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Nachfrage nach den Jahres-Vignetten wächst / Neue Kombi-Marke ist gewerblichen Anbietern vorbehalten

"Wasserstraßen-Maut" im Bruch

Ines Weber-Rath / 23.07.2017, 19:32 Uhr
Gorgast/Seelow (MOZ) Allmählich hat es sich herumgesprochen, dass man fürs Wasserwandern im Oderbruch eine Vignette braucht. Die Zahl der Antragsteller habe deutlich zugenommen, heißt es aus dem Wirtschaftsamt des Landkreises. Doch noch sind nicht alle 500 Vignetten vergeben.

"Das ist immer wieder ein großartiges Erlebnis", sagt Simone Richter. Die Seelowerin ist die Cheforganisatorin der jährlichen Kanu-Partie, die einst als Ausflug der Großfamilie Janiszewsky begann. "Diesmal waren wir 28", berichtet Richter. Die dreistündige Kanutour ab der Gorgaster Station von Jürgen Kandeler, dem Betreiber von Kandi's Abenteuertouren, war zugleich der Saisonabschluss für die Frauen aus der Seelower Volks- und Showtanzgruppe.

Der Fall steht für eine Tendenz: "Die Gästezahlen sind stetig gestiegen", sagt Jürgen Kandeler. Der Gorgaster ist einer von sechs Kanu-Verleihern im Oderbruch. Etwa ab Ostern und bis in den Oktober hinein kämen, vorwiegend an den Wochenenden, Paare, Familien, Vereinsfreunde und andere Gruppen. "Aber auch Leute, die mal ganz allein in der Natur Ruhe tanken wollen", wie Kandeler sagt. Er hat für seine 16 Kanus - alles Kanadier mit drei Plätzen - natürlich Vignetten vom Landkreis. Wie inzwischen auch die meisten Individual-Touristen.

"Allmählich hat es sich herumgesprochen, dass man fürs Wasserwandern im Oderbruch eine Vignette braucht", sagt Kreis-Wegewartin Brigitte Keil. Die Frau aus dem Wirtschaftsamt des Landkreises organisiert die Vig-nettenausgabe, die jetzt ins dritte Jahr gegangen ist.

Im Juni 2015 hatte der Landkreis die "Wasserstraßen-Maut" auf der Grundlage einer Ausnahmegenehmigung der Naturschutzbehörde eingeführt: 500 Jahres-Vignetten zum Preis von je fünf Euro dürfen das Wirtschaftsamt und seine gewerblichen Partner ausgeben. Die Marken gelten jeweils vom 1. April eines Jahres bis zum 31. März des darauffolgenden.

Die Nachfrage sei gegenüber den Vorjahren deutlich gestiegen. Aber "die 500-er-Grenze ist noch nicht erreicht", sagt die Kreis-Wegewartin. Viele Wasserwanderer würden über die Wasser- und Angelkarte sowie die Kanu-Broschüre des Tourismusverbandes Seenland Oder-Spree oder übers Internet auf die Vignettenpflicht aufmerksam, weiß sie.

Eine zweite, die so genannte Kombi-Vignette, die es seit dem Jahresbeginn gibt, ist den gewerblichen Anbietern vorbehalten: Sie gilt auch im zum Biosphärenreservat Schorfheide gehörenden Bereich des Bad Freienwalder Landgrabens, der für andere, private Wasserwanderer tabu ist. Von den Kombi-Vignetten gibt es pro Jahr auch nur 25 Stück.

Wer ohne Vignette auf den Gewässern in den Naturschutzgebieten im Oderbruch erwischt wird - zum Beispiel von einem der ehrenamtlichen Naturschutzbeauftragten oder Fischereiaufseher des Landkreises oder von der Wasserschutzpolizei - für den kann es teuer werden. Denn der Landkreis ahndet das als Ordnungswidrigkeit.

Auf die Frage, was eigentlich mit den Einnahmen aus dem Vig-nettenverkauf wird, sagt Kreis-Wegewartin Brigitte Keil: "Damit werden nur ihr Druck und die Beschilderung der Wasserwanderwege im Oderbruch finanziert. Für die nötige Instandhaltung der Biwakplätze an der Alten Oder reicht das Geld leider nicht."

Für das Befahren der Strom-oder braucht es keine Vignette. "Man darf dort ohne irgendwelche Genehmigungen im Kanu, Paddel- oder in anderen muskelbetriebenen Booten fahren", sagt Kanuverleiher Jürgen Kandeler. In seinen Booten ist das Tragen einer Schwimmweste Pflicht. Denn auch wenn der Gorgaster meint, dass es nicht leicht sei, ein Boot umzukippen - etwa 30 Prozent seiner Gäste schaffen es dennoch.

Die Oderbruch-WasserwanderVignetten gibt es im Wirtschaftsamt des Kreises, in Amtsverwaltungen, Touristinformationen sowie bei den Kanu-Verleihern.

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