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EWE lässt in Berkenbrück das Mobilfunknetz über Glasfaser ausbauen / Investiert wird auch in Breitband

Leere Rohre für schnelle Daten

Sandra Jütte / 02.08.2017, 08:46 Uhr
Berkenbrück (MOZ) Einige Mobilfunkkunden in Oder-Spree und Märkisch-Oderland können sich demnächst über schnellere und stabilere Datenverbindungen freuen. Die EWE baut derzeit an zehn Standorten das dafür genutzte Glasfaserkabelnetz aus, unter anderem quer durch Berkenbrück.

Gerd Lilnemann und seine Mitarbeiter von der Bohrtechnik-Firma BTB Brück aus Cottbus haben am Dienstagvormittag in Berkenbrück alle Hände voll zu tun. Mit einem Horizontalbohrer ziehen sie in etwa fünf Meter Tiefe unter dem Wassergraben in Höhe der Parkstraße handbreite Schutzrohre ins Erdreich. In diese werden später Glasfaserkabel verlegt. Seit vier Wochen lässt die EWE Netz GmbH über eine Strecke von 6,6 Kilometern eine Leitung vom Sendemast nahe der Autobahn bis kurz hinter das Ortseingangsschild an der Berkenbrücker Chaussee verlegen.

"Ziel ist die Anbindung des Mobilfunkstandortes Berkenbrück an die Telekommunikations-Haupttrasse in Fürstenwalde", sagt EWE-Sprecherin Nadine Auras. Da die Datennutzung im Mobilfunk stark gestiegen sei, werde die Bandbreite nun über Glasfaser ausgebaut. "Darüber können wesentlich mehr Daten ausgetauscht werden als über Richtfunkstrecken", gibt sie an. Neben einer stabilen Datenversorgung sei so auch die Anbindung ans LTE-Netz - und somit ans schnelle Internet - möglich. Wo bereits zu viele Leitungen - etwa von Abwasser, Gas und Strom - verlaufen, mussten Mitarbeiter der Firma Perk aus Halbe in den vergangenen Wochen den Boden aufbohren und die Leerrohre von Hand verlegen.

Insgesamt 300000 Euro investiert die EWE in diesem Jahr, um zehn Mobilfunkstandorte in den Landkreisen Oder-Spree und Märkisch-Oderland bis Ende September miteinander zu vernetzen. Parallel zu Berkenbrück, wo die Arbeiten in der kommenden Woche beendet sein sollen, laufen auch in Briesen gerade Tiefbohrungen. Vermietet werden die Kabel laut Aussage von Nadine Auras an Telefónica, unter deren Dach die Anbieter O2 und E-Plus vereint sind. Eine Bestätigung des Telekommunikationsunternehmens lag bis Redaktionsschluss nicht vor.

Auch der Breitbandausbau für Hausanschlüsse kommt in Oder-Spree voran. Mit rund 30 Millionen Euro soll das schnelle Internet bis 2019 weiter ausgebaut werden. Einen Fördermittelbescheid des Bundes über knapp die Hälfte übergab Verkehrs- und Infrastrukturminister Alexander Dobrindt am Donnerstag an den Landkreis, wie Pressesprecher Mario Behnke mitteilte. 12 Millionen steuert das Land Brandenburg bei, die restlichen zehn Prozent müssen die Kommunen selbst tragen.

Eine Bestandsaufnahme im Jahr 2016 hatte gezeigt, dass etwa 22 Prozent der Haushalte in Gebieten liegen, die mit Internetgeschwindigkeiten von weniger als 30 Mbit pro Sekunde unterversorgt sind und wo private Investoren den Ausbau nicht weiter vorantreiben. Diese Lücken sollen nun mit den Fördermitteln geschlossen werden. Unter anderem sollen 500 Kilometer Glasfaserkabel verlegt werden.

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