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Die Karpaten locken Läufer an

Und los: Noch mehr Kinder als beim Hitze-Lauf 2015 (Foto) gingen in diesem Jahr in Brodowin an den Start.
Und los: Noch mehr Kinder als beim Hitze-Lauf 2015 (Foto) gingen in diesem Jahr in Brodowin an den Start. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Dirk Schaal / 19.07.2017, 05:00 Uhr
Brodowin (MOZ) Insgesamt 145 Läufer von 4 bis 88 Jahren nahmen die drei anspruchsvollen Strecken des 10. Brodowiner Naturlaufes in Angriff. So viele Starter wie noch nie. Die Sieger sowie die Platzierten sammelten darüber hinaus Punkte für die Wertung des Barnimer Sparkassen-Lauf-Cups.

Als die Spannung für die 145 Läufer des 10. Brodowiner Naturlaufes kurz vor dem Start auf Höchsttouren lief, da fiel so ganz langsam die seit Wochen aufgestaute Anspannung bei Organisationschefin Marjon Spaller ab. Kurzfristig und unerwartet musste der langjährige Vorsitzende der SG Brodowin und oberste Strippenzieher hinter dem Brodowiner Lauf, Eberhard Farchmin, krankheitsbedingt absagen. Da war nun guter Rat teuer bei den Brodowinern, denn eines war sicher: der Lauf findet statt! "Eine richtig große Hilfe war uns Steffen Dittrich, der selbst etliche Läufe betreut und stets mit seiner Zeitmessung dabei ist", berichtete Marjon Spaller. Übrigens ist das J im Vornamen kein Druckfehler, sondern ein unverwechselbares i-Tüpfelchen einer taffen Frau. "Eigentlich sollte es Marion heißen, aber der Standebeamte hatte sich da wohl vertan. Mein Vater fand es gut und so blieb es dabei", erzählte lachend die Frau für alle Fälle vom Verein SG Brodowin.

144 Läufer und ein Nordic-Walker, so viele Teilnehmer waren in Brodowin noch nie. Im letzten Jahr pausierte der Lauf, im Jahr davor kamen bei 38 Grad im Schatten 75 Lauf-Enthusiasten und davor pegelte sich das Starterfeld bei etwa 100 Teilnehmern ein. "Ich denke, die Qualität des Laufes hat sich herumgesprochen. Außerdem wollen wir es bei uns sehr familiär halten, wo sich jeder über den Erfolg des anderen freut", sagte Marjon Spaller.

Das bekam als Erster auch Mark Rathsmann vom Eberswalder Schwimmverein zu spüren. Unter einer halben Stunde und Anfeuerungsrufen der Zuschauer, lief er als Schnellster der 58 7,5-Kilometer-Läufer in genau 29,24 Minuten über die Ziellinie. Mit einigem Abstand folgte wiederum ein Schwimmer, Marc Förster von den Berliner Wasserratten, in 30,51 Minuten. Platz drei sicherte sich der Eberswalder Volker Sasse in 31,12 Minuten. Bei den Frauen setzten sich gleich drei Niederbarnimerinnen durch. Swea Marie Bellmann kam nach 38,02 Minuten als Erste ins Ziel, Yvonne Wasmer aus Werneuchen als Zweite (39,21 min) und den dritten Platz sicherte sich Patricia Kuban aus Zepernick (41,32).

Die Strecke hatte es in sich, mussten die Läufer beim Zieleinlauf feststellen. Der Kleine Rummelsberg mit seinen 81 Metern Erhebung kommt einem beim Besteigen noch viel höher vor, wie es die nackte Statistik doch vermuten ließ, äußerten sich einige geschaffte Teilnehmer im Zielbereich. Da standen dann Getränke und Bananen zur Verfügung, um schnell wieder zu Kräften zu kommen. Doch auch auf der Strecke gab es zwei Verpflegungspunkte. Die waren auch bitter nötig, denn die weite Landschaft am Wegesrand täuschte einen ebenerdigen Streckenverlauf vor, der jedoch mit stetigem auf und ab alles andere als einfach zu bezwingen war. "Wie sonst am Waldrand war leider in diesem Jahr kein Durchkommen. Deshalb mussten wir die Strecke verändern", erklärte Marjon Spaller. Unterschiedlicher Boden verlangten den Startern einiges ab. Und wer es bis dato noch nicht wusste, dass die "Karpaten" auch in der Nähe von Brodowin liegen, ein Kossätenfeld, wird den hügeligen Rundweg so schnell nicht wieder vergessen.

Gleich doppelt mussten die 38 15-km-Läufer diese Strapazen in Kauf nehmen. Hatten einige im ersten Umlauf noch ein Auge für die Natur, galt der Blick in der zweiten Runde doch eher dem eigenen Befinden. Fast zeitgleich mit den letzten Läufern der einmaligen Umrundung kam der Bernauer Sven Graupe auf die Zielgerade. Mit einer Zeit von 1:03,04 distanzierte er Lokalmatador Martin Bressel doch mit über drei Minuten recht deutlich. Das Team der "Sträuße" repräsentierte Alexander Strauß als Dritter in 1:09,12 prächtig. Eberswalde vor zweimal Bernau lautete der Einlauf bei den Frauen, bei dem sich Annett Drews (1:20,33 h) vor Heike Gläser (1:22,43) und Kathrin Wegner (1:25,48) durchsetzte.

Eine etwas andere Streckenführung hatten die kleinen Teilnehmer auf ihrem 2-km-Kurs zu bewältigen. In einem Herzschlagfinale wurde nicht das Zielfoto ausgewertet, sondern Hannes Straub von Lok Eberswalde und dem Zepernicker Leonhard Quoos mit Zeitgleichheit der Sieg zugesprochen. Nur knapp dahinter kam Lilian Zurawski vom WSV Wandlitz als erstes Mädchen über die Ziellinie. Am Ende erhielten die Laufbesten Pokale und alle Läufer eine Urkunde. "Bei uns kommt jeder Teilnehmer auf das Podest und bekommt was in die Hand", sagte Marjon Spaller.

"Wir haben nur positive Rückmeldungen bekommen", fügte sie später hinzu. Dankbar ist man in Brodowin über die finanzielle Unterstützung durch die Kommune, die man auch im nächsten Jahr wieder erhofft. Dann ist der Startschuss für den Juni geplant, jedenfalls noch vor den Ferien.

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