hunderte Parkplätze - und das auch noch völlig kostenlos.

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