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Visionen für Altenhof

Simon Rayß / 30.07.2017, 07:20 Uhr
Altenhof (MOZ) Vor drei Jahren schlossen sich einige engagierte Altenhofer zur Bürgerinitiative AB 14 zusammen. Seither haben die Mitglieder viel erreicht - doch nicht nur das: Sie schmieden auch etliche Pläne für die Zukunft des Schorfheider Ortsteils.

Altenhof liegt malerisch am Ufer des Werbellinsees. Doch Moment: Ganz so malerisch findet manch ein Altenhofer sein Dorf überhaupt nicht. "Wir leben in keinem schönen Ort, hier gibt es wenig zu fotografieren", sagt Hajo Steinicke. "Deswegen müssen wir darauf achten, dass das, was wir haben, gepflegt und ordentlich ist."

Auch aus diesem Grund hat Steinicke 2014 mit einigen Mitstreitern die Altenhofer Bürgerinitiative gegründet - kurz: AB 14. Seither hat die Gruppe etliche Vorhaben umgesetzt, um die Heimatverbundenheit der Bewohner zu stärken. So heißt die Dampferanlegestelle jetzt Fontaneplatz, dort erinnert eine Stele an den Besuch des berühmten Dichters im Jahr 1862, obendrein können Kinder seit 2015 auf Altenhofs einzigem Spielplatz herumtoben - um nur einige AB-14-Ideen zu nennen, die in den vergangenen drei Jahren Realität geworden sind.

Ideen haben die knapp 20 Mitglieder, die in der Bürgerinitiative und zum Teil im dazugehörigen Verein "Wir für Altenhof" organisiert sind, auch heute noch. Zum Beispiel die eines Springbrunnens, der am Fontaneplatz entstehen könnte. "Das ist eine Vision", sagt Mitglied Gerd Thiele. Eine Vision, die in einem ersten Entwurf schon konkret zwischen Fontane-Stele und Werbellinsee verortet ist: "Der steht nachher direkt in der Sichtachse", erklärt Steinicke.

Er macht aber auch keinen Hehl daraus, dass bis dahin noch jede Menge Arbeit auf die Altenhofer zukommt, vor allem in finanzieller Hinsicht. "Das ist eine teure Sache." Die Gemeinde Schorfheide habe zwar signalisiert, dass sie das Projekt unterstützen würde. Dennoch sei die Gruppe auf Spenden angewiesen. "Die Gemeinde will schon Initiative sehen", sagt er.

Gleichzeitig machen sich die Aktivisten Sorgen um ein altes Pumpenhäuschen am Ufer des Sees. "Das muss erhalten bleiben", sagt Steinicke, gerade da Altenhof so wenige historische Gebäude habe. Es steht halb auf privatem Grund, deswegen befürchten die Mitglieder, dass es abgerissen werden könnte.

Schon bald wird am Ufer des Sees jedoch ein anderes kleines Gebäude hinzukommen: Die Bürgerinitiative will auf dem Gelände des Promenaden-Cafés "Tu Hus" eine öffentliche Bücherbox aufstellen - im Gewand einer alten Telefonzelle. Ganz nach dem Motto: "Nimm ein Buch, bring ein Buch, tausch ein Buch", wie Gerd Thiele sagt. Ob die Box schon am nächsten Wochenende stehen wird, ist allerdings noch nicht raus. Das Datum wäre deswegen so wichtig, da die Altenhofer vom 4. bis zum 6. August wieder ihr Promenadenfest feiern. Bei einem solchen Anlass darf natürlich auch die Bürgerinitiative nicht fehlen.

Die Mitglieder bauen ihren Stand auf, an dem es unter anderem Souvenirs mit Altenhof-Bezug zu kaufen geben wird. Beispielsweise Stoffbeutel mit einer kühnen Hexe auf ihrem Besen, versehen mit dem Schriftzug "Altenhofer Blocksberg". Weitere Ausführungen tragen das Konterfei von Fontane und den Hinweis auf den 155. Jahrestag seines Besuchs. Auf einem Beutel ist der Dichter zu sehen, wie er den Blick über den Werbellinsee schweifen lässt. Darunter steht ein Auszug aus seiner "Wanderung durch die Mark Brandenburg": "Es ist ein Märchenplatz, auf dem wir sitzen, denn wir sitzen am Ufer des Werbellin."

Treff der Initiative: jeden ersten Montag im Monat, 19.30 Uhr, Café "Tu Hus" an der Badewiese; Kontakt, auch für mögliche Unterstützer: Tel. 0173 2438001

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