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Mittelalter-Werkzeug perfekt erhalten

Jörg Kühl / 03.08.2017, 07:00 Uhr
Kummerow (MOZ) Archäologen haben in Kummerow eine Spitzhacke aus dem Mittelalter geborgen. Das Werkzeug, das bis auf den Holzschaft in sehr gutem Zustand erhalten ist, befand sich in einer Tiefe von 1,20 Metern unter der Gelände-Oberkante. Außer der Hacke wurden mehrere Scherben von Keramiktöpfen, Bechern und Tellern aus der slawischen Siedlungszeit geborgen. Der Berliner Archäologe Ulrich Wiegmann schätzt das Alter aufgrund des Fundkontextes auf 800 Jahre. Die Gegenstände wurden in einer Senke entdeckt, die eine Feuerstelle gewesen zu sein scheint. "Eisen wird widerstandsfähiger, wenn es über längere Zeiträume immer wieder dem Feuer ausgesetzt ist", so der Fachmann. Näheres müssten die weiteren Untersuchungen ergeben. Wiegmann und sein Team werden die Funde jetzt säubern, bestimmen und mit einer Archivnummer ausstatten. Anschließend werden sie dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege Wünsdorf überstellt. Die Ausgrabung findet im Rahmen des Straßenbaus in Kummerow statt. Bauleute von Oevermann legen mit der Baggerschaufel vorsichtig die Schichten unter der künftigen Fahrbahn frei, wodurch ein Schnittprofil entsteht. Anhand dunklerer Abschnitte in dem ansonsten hellbraunen Sandboden erkennen die Archäologen menschliche Eingriffe. "Ein so perfekt erhaltenes Werkzeug aus dem Mittelalter freizulegen, das hat man nicht alle Tage", zeigt sich der Archäologe erfreut.

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