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Anwohner fühlen sich von Geruch belästigt und suchen das Gespräch mit Landwirt

Ein Silo sorgt für Stunk

Sorgt für Gerüche: der Futtersilo der Milchviehanlage Jordans. Ist er offen, zieht der Gestank nach Beauregard.
Sorgt für Gerüche: der Futtersilo der Milchviehanlage Jordans. Ist er offen, zieht der Gestank nach Beauregard. © Foto: MOZ/Katrin Hartmann
Katrin Hartmann / 03.08.2017, 07:00 Uhr
Altwriezen/Beauregard (MOZ) Wenn der Wind entsprechend steht, bekommen die Anwohner Beauregards die Begleiterscheinungen des Landlebens zu spüren. Von der Milchviehanlage verströmt ein Futtersilo schlechte Luft. Anwohner wünschen sich eine Kompromisslösung zwischen Anliegern und Landwirt.

"Faulig, gammlig, marode." Das sind die Worte, die Carmen Wilberg nutzt, wenn sie über den Gestank aus dem Silo neben ihrem Haus spricht. Denn wenn der Silo offen ist und der Wind Richtung Beauregard weht, dann ist der Geruch kaum auszuhalten, sagt die Anwohnerin. Der Futtersilo liegt unter einer grünen mit Reifen abgedeckten Plane. Nur ein paar Meter von ihrem Haus entfernt. Er gehört zum Milchhof Jordans.

Familie Wilberg muss dem Geruch standhalten, wenn der Silo geöffnet wird. "Das passiert natürlich nicht alle Tage", sagt Carmen Wilberg, aber häufig genug, meint sie. "Ich weiß, wir leben auf dem Land und müssen natürlich mit den Begleiterscheinungen der Landwirtschaft leben, aber der Gestank ist kaum auszuhalten", äußert sie ihren Unmut.

Zudem wachse die Anzahl von Ungeziefer - so spricht sie von Mäusen und Ratten -, in den Monaten, in denen der Silo angehäuft und liegen bleibt. Auch anderen Anwohnern mache der Gestank zu schaffen, berichtet Carmen Wilberg. Einige haben sich dazu entschlossen, ein Zeichen zu setzen - mit Schildern vor ihren Häusern, die dazu aufrufen, den Silo zu versetzen.

Auch Ortsvorsteher Peter Sperr kennt das Problem. "Es ist eine schwierige Situation", sagt er. Natürlich sollen die Landwirte ihre Tiere versorgen und produzieren können. Aber auch das Wohlbefinden der Anwohner sei für ein gemeinsames Miteinander entscheidend, so Sperr. "Wir hatten schon einige Einwohnerversammlungen zu denen auch Landwirt Jordans eingeladen war", sagt Peter Sperr. Erschienen sei er dazu allerdings nicht. "Hier geht es nicht darum, einen Buhmann zu finden, sondern einen Kompromiss. Ich biete mich deshalb auch gern als Mediator an", sagt der Ortsvorsteher.

Landwirt und Milchhofbetreiber Gerard Jordans wollte sich zu diesem Thema öffentlich nicht äußern, verwies jedoch darauf, dass der Silo derzeit verschlossen ist und kein Geruch herausdringe.

Gegenüber Wilbergs hatte Gerard Jordans unterdessen geäußert, dass das jetzt genutzte Feld eine bessere Bodenbeschaffenheit habe, um dort einen offenen Silo zu bauen. Der Platz hinter den Milchviehanlagen, auf den Wilbergs als Alternativort für den Silo spekulieren, sei zu sandig, berichtet Carmen Wilberg von dem Gespräch. Ob das stimmt, könne sie nicht prüfen.

Mittlerweile ist auch beim Landkreis Märkisch-Oderland eine schriftliche Beschwerde zu den starken Gerüchen eingegangen. Das bestätigte Jan Paepke, Amtsleiter des Amtes für Landwirtschaft und Umwelt. Der nächste Schritt für die Behörde sei nun, zu prüfen, ob auf der Milchviehanlage alle Auflagen eingehalten werden, so Paepke. Sei dies der Fall, könnte der Landwirt nicht gezwungen werden, den Silo zu versetzen, so der Amtsleiter.

Familie Wilberg hofft trotzdem auf Gesprächs- und Kompromissbereitschaft. "Wir verstehen ja, dass das Futter an einer Stelle gelagert werden muss. Aber warum gerade dort?", fragt Carmen Wilberg. Ihr Wunsch ist es, dass Gerard Jordan mit den Anwohnern in Kontakt tritt und gemeinsam nach einer Lösung gesucht wird, die für alle Beteiligten erträglich ist. "Wir wollen verstehen, warum es nicht möglich ist, den Silo an eine andere Stelle zu versetzen. Vielleicht gibt es ja doch eine Alternative, die wir zusammen erarbeiten können", sagt die Beauregarderin hoffungsvoll.

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