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Wer in Hohenwutzen aufgewachsen ist, kehrt gern an die Naturbadestelle zurück / Auch Berliner und Polen tummeln sich dort

Großer Krebssee erinnert an die Kindheit

Attraktion für Kinder: Die Rutsche an der Naturbadestelle am Großen Krebssee in Hohenwutzen, einem Ortsteil von Bad Freienwalde. Die Kurstadt verfügt sogar über ein Freibad mit Erlebnis- und Sportbecken, doch nicht nur viele Einheimische zieht es bei schö
Attraktion für Kinder: Die Rutsche an der Naturbadestelle am Großen Krebssee in Hohenwutzen, einem Ortsteil von Bad Freienwalde. Die Kurstadt verfügt sogar über ein Freibad mit Erlebnis- und Sportbecken, doch nicht nur viele Einheimische zieht es bei schö © Foto: MOZ/Anett Zimmermann
Anett Zimmermann / 01.08.2017, 06:22 Uhr
Hohenwutzen (MOZ) Ein Pfund, mit dem die Region wuchern kann, sind die vielen Badestellen mit ausgezeichneter Wasserqualität. Zur Ferienzeit stellen wir 27 von ihnen vor. Heute: der Große Krebssee in Hohenwutzen (Märkisch-Oderland).

Das letzte Stück zum Großen Krebssee legen alle, ob zu Fuß, per Fahrrad oder Auto, über einen sandigen Feldweg zurück. Doch wer dorthin will, kennt das meist schon aus Kindertagen. Ganz egal, ob der Pkw inzwischen ein Barnimer, Uckermärker oder auch Berliner Kennzeichen trägt. Anne Seefeld und Maik Raumschüssel wohnen mit Sohn Marvin in Bad Freienwalde. Der Vierjährige spielt in Sichtweite, mal im Wasser, mal an Land.

"Für den Kleinen ist der Sandstrand toll", so die 32-Jährige, die ebenfalls in Hohenwutzen aufgewachsen ist. "Mir gefällt die Natur und das Ganze drumherum", sagt sie und verweist auch auf ausreichend schattige Plätze. "Wir haben als Familie schon einige Seen getestet", erzählt Anne Seefeld und nennt den Gamensee bei Tiefensee (Werneuchen), das Waldbad in Wriezen und den Parsteinsee. "Hier ist es aber doch am schönsten", meint sie und kann sich aus den eigenen Kindertagen auch noch gut an den einstigen Kiosk erinnern.

Kiosk und mobile Toiletten seien, so Ortsvorsteherin Petra Lunow, leider immer wieder zerstört worden: "Da hat die Stadt sie irgendwann ganz weggenommen." Geringfügig Beschäftigte würden aber stets nach dem Rechten schauen, auch die Papierkörbe regelmäßig geleert. "Der See befindet sich in Privatbesitz", erläutert die Ortsvorsteherin. Die Stadt Bad Freienwalde habe aber ein Nutzungsrecht. Die Plattform mit Sprungturm sei im vergangenen Jahr aus Sicherheitsgründen entfernt worden. Die hat Anne Seefeld auch schon vermisst. "Wir hoffen auf eine neue Badeinsel", sagt Petra Lunow. Die Anschaffungskosten seien bereits im Nachtragshaushalt der Stadt eingestellt, allerdings seien noch Versicherungsfragen zu klären.

Dass es an diesem Sonntagnachmittag recht beschaulich an der Naturbadestelle zugeht, erstaunt die Ortsvorsteherin nicht. "Es sind Ferien. Davor und danach ist es hier bei schönem Wetter deutlich voller", sagt sie und weiß aus Gesprächen, dass die meisten Badegäste den Ausflug mit einem Mittagessen kombinieren und dann zwei, drei Stunden am Großen Krebssee bleiben. Neben vielen Einheimischen und Berlinern kämen auch zahlreiche Polen, hat sie festgestellt.

Stefanie und Knut Klein aus Berlin-Marzahn waren vorher auf dem sogenannten Polenmarkt. "Sonst lohnt sich die Fahrt bis hierher ja nicht", meint die Frau. Diesmal ist auch die in Hannover lebende Tochter mit ihrer Familie und Hündin Maja dabei. Campingstühle sowie Kühltasche mit Obst und Getränken hätten sie immer dabei, erzählt Stefanie Klein, die zwar auch den Frankfurter Helenesee schön findet. Doch der sei ihr zu kalt.

Ein paar Meter weiter spielen ein paar Jungen Fußball. Eigentlich ist das Sandfeld ja für Beachvolleyball gedacht. Aber ein Netz sucht man vergebens. "Das steht noch auf unserer Wunschliste", sagt Petra Lunow, die als Erzieherin früher gern mit Schulkindern am Großen Krebssee war. "Ich war sogar Rettungsschwimmerin und die Sommer über auch an anderen Seen im Einsatz", blickt die 71-Jährige zurück. Das idyllische und ruhige Fleckchen am Krebssee mag sie bis heute. Aber Rentner hätten ja niemals Zeit.

Unterdessen schleppen Neuankömmlinge Schwimmnudel, Luftmatratze und Schlauchboot mit. Die, die schon da sind, blicken meist nur kurz auf, erwidern nickend den Gruß, und sind schnell wieder in ihrer Lektüre oder im Gespräch vertieft.

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