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Hortkinder der Kita Sonnenschein erfuhren von Peter Klose viel Wissenswertes über Fische, Zucht und Angelei

Besuch beim Fischer vom Stienitzsee

Irina Voigt / 28.07.2017, 18:38 Uhr
Hennickendorf (MOZ) Eine ganze Menge Wissen nahmen die Hortkinder aus der Kita Sonnenschein von einem Besuch bei Fischer Peter Klose mit nach Hause. Und natürlich kosteten alle frisch geräucherten Fisch gleich neben dem Ofen.

Wie alt muss man denn sein, wenn man einen Angelschein machen will? Das interessierte Max vor allen Dingen. Die Mädchen und Jungen aus der Kita Sonnenschein hatten sich lange auf den Ausflug an den Großen Stienitzsee gefreut. Und nun nutzten sie die Gelegenheit, dem Fischer ein Loch in den Bauch zu fragen. Peter Klose konnten sie damit aber nicht in Verlegenheit bringen, der hatte auf alle Fragen eine Antwort. Nachdem geklärt war, welche Fische im See leben - keine Haie und auch keine Piranhas!, - sondern Karpfen, Welse, Plötzen, Bleie, Schleie und Hechte, konnten die Mädchen und Jungen auch einmal einen Blick in die Hälternetze werfen, in denen die Fische auf die Käufer warten.

Auch Forellen hat Fischer Peter Klose - immer ganz Frische und nur wenige Kilometer entfernt im Tagebau Aufgezogene. Forellen sind hier eigentlich nicht heimisch, sagt Klose. Sie brauchen Laichgewässer, die höchstens 15 Grad Temperatur haben. Und so frisches Wasser gibt es nur im Rüdersdorfer Tagebau. "1983 hatte Volker Rahn - der spätere Betriebsleiter - einen Neuerervorschlag eingereicht", erinnert sich Klose.

Damals mussten große Betriebe neben ihrer eigentlichen Produktion auch Konsumgüter für die Versorgung der DDR-Bevölkerung bereitstellen. Rahn hatte in der Tschechoslowakei gesehen, wie dort im Bergbau Fische gezüchtet wurden und die Idee mit nach Rüdersdorf gebracht. Mit der Binnenfischerei wurde eine Kooperation geschlossen und "dann ging im Forellen-Hof alles seinen Gang", sagt Klose. Im Frühjahr und im Herbst wurden Setzlinge eingekauft und rund zehn Tonnen Forellen auf den Markt gebracht. Jetzt sind es noch fünf Tonnen der Heinitz-Forellen - wie sie nach dem Bergbauingenieur Friedrich Anton von Heinitz heißen - im Jahr. "Der Pumpenstrom für die Forellenteiche wurde zu teuer, dafür können wir aber das ganze Jahr über Forellen einsetzten und nicht nur zweimal." Rund 4000 Setzlinge kommen mit fünf Gramm in den ersten Teiche, werden dann im Laufe des Jahres mehrfach umgesetzt, um sie nach einem Jahr mit 300 bis 350 Gramm Gewicht ins Geschäft zu bringen. "Nur Lachsforellen bleiben länger, bekommen reichhaltigeres Futter, damit sie größer werden und auf 600 Gramm Gewicht kommen", sagt Klose.

So werden immer nur ein paar Forellen aus dem Tagebau zum Verkauf als Heinitz-Forelle in die Behälter des Stienitzsees gebracht. Und dann duftet es lecker vom Ofen her und die Kinder wollen alle mal vom Frischgeräucherten kosten.

Derweil macht sich Fischer Peter Klose Sorgen um die Zukunft. Wie schon vielen Anliegern am Ufer des Großen Steinitzsees wurde ihm für das Grundstück zum 31. Dezember dieses Jahres von der Stienitz-Real-Estate der Pachtvertrag gekündigt. "Ich habe um ein Gespräch gebeten. Ich bin Unternehmer, ich muss planen."

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