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Kienitz ist am 26. August eine Reise wert: Hafenfest, Tour de MOZ und Kleine Friedensfahrt

Erste Fährfahrt seit Kriegsende

Hafenmühle vom Wasser aus: Am 26. August bringt die polnische Fähre Bez Granic, die sonst in Güstebieser Loose fährt, die Teilnehmer der Tour de MOZ und die Hafenfestbesucher über die Oder.
Hafenmühle vom Wasser aus: Am 26. August bringt die polnische Fähre Bez Granic, die sonst in Güstebieser Loose fährt, die Teilnehmer der Tour de MOZ und die Hafenfestbesucher über die Oder. © Foto: MOZ/Ulf Grieger
Ulf Grieger / 30.07.2017, 07:00 Uhr
Kienitz (MOZ) Am 26. August ist Kienitz Gastgeber für das 19. Hafenfest. Bereits gegen 8 Uhr startet am Fährweg eine ganz besondere Etappe der Tour de MOZ. Gemeinsam mit den Veranstaltern der Kleinen Friedensfahrt beginnt eine 50 Kilometer lange Tour über Küstrin samt Überfahrt mit der Bez Granic.

Seit der Wende träumen die Oderbrücher von dem Wiederbeleben der einst so zahlreichen Fähren über die Oder. Auf polnischer Seite ist der Wunsch danach jetzt auch stärker geworden, seit die touristische Infrastruktur für Radler dank EU-Förderung immer besser wird. Lediglich in Güstebieser Loose hat es bislang geklappt.

Aber zum Hafenfest am 26. August wird auch in Kienitz am alten Fährweg wieder eine Fähre ablegen. Zunächst allerdings, um ab 8 Uhr die Teilnehmer der Tour de MOZ überzusetzen. Im Anschluss sollen die Festbesucher die Gelegenheit haben, hin und her zu pendeln. Wobei die Gemeinde Boleszkowice (Fürstenfelde) die Gelegenheit nutzt, um sich auf dem malerischen Rastplatz an den einst Pieseberge genannten Naturparadies vorzustellen.

Die Tour de MOZ wird aus Anlass des 300. Jubiläums des Deichverbandes und der Hochwasserjahrestage gemeinsam mit der Kleinen Friedensfahrt durchgeführt und ist ein Gemeinschaftprojekt der deutschen Gemeinden Letschin und Bleyen-Genschmar, der Märkischen Oderzeitung und des Deichverbandes und wird von den polnischen Gemeinden Boleszkowice, Mieszkowice und Kostrzyn unterstützt. Sie führt über 50 Kilometer von Kienitz über Namyslin (Neumühl), Kalensko (Kalenzig) nach Kostrzyn (Küstrin) und von dort auf dem Oderdeich nach Sydowswiese und zurück nach Kienitz, wo die Teilnehmer zum Hafenfest erwartet werden. Zudem haben das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Eberswalde und das Technische Hilfswerk ihre Unterstützung zugesagt.

Auf polnischer Seite werden die Teilnehmer der Tour de MOZ nach etwa 20 Minuten bei leichter Berganfahrt Namyslin erreichen. Die Wassermühle an der Mysla rechts liegen lassend, geht es durch einen schönen Wald nach Kalensko. Das alte Kalenzig hatte bis Kriegsende dem heutigen Sophienthaler Polder den Namen gegeben. Nach 45 Minuten wird die Stadtgrenze von Kostrzyn/Küstrin erreicht.

Im Ortsteil Drzewice gibt es einen Zwischenstopp am Friedhof des ehemaligen Stammlagers Stalag III C. Das faschistische Gefangenenlager existierte von 1938 bis 1945. Es war eines der wichtigsten von insgesamt 222 Stalags im Deutschen Reich, in denen zeitweise bis zu 2,2 Millionen Kriegsgefangene festgehalten wurden. Das Lager war für Soldaten und Unteroffiziere vorgesehen. Dort wurden Kriegsgefangene verschiedener Nationen interniert: Tschechen, Polen, Belgier, Franzosen, Niederländer, Engländer, Jugoslawen, Griechen, Russen, Italiener und Amerikaner, insgesamt 70 000 Insassen.

In Erinnerung an die Zwangsarbeiter, die bis 1945 u.a. helfen mussten, den "Neuen Deich" zwischen Nieschen und Sydowswiese zu bauen, findet in diesem Jahr die 4. Kleine Friedensfahrt statt.

Am Berliner Tor der Festung Küstrin begrüßen Vertreter der polnischen Stadt die Tourteilnehmer. Dort ist Halbzeit der vierstündigen Tour. Auf dem Oderdeich geht es nach Sydowswiese. Am Von-Haerlem-Blick ist eine Mittagspause geplant. Von dort geht es zurück zum Kienitzer Fährweg und zum Hafenfest.

Das ist dann bereits in vollem Gange. Bereits am Freitagabend startet dort um 19 Uhr der Bootskorso nach Groß Neuendorf. Um 22.30 Uhr gibt es ein großes Feuerwerk und Tanz mit der Disco Royal. Am Sonnabend wird das Hafenfest um 11 Uhr mit dem Breslacker Blasmusikverein eröffnet. Die Akrobatikgruppe Letschin und Henry Denkel gestalten das Programm, bis um 16.30 Uhr die 9. Auflage des Drachenbootrennens beginnt. Um 20 Uhr gibt es den Abschlusstanz mit der Disco Royal und Einlagen des Geselligkeitsvereins Neulietzegöricke.

Von der Fährstraße, wo bis 18 Uhr die Fähre Bez Granic nach Porzecze verkehrt, wird ein Bus zum Festgelände pendeln. Dank der ersten Fährüberfahrt seit Kriegsende werden auch viele Gäste aus den polnischen Nachbarorten erwartet.

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