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Kobbelner feiern im Angesichts ihres Wahrzeichens / Verein hält Dorfleben am laufen / Finkenheerder Fastnachtsclub tanzt

Riesenbrocken Mittelpunkt des Dorffests

Jana Pozar / 10.07.2017, 09:00 Uhr
Kobbeln (MOZ) Wieder einmal wurde rund um das geologische Naturdenkmal in Kobbeln gefeiert. Der Verein Kobbelner Stein hatte zum traditionellen Steinfest eingeladen. Der riesige Findling ruhte in seinem Tal, die Fichten wiegten sich im Wind. Und am Abend brachten Tanz- und Blasmusik alles zum Beben.

Längst ist das Fest am Stein in Kobbeln zur Tradition geworden. Seit wann es gefeiert wird, weiß auch Ortsvorsteher Manfred Holzhey nicht genau. Holzhey, der auch der Vorsitzender des Vereins Kobbelner Stein ist, erinnert sich, dass es bereits in den 1990er-Jahren Steinfeste gab. Mit Gründung des Vereins am 8. Juli 2011 ging es regelmäßig rund um das große Wahrzeichen von Kobbeln, "um Pepp ins Dorf zu bringen". Und immer hat sich der Verein besondere Gäste eingeladen, um das Programm so bunt wie möglich zu gestalten. In diesem Jahr waren es die Tänzerinnen des Finkenheerder Fastnachtsclubs. Große und sehr kleine Mädchen verzauberten die Steinfest-Gäste. "Das hätte ich auch nicht gedacht, dass wir mitten im Sommer hier Fastnacht feiern können", rief ein Mann lachend aus der Menge, während er applaudiert. Vor allem die ganz kleinen Tanzmäuse des Fastnachtclubs haben das Publikum mit Bienentänzen oder als kleine wilde Löwen verzaubert.

Nebenan wurde gekegelt oder mit Bällen nach großen Büchsen geworfen. Ein kleiner Trödelmarkt lud zum Stöbern ein. "Die Einnahmen kommen unserem Verein zugute", versicherte Manfred Holzhey. Schließlich brauche ein Verein immer Geld, denn der emsige Verein möchte auch die touristische Attraktivität verbessern. "Ohne Geld geht nichts", versichert Manfred Holzhey. Demnächst will der Verein Naturlehrpfade rund um das Areal des Findlings errichten. "Dann können sich Familien und Schulkinder beispielsweise über die Geschichte des Steins und wie er nach Kobbeln kam, informieren", erklärt der Vereinsvorsitzende. Weitere Wanderwege sollen freigeschnitten, Bänke errichtet werden. Ein Insektenhotel am Rande des kleinen Fichtenwaldes lädt bereits Bienen, Hummeln und andere Insekten zum Wohnen ein. Seit einer Woche wachen eine Eule und ein Eichhörnchen im Park am Stein, kunstvoll von einem polnischen Schnitzer in die Reste zweier Kiefernstämme geschnitzt. "Wir wollten einfach mal gucken", sagt Jörg Labitzki aus Eisenhüttenstadt. Er selbst kennt den Stein, doch seine Ehefrau sah in am Samstag das erste Mal in Echt. "Er ist schon ganz schön imposant", versichert sie. Enkelin Laura aus Beeskow wollte auch endlich den Stein in Natur sehen. "Wir haben neulich erst im Sachkundeunterricht über den Kobbelner Stein gesprochen. Wenn man davor steht, kommt man sich ganz klein vor", gesteht die Zehnjährige. "Im Verein herrscht ein tolles Miteinander. Wir können zusammen wirklich viel anstellen. Der Verein, das ist eine wahre Messe", erzählt Manfred Holzhey stolz. Egal, was angepackt werden müsse, es seien immer Leute da. "Das kostet uns dann maximal einen Kasten Bier und eine Flasche Sekt." In seinem sechsjährigen Bestehen ist der Verein bereits um 15 Mitglieder gewachsen.

"Es ist ein tolles Miteinander - beim Arbeiten und beim Feiern", betont der Vorsitzende. Linda Schröder aus Neuzelle schwärmt von Kobbeln. Kein Wunder, schließlich wohnte die junge Frau bis vor einigen Jahren selbst im Ort. "Kobbeln ist nicht zu toppen. So einen Zusammenhalt findet man nur ganz selten. Hier ist es wie in einer großen Familie", erzählt sie. Heute wohnt sie mit ihrer Familie in Neuzelle. "Neuzelle kann noch ganz viel lernen von Kobbeln", versichert sie.

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