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Wettermuseum möchte neuen Gedenktag etablieren / Am 15. Oktober wurde Erfinder geboren

"Tag des Barometers" ausgerufen

Tatjana Littig / 08.08.2017, 19:15 Uhr
Lindenberg (MOZ) Kuriose Jahrestage gibt es zuhauf: Es gibt den Internationalen Jogginghosentag, den Weltyogatag und den Tag des Schlafes. "Warum nicht auch einen Tag des Barometers?", hat sich der Vorstand des Vereins Wettermuseum gefragt und für den 15. Oktober einen Gedenktag ausgerufen.

Temperatur und Windrichtung können auch ohne Meteorologie-Studium halbwegs korrekt geschätzt werden. Anders ist es um den Luftdruck bestellt. Ohne Messgerät geht hier quasi nichts. Selbst wetterfühlige Menschen spüren bestenfalls Luftdruckänderungen, nicht aber den Luftdruck selbst. Seit dem 17. Jahrhundert ist das Phänomen bekannt. 1643/44 erfand Evangelista Torricelli das Quecksilberbarometer. Der Physiker und Mathematiker aus Italien wurde am 15. Oktober 1608 geboren und starb am 25. Oktober 1647. "Natürlich gibt es nicht nur Torricelli im Zusammenhang mit der Entdeckung des Luftdrucks und der Entwicklung von Barometern. Aber seine Stellung mit der Einführung des Quecksilberbarometers ist doch herausgehoben, schließlich war Torr lange Zeit auch die wichtigste Einheit für den Luftdruck", erklärt Bernd Stiller, Vorsitzende des Vereins Wettermuseum.

In diesem Jahr fällt das Geburtsdatum von Torricelli auf einen Sonntag. Der Verein möchte den Tag als "Tag des Barometers" festschreiben und ihn zunächst mit Veranstaltungen in Lindenberg begehen. "Wir hoffen aber, dass sich dieser Tag später überregional etabliert", sagt Stiller. Begangen werden soll er jedes Jahr an einem Sonntag - entweder am 15. Oktober selbst oder dem Sonntag, der auf das Datum folgt. Nun heißt es: Die Idee verbreiten. "Die Deutsche Meteorolgische Gesellschaft ist informiert und wird im nächsten Mitteilungsblatt über unsere Initiative berichten", teilt der Vereinsvorsitzende mit.

Am Anfang stand übrigens der Werbecharakter. "Wir haben als Museumsverein derzeit wenig Termine, die wir in die touristischen Veranstaltungspläne einbringen können", so Stiller. Es gibt zwar den Museumstag und den Tag des Denkmals, an denen sich die Einrichtung beteiligen kann. Doch das Problem ist: Viele machen mit, der Einzelne fällt kaum auf. "Wir wollten als Vorstand etwas eigenes kreieren", erklärt Stiller.

Und so fiel die Wahl auf die Themen Luftdruck und Barometer. Fragen dazu habe es von Besuchern immer wieder gegeben, sagt Stiller. "Luftdruckunterschiede sind die Ursache von Wind, starke Luftdruckunterschiede in kurzem Abstand zueinander verursachen starke Winde bis hin zu Orkanstärke", informiert Ralf Kraak aus dem Vorstand des Vereins. Im vergangenen Jahr hat der Verein ein Angebot für Schulen entwickelt, das sich dem Phänomen widmet. Kraak ist sich sicher: "In Zeiten der Klimaerwärmung werden wir es vermutlich mit höheren Luftdruckunterschieden und daher mit häufigeren Starkwindereignissen zu tun bekommen." Sich mit dem Luftdruck zu beschäftigen schadet also nicht - vielmehr ermöglicht es, etwas Bedeutsames über die Folgen der Klimaerwärmung zu erfahren.

Das Barometer:

Das Barometer dient der Bestimmung des Luftdrucks. Evangelista Torricelli hat 1643/44 das Quecksilberbarometer erfunden. Es besteht aus einem mit Quecksilber gefüllten, senkrechten Rohr, das am oberen Ende verschlossen ist. Das untere Ende taucht in ein Vorratsgefäß mit Quecksilber. Durch das Eigengewicht fließt das Quecksilber aus dem Rohr. Der Luftdruck wirkt dem entgegen, sodass die Säule bei einer Höhe zur Ruhe kommt.

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