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Dramatischer Zwischenfall beim 16. Drachenbootrennen mit 17 Mannschaften in Jessern

Lebensrettung auf Schwielochsee

Voller Power: Das Cottbuser Drachenboot-Team FreakShow legte sich Sonnabend vor großer Kulisse ins Zeug.
Voller Power: Das Cottbuser Drachenboot-Team FreakShow legte sich Sonnabend vor großer Kulisse ins Zeug. © Foto: Jörg Kotterba
Jörg Kotterba / 30.07.2017, 20:39 Uhr
Jessern (MOZ) 17 Mannschaften, hunderte von Zuschauern und jede Menge Spaß: Das 16. Drachenbootrennen auf dem Kleinen Schwielochsee in Jessern wurde ein voller Erfolg. Den Pokal gewannen die Trebatscher Silberrücken.

Daniel Valenta und sein vierköpfiges Team von der Wasserwacht Jüterbog hatten am Sonnabend alle Hände voll zu tun. Die Crew betreute auf dem Kleinen Schwielochsee das 16. Drachenbootrennen mit 17 Mannschaften. Doch mitten im dritten Vorlauf fiel in unmittelbarer Nähe der 200 Meter langen Wettkampfstrecke eine Cottbuserin aus ihrem Faltboot. Windböen hatten das kleine Segel erfasst. Handy und Jacke verschwanden im neun Meter tiefen Gewässer. Die Frau Mitte 40, völlig hilflos und dem Ertrinken nahe, wurde gerettet. Dann fiel die Technik der Starter 30 Meter von der Uferzone aus. Das Schnellboot der Wasserwacht brachte neue Kabel heran. Und schließlich verhedderte sich das Seil einer Boje, die Rennstreckenmarkierung, in einem Bootspropeller. "Die haben ihren Führerschein in einer Nacht- und Nebelaktion geschafft", fluchte Valenta mit Blick auf den unvernünftigen Bootsbesitzer. Auch mancher Windsurfer hätte auf der Wettkampfstrecke "nichts zu suchen..."

Seit elf Jahren organisiert Nico Herrmann, Chef der NH Events Veranstaltungsagentur mit Sitz in Straupitz, dieses Event. Gegründet hatte die sommerliche Rennserie Monika Krüger, die ehemalige Wirtin des Lindenhofs. Der 35-jährige Herrmann hatte über Monate seine, wie er sagte, "Mega-Hausaufgaben" gemacht "und mit Hilfe zahlreicher Partner, von Rainer Hilgenfeld, Bürgermeister der Gemeinde Schwielochsee, bis zur Mittelbrandenburgischen Sparkasse" diesen sportlichen Wettstreit vorbereitet. "Alle beim Drachenbootrennen antretenden Teams sind in fünf Rennklassen eingeteilt. Dabei besteht jede Rennboot-Mannschaft aus zwölf bis 16 Frauen und Männern plus Trommler", erläuterte Herrmann. Der gelernte Koch verheimlichte am Ufer des Kleinen Schwielochsees nicht, dass er für diesen Wettkampf um den begehrten Schwielochsee-Pokal einen Nachfolger sucht. "Elf Jahre sind eine lange, eine sehr lange Zeit."

Ob die Holzwürmer einspringen? Hinter diesem originellen Namen verbergen sich sport-engagierte Jesserner um Peter Schulze. Der 46-Jährige steigt mit Frauen und Männern seines Heimatdorfes und mit Ehefrau Maren (47) und den Töchtern Jasmin (19) und Vivia-Denise (13) ins Drachenboot. Und ist - deshalb der originelle Teamname - Tischler. Von seinem Grundstück aus, wo das Holzwürmer-Lager aufgeschlagen war, schaut man auf den wunderschön gelegenen See. Peter Schulze meinte: "Wir haben uns bei den Beeskower Spreeteufeln auf diesen Wettstreit ein bissel vorbereitet. Aber ich sage es ganz ehrlich: Am Ende des Tages zählt für uns nicht die Platzierung, sondern der Spaß. Und den haben wir schon jetzt."

Einer der sportlichen Konkurrenten der Jesserner Holzwürmer waren die Trebatscher. Sie hatten in der Uferzone, wo jede Menge Kurzweil lockte, ein großes Lager aufgebaut. Kein Wunder, gibt es doch neben den Trebatscher Silberrücken auch die Wasserbullen und die Optische Täuschung, ein Frauen-Team. Nur eine Dame - Katharina Laaser, genannt Latschi - saß im Boot der Silberrücken, die nach dramatischen Wettkampfstunden den Schwielochsee-Pokal vor den Teams Preußen Power und Fließexpress Berlin gewannen. Das Altherren-Team der Silberrücken war zusammen 1147 Jahre alt und brachte zusammen 1898 Kilo auf die Waage. Wobei die attraktive "Latschi" daran den geringsten Anteil hatte.

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