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Amtsdirektor Holger Horneffer lobt in Festansprache Improvisationstalent / Offene Höfe bei 750-Jahrfeier

Beiersdorfer zahlen Karussell mit Münzgeld

Die Zeit nach dem Krieg: Diese Beiersdorfer verkörpern im Festumzug eindrucksvoll Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg.
Die Zeit nach dem Krieg: Diese Beiersdorfer verkörpern im Festumzug eindrucksvoll Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg. © Foto: MOZ/Steffen Göttmann
Steffen Göttmann / 11.07.2017, 06:40 Uhr
Beiersdorf-Freudenberg (MOZ) Drei tolle Tage lang haben die Beiersdorfer das 750-jährige Jubiläum gefeiert.Nach dem Festumzug verteilten sich die hunderte Gäste auf die offenen Höfe oder vergnügten sich auf dem in eine Festwiese verwandelten Sportplatz.

"Wir sind begeistert von dem Fest, das ist alles ganz super organisiert", lobte Inge Henning und fügte mit rheinisch-westfälischem Zungenschlag hinzu: "Wir sind extra aus Dortmund gekommen." Ihr Mann Horst ist der Cousin von Joachim Huwe. "Die haben hier etwas ganz Unglaubliches auf die Beine gestellt", bestätigte Manfred Reschack aus Berlin, auch mit den Huwes verwandt.

Sie trafen sich zur 750-Jahrfeier im Vier-Generationen-Hof, wo die Großeltern Christa und Joachim Huwe im Haus der alteingesessenen Bauersfamilie Huwe wohnen. Die Söhne Thomas und Willi haben die Stallungen zu Wohnhäusern umgebaut. Zuletzt ist Willis Sohn Matthias mit Frau und zwei Kindern aus Köln zurück nach Beiersdorf gezogen. Sie haben die vier Generationen vervollständigt. Am Sonnabend öffneten die Huwes ihren Hof, um Besucher des Festes zu empfangen. "Wir haben 16 Kuchen verkauft", berichtete Inge Henning.

Zwei Jahre lang hat das Festkomitee geschuftet, um den Beiersdorfern und ihren Gästen eine atemberaubende Party zu bieten. Die fing schon Freitagabend in der Kirchenruine an, wo die Gruppe Wolgemut die in mittelalterliche Gewänder gekleideten Zuschauer mit mittelalterlicher Musik betörte.

Amtsdirektor Holger Horneffer machte der Regen zu schaffen. Er hatte seine Festrede mit einem Füller geschrieben. Der einsetzende Regen verwischte die Tinte, so dass er seine Rede frei halten musste. Er habe 1998 als Bauamtsleiter beim Amt Falkenberg-Höhe angefangen. Beiersdorf hatte damals die schlimmste Ortsdurchfahrt weit und breit, schlimmer als die in Freudenberg.

In Beiersdorf gab es damals kein Geld, aber viel Improvisationtalent, so der Amtsdirektor. Den Spielplatz habe es noch nicht gegeben. deshalb sammelten die Beiersdorfer Geld. "Irgendwann lag ein Berg Münzgeld auf meinem Schreibtisch und siehe da, es reichte genau für den Kauf eines Karussells", berichtete Horneffer. Als das neue Feuerwehrauto kam, passte es nicht ins Gerätehaus. Doch die Beiersdorfer hätten in Eigenleistung einen Anbau an ihr Feuerwehrdepot gebaut.

"In Beiersdorf gibt es viele Menschen,die sich engagieren, die etwas anpacken und die auch den Mut dazu haben", so der Amtsdirektor in seiner Festansprache. Er appellierte an die Beiersdorfer: "Genießen Sie ihr Fest, denn 750 Jahre kommt nur einmal."

Beiersdorf habe sich stark gewandelt, bestätigte Helmut Mette, der die Geschichte des Dorfs aufgearbeitet hat. "Das Dorf lag immer am Rand", so der Bad Freienwalder. Die Beiersdorfer fühlten sich nicht richtig als Altkreis Bad Freienwalde, aber auch von Biesenthal und Bernau aus waren sie weiter weg.

Allerdings, wie Bürgermeister Willi Huwe betonte, pflege der Ort gute Kontakte zu Freudenberg und Schönfeld, die fleißig mitfeierten.

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