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Germendorf Vorreiter bei Kitabau

"Zeitkapsel": Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke und Johanniter-Regionalvorstand Ralf Opitz versenkten die Kartusche im Beisein zahlreicher Ehrengäste und der künftigen Kita-Nutzer.
"Zeitkapsel": Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke und Johanniter-Regionalvorstand Ralf Opitz versenkten die Kartusche im Beisein zahlreicher Ehrengäste und der künftigen Kita-Nutzer. © Foto: MZV
Friedhelm Brennecke / 28.07.2017, 05:13 Uhr
Germendorf (OGA) Für eine Grundsteinlegung sollte schon ein guter Grund vorliegen. In Germendorf besteht er: Kinder der Kita "Pusteblume" bereicherten am Donnerstag den symbolischen Akt für ihr neues Domizil mit Liedbeiträgen sowie einem Gedicht samt "Bauzeichnung", die zusammengerollt in der "Zeitkapsel" nun auf ewig im Grundstein ruht.

Der Grundstein sei auch ein Stein des Anstoßes, mit dem etwas Großes beginne, sagte Ralf Opitz zur Begrüßung. Der Regionalvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) meint damit den Neubau der Kita "Pusteblume" am Standort des ehemaligen Horts an der Dorfstraße 62. Auf dem städtischen Grundstück errichten die Johanniter eine Kita mit 125 Plätzen, die sie künftig auch betreiben werden. Rund 3,2 Millionen Euro wird die neue Kita kosten.

Auf einer sehr soliden Betonbodenplatte mit einer Grundfläche von 865 Quadratmetern entsteht ein Gebäudekomplex mit Vorder- und Hinterhaus sowie einem Verbinder zwischen den Seitenflügeln. Errichtet wird der Massivbau ein bis eineinhalbgeschossig. Etwa ein Drittel der Gruppenräume ist für Kinder von null bis drei Jahren bestimmt, die übrigen dienen Kindern von drei bis sechs Jahren als Gruppen-, Spiel- und Lernräume.

Weil die Johanniter auf eine gesundheitsbetonte Pädagogik besonderen Wert legen, sind auch eine Sauna und ein Kneippbecken für die Kinder geplant. Auch energetisch geht die Kita "Pusteblume" neue Wege. "Erdwärme wird in dem Neubau für angenehme Temperaturen sorgen. 3 400 Meter Rohrleitungen werden dazu verlegt", sagte Nils Kuntze, Geschäftsinhaber von SKP Architekten und Ingenieure aus Berlin-Buch. SKP hat bereits die Kita "Spatzennest" in Hennigsdorf mit Geothermie geplant. Kuntze sprach von einem ehrgeizigen Zeitplan. Denn in genau einem Jahr, Anfang August 2018, soll die neue "Pusteblume" in Betrieb gehen.

"Das erwarten wir und die wichtigsten Gäste, nämlich die Kinder, auch, weil mit diesem Projekt Defizite der Vergangenheit beseitigt werden sollen", sagte Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (SPD). Das stetig wachsende Oranienburg benötige dringend weitere Kita- und Schulplätze. Germendorf sei jetzt Vorreiter. "Aber auch das Vorhaben einer neuen Kita an der Speyerer Straße in der Neustadt ist inzwischen auf einem guten Weg", versicherte Laesicke.

Der Bürgermeister erinnerte nochmals an die umfangreichen archäologischen Untersuchungen auf dem Gelände am geschichtsträchtigen Germendorfer Dorfanger, die das Bauvorhaben um zwei Wochen verzögert hätten. Relikte von Wohngebäuden aus dem 16. Jahrhundert und Stallungen sowie fünf mittelalterliche Brunnen wurden dort von Archäologen freigelegt und dokumentiert. Auch 43 Kadavergruben mit Skeletten von Rindern, Schweinen, Ziegen und Schafen deuteten darauf hin, dass die Menschen im kleinen Germendorf schon immer einen großen Appetit gehabt haben müssten, scherzte Laesicke.

144 000 Euro habe die Stadt für den Abriss des alten Horthauses und die archäologischen Untersuchungen investiert. Der marode Kita-Altbau bleibe für eine Übergangszeit als Optionsgebäude für benötigte Betreuungsplätze zunächst jedenfalls noch erhalten, sagte der Bürgermeister. "Dass die neue Kita jetzt Wirklichkeit wird, ist eine Supersache", lobte Ortsvorsteher Olaf Bendin (SPD) das Vorhaben. Dass in Germendorf Handlungsbedarf bestand, hatte maßgeblich er zur Sprache gebracht.

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