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Modernes Märchenspiel "Rapunzel" erfreut in Lebus Kinder und Erwachsene

Aus der Hexe wird eine liebe Oma

Kein Erbarmen: Die Hexe fordert von Rapunzels Vater das Neugeborene als Ersatz für entwendetes Gemüse.
Kein Erbarmen: Die Hexe fordert von Rapunzels Vater das Neugeborene als Ersatz für entwendetes Gemüse. © Foto: Cornelia Mikat
Ingo Mikat / 11.07.2017, 06:27 Uhr
Lebus (MOZ) Bei bestem Sommerwetter gastierte am Sonntagnachmittag auf Einladung des CVJM das Theater Frankfurt in der Stadt. Das Schauspielensemble führte im gut besuchten Atrium der Kirche das Märchenstück "Rapunzel" auf. Christina Hohmuth entführte als Hexe das Publikum gemeinsam mit drei weiteren Ensemblemitgliedern in eine bunte, aber konfliktreiche Märchenwelt.

Ohne moderne Verfremdungen, aber mit viel Spieldynamik und -freude sowie schönen Liedern interpretierten die Frankfurter Theatermacher Rapunzel im klassischen Sinn. Die Geschichte beginnt mit dem Heißhunger von Rapunzels Mutter, dargestellt von Lidia Bielanczyk, auf Gemüse aus Nachbars Garten. Als Dieb erwischt, muss der Vater Rapunzels, gespielt von Christian Schröter - später auch als verliebter Prinz zu sehen - das ungeborene Kind der Hexe versprechen. Die zieht Rapunzel nach ihrer Geburt auf, sperrt sie aber, als sie die Schwelle zum Erwachsensein erreicht, aus Eigensucht in einen hohen türlosen Zauberturm.

Von da an nutzt die Hexe den magischen Ruf: "Rapunzel, Rapunzel, lass dein Haar herunter", um das erblühende Mädchen zu versorgen. In fast jeder Szene des Märchens verstanden es die Darsteller ernste Elemente der Geschichte mit humorvollen Geschehnissen zu ergänzen und zu brechen. Gleichzeitig gelang es ihnen gut wechselnde Gemütszustände der beteiligten Personen mittels Gesten und Liedern auszudrücken.

Mehrmals lehnte sich Daryna Smoliak als Rapunzel zur Freude der Kinder im Publikum lautstark gegen die Bevormundung ihrer Stiefmutter auf. Christian Schröter staunte als Prinz nicht schlecht, als ihn statt wie erhofft nicht Rapunzel, sondern die Hexe im Turm auflauerte. Das Böse schien zu siegen. Doch selbst nachdem er durch den Sturz vom Turm erblindete, gelang es ihm - von der Kraft der Liebe geleitet - seine in die Wüste verbannte Geliebte zu finden. Rapunzels Tränen heilten seine Augen und dem zukünftigen Glück der beiden stand schließlich nicht einmal mehr die Hexe im Weg. Die söhnte sich, in überraschender, aber vielleicht kindgerechter Transformation der Urgeschichte, nämlich nach kurzem Streit mit Rapunzels leiblicher Mutter aus und kümmert sich mit ihr fortan gemeinsam um zwei prächtige Enkelkinder. Dem großen Märchen Happy End folgte allgemeiner Beifall und ein herzlicher Dank des Lebuser Publikums.

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