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"Epento kämpft immer für mich"

Britta Gallrein / 10.07.2017, 20:23 Uhr
Ladeburg (MOZ) Bei bestem Wetter gaben sich am Wochenende auf der Reitanlage Verworner Reiter aus ganz Brandenburg und Berlin ein Stelldichein. Und eine ehemalige Ladeburgerin feierte einen ganz großen Triumph.

Ein paar S-Springen, also Prüfungen der schweren Klasse, ist Jennifer Jülisch schon geritten. "Aber hier in Ladeburg zu reiten, das ist natürlich schon was Besonderes", gibt die 26-Jährige zu, die inzwischen mit ihrem Verlobten Frank Krückel in Neuhäsen (Löwenberger Land) lebt, wo beide einen Verkaufsstall betreiben.

In Ladeburg hatte sie Epento gesattelt, einen neunjährigen Schimmel, der ihr seit zwei Jahren selbst gehört. "Wir haben Epento fünfjährig von Paul Schockemöhle bekommen, sollten ihn vermarkten", berichtet Jennifer Jülisch. "Ich habe ihn von Anfang an gemocht. Epento ist ein ganz liebes, ehrliches Pferd, das immer für seinen Reiter kämpft. Er hat dazu eine super Einstellung zum Sport, will immer auf die andere Seite", schwärmt sie von dem Oldenburger, den ihr Vater ihr vor zwei Jahren kaufte. "Schwächen? Hat er eigentlich gar nicht", sagt sie. "Höchstens, dass er anfangs nicht der Vorsichtigste war", erinnert sich seine Besitzerin. Doch auch das hat der Wallach inzwischen abgelegt, wie er am Sonntag in Ladeburg eindrucksvoll unter Beweis stellte, als die beiden den ersten Umlauf fehlerfrei und mit der schnellsten Zeit absolvierten. So konnte sich die 26-Jährige gemeinsam mit ihrem Freund Frank Krückel auf Candarel, Max-Hilmar Borchert auf Caspina und Frank Martin auf Cedrik für die Siegerrunde qualifizieren.

Der einzige Barnimer Starter, Stefan Böse vom RFV Schorfheide, hatte sich mit seinem Chello im ersten Umlauf verritten. Dann riss auch noch das Martingal. Der Schorfheider nahm es mit Humor.

Dann begann die Siegerrunde. Und zwar kurios. Denn Frank Martin eröffnete den zweiten Umlauf mit Cedric - nur leider schlug er schon beim zweiten Sprung einen falschen Parcours ein, was zunächst zu Verwirrung bei dem nach ihm startenden Frank Krückel sorgte, der bereits am Eingang wartete. Erst bei Sprung fünf schwante Frank Martin, dass er da irgendwie auf falschem Kurs steuerte. "Verkehrt, ne?", fragte er lachend in Richtung Frank Krückel, während er sein Pferd stoppte. "Ja, du bist schon ab zwei falsch geritten", klärte ihn Krückel auf. Und behielt selber die Nerven. Ohne Fehler steuerte er seinen Candarel durch den Parcour. Doch beim Hinausreiten ahnte er schon: "Ich war zu langsam." Denn schließlich kam als nächstes Max-Hilmar Borchert und der ist bekannt dafür, dass er richtig flott unterwegs sein kann. Mit seinem Caspino setzte er auf kurze Wege, um wertvolle Sekunden einzusparen. Die Uhr blieb drei Sekunden früher stehen als bei Frank Krückel - was den Sieg bedeutete.

Als Letzte durfte jetzt Jennifer Jülisch in den Parcours. Sie ließ es etwas langsamer angehen. "So viel Erfahrung hat Epento in S noch nicht, deshalb wollte ich es nicht übertreiben", erklärt die Ex-Ladeburgerin. "Als ich dann noch einen Fehler hatte, wusste ich, dass ich sowieso nur Dritte werden konnte und hab es dann langsam angehen lassen."

Ihr Heimspiel konnte die Amazone trotzdem genießen, bekam Extra-Applaus durch die Zuschauer und am Ende Platz drei. "Schade, dass es nicht so viele Starter waren in den schweren Springen", bedauerte sie.

Neben Epento freute sie sich besonders über den zweiten Platz mit Chaccato im Springpferde M. "Da war er der jüngste Starter und hat das super gemacht." Dabei sei der Fuchs nicht so einfach. "Den haben wir auch zum Verkauf bekommen. Aber er war am Anfang nicht so klar, ob das überhaupt etwas wird mit ihm. Der war so ängstlich, hat sich vor allem erschrocken. Mittlerweile haben wir das aber gut in den Griff gekriegt." Wenn die 26-Jährige von ihrem Berittpferd spricht, merkt man, wie sehr er ihr am Herzen liegt. "Wir verkaufen ja regelmäßig Pferde. Aber das ist so einer, da werde ich schon traurig sein, wenn der verkauft wird."

Die Barnimer Reiter waren in Ladeburg nicht ganz so erfolgreich. Hervorzuheben ist da der Sieg der amtierenden Kreismeisterin Isabell Krug auf ihrem "Get up and fly" vom RV Elisenau, sowie die goldene Schleife für Anne Wendler vom Zepernicker Pferdesportzentrum auf Sternetänzer in der Dressurpferdeprüfung Klasse L.

Auf dem Dressurviereck liefen ebenfalls zahlreiche Prüfungen. Hier überzeugte aus Barnimer Sicht vor allem Franziska Ehrich, die die Dressurprüfung Klasse M** mit Desafio gewinnen konnte und sich in der S*-Dressur Platz drei sicherte.

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