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Allein und hungrig bleibt niemand

Gewusel am Werbellinkanal: Die gemeinsame Tafel von mehr als 30 Vereinen zieht sich etwa 150 Meter in die Länge. An jedem Stand gibt es Deftiges oder Süßes und jede Menge Informationen.
Gewusel am Werbellinkanal: Die gemeinsame Tafel von mehr als 30 Vereinen zieht sich etwa 150 Meter in die Länge. An jedem Stand gibt es Deftiges oder Süßes und jede Menge Informationen. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Sven Klamann / 17.07.2017, 07:00 Uhr - Aktualisiert 17.07.2017, 14:25
Eichhorst (MOZ) Als Kontaktbörse, Probiermeile und Feier war das siebte Schorfheidefrühstück zu erleben, das mehr als 30 Vereine, Initiativen und Einrichtungen am Sonntag in Eichhorst ausgerichtet haben. Was 2011 als Kundgebung für Weltoffenheit und Toleranz begann, ist längst zu einem Fest der Lebensfreude geworden.

32 Vereine präsentierten sich am Sonntag beim 7.Schorfheide-Frühstück am Werbellinkanal  in Eichhorst. Bei Kaffe, Kuchen, Schnittchen, Obststäbchen und Wildschweingulasch kamen Schorfheider Bürger und Gäste ins Gespräch.
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7.Schorfheide-Frühstück

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"Mit der Premiere vor sechs Jahren in Finowfurt wollten wir vor allem ein Zeichen gegen die rechtsextremistischen Konzerte setzen, die den Ortsteil immer wieder in Verruf brachten", sagte Schorfheides Bürgermeister Uwe Schoknecht, der die gemeinsame Morgenmahlzeit unter dem Motto "Willkommen an einem Tisch" mit der evangelischen Pfarrerin Sabine Müller eröffnet hat. Die Seelsorgerin ist seit Februar für die etwa 700 Gemeindemitglieder in Groß Schönebeck, Klandorf, Böhmerheide Schluft, Zerpenschleuse und Eichhorst zuständig und nannte es "eine nette Geste", als Neubürgerin mit einem persönlichen Schreiben zum Schorfheidefrühstück eingeladen worden zu sein, dessen Anliegen sie aus ganzem Herzen mittrage. "Toleranz entsteht, wo der andere wahrgenommen wird und wir miteinander ins Gespräch kommen", hob die Pfarrerin hervor.

Die Frühstückstafel war auf einer Länge von vielleicht 150 Metern entlang des Werbellinkanals aufgebaut worden. Einen der ersten Tische hatten Angelika Pankratz und ihre Mitstreiterinnen vom Weltladen "Solidario" aus Groß Schönebeck in Beschlag genommen. Sie waren zum Beispiel mit Brotaufstrichen und Gewürzen aus fairem Handel nach Eichhorst gekommen. "Wir sind zehn Frauen, die ehrenamtlich unseren Weltladen im Gemeindehaus betreiben, jeden Freitag die Öffnungszeit von 15 bis 18 Uhr absichern und uns auch um den Einkauf kümmern", berichtete Angelika Pankratz, die auch Mitglied im Gemeindekirchenrat ist und damit die Verbindung zur Kirche aufrechthält.

Ein paar Meter weiter war bei Hajo Steinicke von der vor drei Jahren gegründeten, um die 20 Mitglieder zählenden Altenhofer Bürgerinitiative AB 14 zu erfahren, dass es nach der vor zwei Jahren erfolgten Einweihung des Theodor-Fontane-Platzes an der Strandpromenade mittlerweile eine neue, ehrgeizige Idee gibt. "Wir würden gern 2019, im 200. Geburtsjahr des märkischen Dichterfürsten, einen Springbrunnen auf dem Areal in Betrieb nehmen", verriet der Sprecher der Bürgerinitiative. Bisher existierten von diesem kühnen Vorhaben nicht viel mehr als Zeichnungen, die zu Papier gebrachte Visionen seien.

Konkretere Formen hat das Projekt des Förderkreises Burkina Faso angenommen, in Dorossiamasso, Schorfheides Partnerdorf in dem westafrikanischen Land, eine nachhaltigere Landwirtschaft zu fördern. "Wir wollen vor Ort Hühner züchten, die mehr Fleisch auf die Waage bringen", kündigte Marco Grensing an. "Zugleich sollen junge Erwachsene auf Arbeitssuche in Drei-Monats-Kursen fit gemacht und zum Abschluss jeweils mit zehn Hühnern und zwei Hähnen ausgestattet werden", führte der Vorsitzende des Vereins aus, der 52 Mitglieder hat. Schon nach dem Ende der aktuellen Regenzeit, im September oder im Oktober, solle es losgehen. "Das dafür benötigte Geld, etwa 15 000 Euro, haben wir zusammen", sagte Marco Grensing.

Einen Vorgeschmack auf die fünfte Jahreszeit bot der Lichterfelder Faschingsverein, an dessen Stand Alben mit Fotos von den rauschenden Feten vergangener Jahre durchblättert werden konnten. "Auch im nächsten Februar werden wir wieder ausgelassen in ,Omas Waschküche' feiern", kündigte Brigitte Oltersdorf an, die als stellvertretende Vorsitzende Verantwortung trägt. Über das neue Motto werde im September entschieden. Dann begännen so langsam auch die Vorbereitungen auf das neue Programm, fügte sie hinzu.

Für die beste Unterhaltung der Frühstückenden sorgten auch die Jagdhornbläser Hubertusstock, die ihren nächsten großen Auftritt am 1. Januar 2018 ab 12 Uhr beim 20. Neujahrsblasen am Askanierturm absolvieren. Das eigentlich 14 Mitglieder zählende Ensemble, das von Lutz Hamann geleitet wird, hat zum Schorfheidefrühstück in kleinerer Besetzung gespielt. Erst im Mai waren die Bläser bei einem Landeswettbewerb Dritte geworden.

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