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Tausend Liter am Strick

Auf dem Weg zum Sieg: Die Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Ruhlsdorf kämpfte so sehr, dass sie das tonnenschwere Fahrzeug in 31 Sekunden über die Ziellinie brachte.
Auf dem Weg zum Sieg: Die Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Ruhlsdorf kämpfte so sehr, dass sie das tonnenschwere Fahrzeug in 31 Sekunden über die Ziellinie brachte. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Renate Meliß / 31.07.2017, 07:00 Uhr - Aktualisiert 31.07.2017, 12:01
Marienwerder (MOZ) Drei Tage lang brennt in Marienwerder die Luft. Eines der Highlights des Heimatfestes am Wochenende ist das Feuerwehr-Tauziehen. Sechs Mannschaften mit jeweils fünf starken Männern treten zum Wettkampf an. Ein zwölf Tonnen schweres Fahrzeug ist vorwärtszubewegen.

"Da muss ich mir ja erstmal Mut antrinken, bevor ich 'nen Lkw ziehe!" Der junge Mann in Feuerwehruniform zieht die Stirn kraus. Spannung liegt in der Luft. Auf dem Gelände des ehemaligen Sägewerkes ist es am Sonnabend noch relativ ruhig. Doch das wird sich gleich ändern. Schon rückt der Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Marienwerder ab, gibt den Blick auf die Ziellinie frei und die 50 Meter, die es zu bewältigen gilt. Ortswehrführer Heiko Ruffert erläutert den Ernst der Sache: Auch im Einsatz könnte es nötig werden, das Auto zu schieben - mit sämtlicher Technik und tausend Litern Wasser im Tank.

Angetreten sind die Mannschaften der Feuerwehren Marienwerder und Ruhlsdorf, der Anglerverband, die Volleyballer, die Dart-Spieler aus Marienwerder sowie die Alten Kameraden, die den Titel des Vorjahres verteidigen möchten.

"Seid ihr fit?" ruft Ortsbürgermeister Mario Strebe und hebt die Klappe zum Countdown. Dann geben die Männer alles, mit verkniffenen Gesichtern, angespannten Muskeln bis unter die Haarwurzeln - und das Fahrzeug, von dicken Tauen gezogen, setzt sich langsam in Bewegung. 33,7 Sekunden für 50 Meter, das war mal kein schlechter Auftakt. Weiter geht's mit den Volleyballern. Sie liegen gut im Rennen und sind mit 32,3 Sekunden echt schnell. Dann sind die Angler an der Reihe, die aufgrund des morgendlichen Wettbewerbs im Heegeangeln nur eine kurze Nacht hatten und 40,1 Sekunden benötigten. Mit 31 Sekunden erreichen die Ruhlsdorfer die Ziellinie, das Publikum tobt. Die Dart-Freunde schaffen es anschließend auf 36,9 Sekunden. "Zieh Bruno! Zieh!" gellt es in Richtung Titelverteidiger: "Wenn die so weitermachen, zieh'n sie bis Ruhlsdorf!" Großer Applaus für 31,4 Sekunden und den zweiten Platz.

Auf dem Festplatz drehen sich unterdessen die Karusselle, die Tische unter den Schirmen füllen sich. Mit einem zünftigen Fackelumzug ist das Fest am Freitagabend gestartet. Gefolgt von einer absolut spaßigen Schaum-Tanz-Party und mitternächtlicher Feuershow.

An den Plätzen 1 bis 42 versammeln sich am Sonnabendmorgen die Angler am Kanal. Mit Wurm,Teig und Maden geht es zum Wetteifern. Die Anzahl der gefangenen Weißfische und deren Gewicht zählt. Bei den Männern kann Werner Sens aus Lanke Platz eins ergattern, gefolgt von Christian Malich aus Eberswalde und Norbert Baumann aus Zerpenschleuse. Bei den Kindern hat Clemens Büttner die Nase vorn, gefolgt von Francis Kralisch und Steve Schulmeister.

Als auch der Sieger im Tauziehen mit Ruhlsdorf feststeht, übergibt Bürgermeister Strebe die Pokale. Bei schönstem Sommerwetter herrscht fröhliche Ausgelassenheit auf dem Festgelände. Antje & Jens unterhalten die Kleinen, das Schlagerduo "Atemlos" singt zur Kaffeezeit. Dann holt sich "Gina" die Kinder zur Mini-Disco. Der stellvertretende Bürgermeister Ronny Kosse: "Am Abend brodelt die Stimmung, dann können Sie hier nicht mehr treten!"

Das Heimatfest geht auf eine lange Tradition zurück, die bis in die 70er-Jahre zurückreicht. Bereits zum siebten Mal wird auf dem Gelände des früheren Sägewerks am Oder-Havel-Kanal nun schon gefeiert. Schuld war 2011 ein Unwetter, das spontan für die Verlegung in die Halle des Sägewerks sorgte, wie sich Mario Strebe, Ronny Kosse und Matthias Claus erinnern. "Seither ganz ohne Verkehrseinschränkungen und Lärmbelästigung für die Anwohner", so die Herren unisono. 1500 bis 2000 Leute kommen vorbei.

"Roof Garden" rockt den Abend, eine LED-Performance mit Nicole und ein musikalisches Höhenfeuerwerk folgen. Mit dem Gottesdienst in der Kirche und dem "Männergesangsverein Frohsinn", dem Frauchenchor "Cantilena" und einem Frühschoppen mit dem Hennigsdorfer Blasmusikverein endet das diesjährige Heimatfest stimmungsvoll am Sonntag.

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