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Altenhof feiert zweites Promenadenfest / Vereine bekunden Zusammenhalt

Überall mischt Fontane mit

Wettfahrt der Drachenboote: Die "Lichterfelder Jungdrachen" (l.) gewinnen einen Vorlauf. Elf Mannschaften gehen auf dem Werbellinsee an den Start. Segel-, Motor- und Ruderboote sorgen für eine malerische Kulisse
Wettfahrt der Drachenboote: Die "Lichterfelder Jungdrachen" (l.) gewinnen einen Vorlauf. Elf Mannschaften gehen auf dem Werbellinsee an den Start. Segel-, Motor- und Ruderboote sorgen für eine malerische Kulisse © Foto: Andreas Gora
Sven Klamann / 07.08.2017, 06:44 Uhr - Aktualisiert 07.08.2017, 09:02
Altenhof (MOZ) Beim zweiten Promenadenfest am Werbellinsee haben die ausrichtenden Vereine von Freitagabend bis Sonntagmittag für jede Menge Kultur, Sport und Unterhaltung gesorgt. Meist blieben die Feiernden dabei vom Regen verschont. Das Gemeinschaftsgefühl in Altenhof wächst ohnehin wetterunabhängig.

In Altenhof am Werbellin wurde vom 4. bis 6.August 2017 das zweite Promenadenfest gefeiert.
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Zweites Altenhofer Promenadenfest

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"Wenn jeder nur sein eigenes Süppchen kocht, entgeht ihm vielleicht, dass es auch nebenan köstlich schmeckt", sagte Monika Thiele von der Altenhofer Bürgerinitiative AB 14, bei der das Buchstabenkürzel den Namen zusammenfasst und die Zahl das Gründungsjahr wiedergibt. Zusammen aber lasse sich viel mehr erreichen, hob das Mitglied der Initiative hervor. Die Erfolge und Vorhaben von AB 14 sind der beste Beleg für diese These: Vor zwei Jahren konnte auf ihr Betreiben und ihren Einsatz hin der Theodor-Fontane-Platz an der Strandpromenade eingeweiht werden, 2019, im 200. Geburtsjahr des märkischen Dichterfürsten soll dort ein Springbrunnen in Betrieb gehen und schon in dieser Woche wird auf der Badewiese eine zur Leihbücherei zweckentfremdete Telefonzelle aufgestellt. "Für jedes dieser Vorhaben brauchten und brauchen wir Verbündete", hob Monika Thiele hervor.

Ein Gemeinschaftswerk war auch das aus Sketchen bestehende Theaterstück "Himmlischer Besuch", das sich 15 Mitglieder von AB 14, der Volkssolidarität und des Altenhofer Kunstkurses zusammen erarbeitet hatten. Wieder ging es um Theodor Fontane, der im Mai 1862 den Ort besucht hat und in seinen "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" davon so geschwärmt hat: "Es ist ein Märchenplatz, auf dem wir sitzen, denn wir sitzen am Ufer des Werbellin."

"Wir haben uns ausgemalt, was geschehen würde, wenn der Dichter Altenhof gern noch einmal sehen wollte und der liebe Gott auf die Idee käme, ihn für einen Tag in die Gegenwart zurückzuschicken", sagte Marina Schlaak vom Kunstkurs. Im von den Schauspielerinnen und Schauspielern zum Leben erweckten Phantasie-Altenhof traf der Sendbote des Himmels unter anderem auf Rotkäppchen und den Wolf, die für Altenhof wichtige Sagengestalt "Weiße Frau" und Touristen. Die umjubelte Vorstellung endete damit, dass der Fontane-Darsteller unfreiwillig ein Bad im Werbellinsee nahm. Ein Missgeschick, das von Monika Thiele, die alle Ideen für die Geschichte zu Papier gebracht hatte, nicht ins Drehbuch geschrieben worden war.

Und ein weiteres Mal spielte Theodor Fontane beim Fest eine wichtige Rolle. Schon seit Mai gibt es entlang der Promenade auf 17 Bänken Flaschen, in denen Passanten Texte des Dichters finden, die sie nach der Lektüre wieder zurückstecken sollten. Zudem lag in jeder Flasche ein zum Mitnehmen bestimmter Mini-Fisch aus Ton - der für den Werbellinsee typischen Maräne nachempfunden. "Wir haben alles in allem 170 dieser Figürchen verteilt. Viele Festbesucher waren heute an unserem Stand, um sich auch noch das Halsbändchen dazu abzuholen", verriet Marina Schlaak. Der Kunstkurs sei für diese Idee von vielen Seiten hoch gelobt worden. Dies tröste ein wenig darüber hinweg, dass zwischendurch immer wieder einmal die mit Poesie und Prosa gefüllten Behältnisse entwendet wurden "Wir haben daher einen Flaschenpost-Dienst organisiert, der regelmäßig für Ersatz sorgt", berichtete die Leiterin des Kunstkurses, der im Bootshaus am Breten seine aktuelle Ausstellung präsentierte - natürlich zum Dichter.

Ob Theodor Fontane eine Sportskanone war? Beim Drachenbootrennen, zu dem elf Mannschaften auf dem Werbellinsee angetreten waren, hätte der Dichter vielleicht mit Freude zugeschaut. 250 Meter mit Gegenwind galt es zu bewältigen. "Das ist schon eine körperliche Herausforderung", urteilte Michael Janik aus Altenhof, der den Wettkampf moderierte, der Spaß und Ehrgeiz geboten hat.

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