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KWU fordert mehr Recherchen zu Verursachern / Sammelplatz-Umzug als Lösung

Illegaler Müll stinkt Kagelern

Manja Wilde / 26.07.2017, 07:09 Uhr
Kagel (MOZ) Hausmüll, Sperrmüll, Windeln, Koffer und mehr türmt sich am Stellplatz der Glas-Container in Kagel Möllensee. Sobald das Kommunale Wirtschaftsunternehmen Entsorgung (KWU) den Müll abgefahren hat, wird neuer abgelegt. Es wünscht sich mehr Recherchen des Ordnungsamtes zu Verursachern.

Horst Borkenhagen hievt Säcke voller Abfall in große Behälter. Gestank steigt aus dem Müllberg auf, den der KWU-Mitarbeiter abträgt. "Ich rieche das schon nicht mehr", sagt der 62-Jährige. "Man muss aber aufpassen, dass einen keine Ratte anhopst", fügt Borkenhagen an.

Der illegal abgeladene Müll stinkt vor allem Kagelern. "Es kommen schon Wildschweine, die sich von den Essensresten ernähren", sagt Gerd Monse, der den Missstand in Briefen an die MOZ anprangert. Teilweise erreiche man nicht mehr die Glas-Container, weil sich Unrat ringsrum stapele. "Es sind ja nicht nur Kageler, die dort vorbeifahren, sondern auch Touristen", gibt der 69-Jährige zu bedenken. Auffällig sei, dass das Problem in der Sommersaison, wenn es Camper und Wochenendler ins Grüne ziehe, verstärkt auftrete. "Da gehört eine Video- oder Wildkamera hin", sagt Monse. Er ärgert sich, dass die Verwaltung das Problem nicht ernst genug nehme.

Das KWU holt den Müll in der Regel alle zwei Wochen ab, sagt Fuhrparkleiter René Schardin. Meist liege aber bereits am nächsten Tag neuer Unrat da. Zudem seien seine Mitarbeiter eigentlich nur für einen etwa einen Meter breiten Streifen um die Glas-Container zuständig. "Wir machen schon mehr als wir müssen", betont er. Von allen 350 Stellplätzen im Landkreis seien der in Kagel, der in der Ketschendorfer Straße in Rauen und der Fürstenwalder am Kaufland Süd die schlimmsten - wegen deren Ortsrandlage.

In Kagel gibt es jetzt die Überlegung, den Sammelplatz weiter ins Ortszentrum zu verlegen. "Angedacht sind Unterflur-Container im Boden, bei denen sich nur Säulen über der Erde befinden", sagt Schardins Kollegin Evelyn Neidhardt. Kameras, das sagen beide, würden gegen Datenschutz verstoßen. "Wir dürfen keine Kameras auf öffentlichen Plätzen anbringen", bestätigt auch Grünheides Bürgermeister Arne Christiani.

Andererseits würde sich Schardin seitens der Ordnungsämter auch mehr Recherchen zur Ermittlung der Übeltäter wünschen. "Neulich stand eine Autoscheibe mit grüner Plakette in Kagel, über die müsste sich doch ein Halter ermitteln lassen", vermutet er. Da das KWU keine Ordnungsbehörde sei, könne es sich aber darum nicht auch noch kümmern. In Storkow sei vor einiger Zeit mal eine Adresse im Müll gefunden worden, die den Verursacher verriet. Er habe zahlen müssen.

"Wenn wir sehen, dass Firmen Müll dort entsorgen, gucken wir schon nach Lieferscheinen oder ähnlichem", sagt Christiani. Eine Ursache des Missstands sei, dass Sperrmüll in Berlin kostenpflichtig abgeholt werde. Das Problem mit dem Kageler Platz existiert seit rund 20 Jahren. Gleich nach Eröffnung sei sogar eine Detektei beauftragt worden, Sünder zu ermitteln. "Die haben auch Leute aktenkundig erfasst", weiß Christiani noch. Allerdings hätten die Strafen von 35 DM den Aufwand nicht gedeckt.

Als weitere Lösungsmöglichkeit lasse sich das KWU von Kommunen Erholungsgrundstücke nennen, sagt Neidhardt. Seien diese zur Abfuhr nicht gemeldet, würden Anhörungsbögen verschickt, um dies nachzuholen. Kosten pro Jahr: 12,60 Euro.

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