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Eltern gegen Personalkarussell

 Susann Noeske-Heisinger reichte Hans-Peter Erdmann, dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung, die Unterschriften der Eltern weiter.
Susann Noeske-Heisinger reichte Hans-Peter Erdmann, dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung, die Unterschriften der Eltern weiter. © Foto: MZV
Markus Kluge / 17.07.2017, 22:54 Uhr
Linum/Fehrbellin (RA) Nach vielen Personalwechseln war im Linumer Kindergarten "Storchennest" gerade erst wieder Ruhe eingekehrt. Nun soll das eingespielte Erzieherinnen-Team erneut umgestellt werden. Die Eltern der dort betreuten knapp 50 Kinder sind darüber empört und haben gegen die Pläne der Gemeindeverwaltung unterschrieben.

In der vergangenen Fehrbelliner Gemeindevertretersitzung hat Elternsprecherin Susann Noeske-Heisinger aus Hakenberg die Unterschriften aller Eltern, die teilweise mehr als ein Kind in der Einrichtung betreuen lassen, an die Abgeordneten übergeben.

"Wir können die Kinder mit einem guten Gewissen dort jeden Morgen abgeben und wir Eltern wissen, die Kinder haben einen tollen Tag, an dem sie viel erleben", erklärte Susann Noeske-Heisinger den Fehrbelliner Gemeindevertretern. Im Augenblick sei der Kindergarten so organisiert und aufgestellt, wie es sich die Eltern nur wünschen können. Die drei Erzieherinnen und Kita-Leiterin Judith Wieske seien ein eingespieltes Team, das engagiert und perfekt zusammenarbeitet. "Wenn es einmal zu Fehlzeiten wegen Urlaub oder Krankheit kommt, bekommen wir das als Eltern nicht einmal mit", erläuterte die Mutter.

Das war wohl nicht immer der Fall. Laut den Eltern hatte es vor 2016 in der Einrichtung so viele Personalwechsel gegeben, dass es schon "an Kindeswohlgefährdung grenzte". Laut Vater Kay Noeske-Heisinger hätten die Mädchen und Jungen manches Mal kaum Gelegenheit gehabt, sich an die neuen Betreuerinnen zu gewöhnen. "Kinder reagieren verstört darauf, wenn sie alle drei oder vier Wochen eine neue Erzieherin bekommen, zu der sie auch ein Vertrauen aufbauen sollen", sagte er im RA-Gespräch.

Er befürchtet zudem, dass wenn die Verwaltung Kita-Personal gegen seinen Willen versetzt, dieses sich bald auch einen anderen Job suchen wird. "Stellen in Kitas sind zu tausenden frei - unter anderem in Neuruppin. Da können wir doch froh sein, wenn wir eine Erzieherin haben, die jeden Tag freiwillig bis nach Linum kommt", so Kay Noeske-Heisinger. Wie seine Frau den Abgeordneten erklärte, hätten die Eltern bei den Personalwechseln "schon lange nicht mehr durchgeblickt". Nun, da sich alles wieder eingepegelt habe, sei es "eine tolle Kita, die toll arbeitet und einen guten Ruf hat".

Laut den Eltern ist es nun aber so, dass eine Mitarbeiterin gegen ihren Willen in den Hort nach Fehrbellin versetzt werden soll. Aus Sicht der Eltern und der Kita gebe es überhaupt keinen Grund, das Team auseinanderzureißen. Aus der Stadt am Rhin sollen stattdessen zwei Horterzieherinnen in die Kita nach Linum wechseln. Gegen eine Personalaufstockung hätten die Eltern nichts einzuwenden. "Aber so machen wir das nicht mehr mit", betonte Susann Noeske-Heisinger.

Während der Gemeindevertretersitzung konnten weder die Abgeordneten noch die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung mit Antworten darauf reagieren. Letztere erbaten sich drei Wochen Zeit, um eine Stellungnahme zur Kritik der Eltern abgeben zu können.

Wie die Eltern am Montag erfuhren, soll der Erzieherinnenwechsel aber schon längst besiegelt sein. Der Personalrat habe darüber bereits entschieden. "Unsere Einwände und ein Nachdenken über die Entscheidung sind offenbar gar nicht gewollt", so Kay Noeske-Heisinger.

Kita-Leiterin Judith Wieseke sagte am Montag, dass sie von der Gemeindeverwaltung hoffentlich schnell erfahre, mit welchen Kollegen sie planen kann. "In drei Wochen haben wir schon Schließzeit", sagte sie. Die Sorgen der Eltern teilt sie durchaus, zumal das Team auch nach ihrer Einschätzung derzeit perfekt zusammenarbeite.

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