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Leißnitz lud Sonnabend zum großen Fährfest ein und rund 300 Besucher kamen

Angelockt von Musik und Gaudi

Ans andere Ufer: Fährmann Maik Slotta bringt Gäste vom Leißnitzer zum Ranziger Fähranleger.
Ans andere Ufer: Fährmann Maik Slotta bringt Gäste vom Leißnitzer zum Ranziger Fähranleger. © Foto: Jörg Kotterba
Jörg Kotterba / 24.07.2017, 07:04 Uhr
Leißnitz (MOZ) Durch die Baustelle mitten im Friedländer Ortsteil Leißnitz hätten sie fast den Weg zur Handseilzugfähre verpasst: Dennis und Franziska Reimann mit ihren Kindern Evelin (5) und Hannah (2). Die Familie aus dem sächsischen Oschatz macht "ein paar Tage Campingurlaub am nahen Schwielochsee. Wir erobern uns mit dem Fahrrad die Umgebung", erzählte Dennis Reimann. Klar, dass sie auch das Fährfest mit Blasmusik von den Oder-Spree-Musikanten, die Kaffee- und Kuchentafel der Leißnitzer Frauen und DJ Matthias nicht verpassen wollten. "Ein tolles Fest!", lautete ihr Urteil. Da Sonnabendnachmittag Unwetter drohte, ließen sich die Reimanns gegen 16 Uhr von Fährmann Maik Slotta vom Leißnitzer zum Ranziger Fähranleger übersetzen.

"Unsere Personen- und Prahmfähre ist die einzige Handseilzugfähre im Land Brandenburg. Sie ermöglicht die Spree-Überquerung für Wanderer und Radfahrer. Bis zum anderen Ufer sind es 120 Meter. Mein Rekord für die Strecke liegt bei 1 Minute und 48 Sekunden", erklärte Slotta. Gäbe es "seine" Fähre nicht müssten Radler einen 16 Kilometer langen Umweg über Beeskow in kauf nehmen.

Das Fährfest auf der Leißnitzer Uferseite organisieren Slotta und ein kleines Team seit zwölf Jahren. Nur 2014 fiel es aus. Angelockt werden bis zu 300 Besucher mit Musik und Gaudi, aber auch Leckereien, die am ehemaligen Fährhaus angeboten werden - heute ein Imbiss nebst Bootsverleih. Sonnabend verkaufte unterm schützenden Zelt auch die 13-köpfige Leißnitzer Frauengruppe Selbstgebackenes. "Wir sind seit zehn Jahren zusammen, kommen regelmäßig auf einen Schwatz ins Gemeindehaus, organisieren aber auch Ausflüge und kleine Höhepunkte wie Faschingsfeiern und Kartoffelfeste", erzählte Edith Schur, die im kunterbunten Strohhut gute Laune verströmte.

Auf ein Bier oder eine andere Erfrischung kamen Mitglieder des Ruderclubs Beeskow 1920 nach Leißnitz. Natürlich im Vierer mit Steuermann. Jürgen Klabuhn ist mit 69 Jahren "fast der Jüngste im Boot. Wir sind Senioren-Ruderer, denen das gemeinsame Erleben und die sportliche Betätigung am Herzen liegen", betonte Klabuhn.

Zwei Dinge beschäftigten indes Slotta. "Der Termin unseres Fährfestes stand seit Dezember fest. Ich finde es bedauerlich, dass nun zeitgleich im nahen Niewisch auch ein Spektakel stattfindet." Und mit Blick auf manchen unvernünftigen Hobby-Kapitän im Paddelboot oder PS-starken Motorschiff hob er warnend den Zeigefinger. Wenn an der Fähre das Warnsignal blinkt, dürfen Bootsfahrer das Terrain rund um die Handseilzugfähre nicht passieren. "Die Fähre wiegt allein 1,6 Tonnen. Sie ist durch ein starkes Drahtseil mit beiden Anlegestellen verbunden. Wer da nicht aufpasst ..."

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