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Der Sanierung einen Schritt entgegen

Muss bis März 2019 saniert sein: der Werbellinkanal bei Marienwerder
Muss bis März 2019 saniert sein: der Werbellinkanal bei Marienwerder © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Sabine Rakitin / 06.08.2017, 06:30 Uhr
Marienwerder (MOZ) Die Gemeindevertreter haben am Donnerstagabend die Planungsleistungen zur Sanierung des Werbellinkanals an die Spiekermann GmbH Consulting Engineers vergeben. Die Entscheidung erfolgte einstimmig.

Alles, was mit dem gesperrten Werbellinkanal zusammenhängt, scheidet die Geister in der Gemeindevertretung von Marienwerder. Das ist auch am Donnerstagabend nicht anders. Da wird selbst die Bestätigung des Protokolls der Mai-Sitzung zum Problem. Damals hatte Amtsdirektor André Nedlin den Beschluss zur Verwendung von Sanierungsvariante 2 beanstandet. Die Begründung, die er vorgetragen habe, fehle in diesem Protokoll, bemängelt Annett Klingsporn am Donnerstag. Bürgermeister Mario Strebe sagt zu, dass Nedlins Begründung dem Protokoll zugefügt wird und will die vorliegende Fassung von der Runde bestätigen lassen. Doch das lehnt die Ruhlsdorferin ab. "Ich hätte gern ein neues Protokoll", sagt sie. Die Mehrheit stimmt ihr zu. So wird der Tagesordnungspunkt auf die nächste Gemeindevertretersitzung verschoben.

Auch im Protokoll zur letzten Sitzung hat Annett Klingsporn einen Fehler ausgemacht. Darin fehlten die Aussage des Bürgermeisters zur Zusammenarbeit mit der Bürgerinitiative "Werbellinkanal" und ein Vermerk zum Handschlag, der dies besiegelte, moniert Annett Klingsporn. "Das geht aber nun wirklich zu weit", findet Mario Strebe. "Ich habe ja jetzt gelernt, dass wir unsere Protokolle ordentlich lesen sollen", gibt die Ruhlsdorferin in Anspielung auf die Auseinandersetzungen um die Sanierung des Werbellinkanals spitz zurück.

"Ich habe mich gefreut, dass zum Ende der letzten Sitzung eine so gute Stimmung war", bemerkt Jan Kiesewalter. Jetzt habe es eine Einladung der Bürgerinitiative zu einem Runden Tisch gegeben. "Das finde ich toll. Ein guter Ansatz - danke dafür", lobt er. Walter Papritz hakt ein: "Mir ist zu Ohren gekommen, dass der Amtsdirektor eine Antwort geschrieben hat", sagt er vieldeutig.

In der Tat steht Nedlin dem Ansinnen der Bürgerinitiative, sich monatlich am Runden Tisch zu treffen, skeptisch gegenüber. Nach der Vergabe der Planungsleistungen zur Sanierung des Werbellinkanals beginne "reines Verwaltungshandeln" zur Umsetzung des Beschlusses, stellt der Amtsdirektor klar. Auch die Finanzierung der Sanierungskosten seien bereits einer Klärung zugeführt worden, führt er an. "Sollten Sie dennoch an einem Runden Tisch festhalten, möchte ich Sie (...) bitten, mir deutlich zu machen, welches konkrete Problem durch den Runden Tisch (...) diskutiert und vor allem einer Lösung zugeführt werden soll", heißt es abschließend in der Antwort vom 13. Juli.

"Wir wollen eine Bürgerversammlung zum Thema Kanal in Marienwerder", sagt Frank Lützow. Bürgermeister Strebe lehnt ab: "Wir verunsichern die Bürger nur. Wir haben noch keine Zahlen. Was wollen wir ihnen sagen?" "Wie der Stand der Dinge ist", antwortet Lützow. "Ja, wie ist der denn?", gibt Strebe zurück.

Walter Papritz greift ein: "Es geht nicht um jetzt sofort, sondern darum, eine Bürgerversammlung langfristig vorzubereiten", stellt er fest. "Dann macht einen Antrag zur nächsten Sitzung fertig", fordert der Bürgermeister die Fraktion "Gemeinsam für Marienwerder" auf. So wird es geschehen.

Zu der Vorlage, die die Vergabe der Planungsleistungen zur Sanierung des Werbellinkanals an die Firma Spiekermann GmbH Consulting Engineers vorsieht, bringt Annett Klingsporn zwei Ergänzungen vor. Zum einen machen sie und Frank Lützow sich dafür stark, dass während der Sanierungsphase in jeder zweiten Gemeindevertretersitzung Fortschrittsberichte durch die Bauplanungsfirma gegeben werden. Zum anderen fordern die beiden Gemeindevertreter aus Ruhlsdorf, dass die Planungsunterlagen zur Sanierung des Kanals inklusive der neuen Kostenschätzung - bevor sie dem Landesumweltamt vorgelegt werden - der Gemeindevertretung zur Beschlussfassung vorgelegt werden.

"Wir haben ein großes Kostenrisiko. Wir müssen wissen, was und wie wird saniert, und wieviel kostet es?", begründet Annett Klingsporn die beiden Anträge. "Anderenfalls geben wir uns komplett in die Hände des Planungsbüros", warnt sie.

"Wir müssen nach Planfeststellungsbeschluss bauen. Etwas anderes gibt es gar nicht", bemerkt Bürgermeister Strebe. Walter Papritz unterstützt die Anträge von Annett Klingsporn und Frank Lützow. "Es geht um das Geld der Gemeinde. Die Unwägbarkeiten kann keiner voraussehen, aber wir wollen den Daumen drauf haben", erklärt er. Annett Klingsporn ergänzt mit Blick auf die Geschichte des Werbellinkanals: "Man kann offensichtlich nicht gründlich genug sein. Das lehrt die Vergangenheit!"

Letztlich werden ihre Anträge mit jeweils sieben beziehungsweise acht Ja-Stimmen befürwortet - bei sechs beziehungsweise fünf Enthaltungen. Die Vergabe der Planungsleistungen erfolgt am Ende dann einstimmig.

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