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Vierter Benefiz-Marathon Greiffenberg - Lübben - Angermünde / Einnahmen kommen Lebenshilfe in Angermünde zugute

Bis in den Spreewald und zurück geradelt

Radmarathon-Helden, Begleiter, Helfer und die potenziellen Teilnehmer der nächsten Jahre: Direkt am Angermünder Kloster stellte sich die Gruppe unmittelbar nach der Ankunft noch einmal zum Erinnerungsfoto auf. Vierzehneinhalb Stunden reine Fahrzeit hatten
Radmarathon-Helden, Begleiter, Helfer und die potenziellen Teilnehmer der nächsten Jahre: Direkt am Angermünder Kloster stellte sich die Gruppe unmittelbar nach der Ankunft noch einmal zum Erinnerungsfoto auf. Vierzehneinhalb Stunden reine Fahrzeit hatten © Foto: Carola Voigt
Jörg Matthies / 08.08.2017, 20:57 Uhr
Greiffenberg/Angermünde (MOZ) Der Kilometerzähler am Fahrrad zeigte exakt 416,6 Kilometer, als sieben tapfere Pedaleure am Sonntagnachmittag kurz vor 14 Uhr vor der Angermünder Klosterkirche nach 18 Stunden ihr Ziel der Benefiz-Marathontour auf ostbrandenburgischen Straßen erreichten.

Wolfgang und Monika Baumüller aus Greiffenberg hatten vor drei Jahren die Idee, mit einer außergewöhnlichen sportlichen Aktion für einen guten Zweck auf Tour zu gehen. Nun ist die vierte Auflage beendet und Baumüller sagte nur wenige Minuten nach der Ankunft: "Alles hat diesmal wunderbar geklappt: Wetter, Straßenverhältnisse und auch eine pannenfreie Fahrt ließen keine Wünsche offen." Schon der Vorabend mit einer zünftigen Verabschiedung auf dem Greiffenberger Marktplatz war gelungen. Ortsbeirat und Feuerwehr, die für Grillgut und Getränke sorgten, unterstützten eine angemessen stimmungsvolle Verabschiedung der Radsportler.

Tags darauf "sperrten" mehrere Dutzend Lebenshilfe-Mitstreiter, die passenderweise ihr Freiluft-Sommerfest traditionell auf diesen Nachmittag gelegt hatten, die Straße vor dem Kloster, um den Pulk zu empfangen. Maximilian Plötz ließ den Dudelsack ertönen - vor etwa einem Jahrzehnt hat er sich das Spielen auf diesem seltenen Instrument selbst beigebracht. Beifall und Bravo-Rufe ertönten, als die "Helden der Landstraße" aufs Lebenshilfe-Areal einbogen und durchaus noch frisch wirkten.

Am Abend zuvor waren sie zu siebent um 20 Uhr in Greiffenberg aufgebrochen: Axel Dittmer, Christian und Martin Schröder, Siegmar Wollin, Raik Mickein, Robert Zeterberg bei seiner Benefiztour-Premiere und Organisator Wolfgang Baumüller nahmen zunächst Kurs auf Bad Freienwalde. Etwa 120 Kilometer waren gegen Mitternacht absolviert, als es in Müllrose den ersten längeren Stopp gab. Weiter ging die nächtliche Tour auf bisweilen fast verkehrsleeren Alleen nach Burg und Lübben (zweite längere Pause), also ins Spreewaldgebiet, danach wieder Richtung Norden - Strausberg bot den letzten langen Halt. "So zwischen 3 und 4 Uhr gab es doch mal so einen kleinen Nackenschlag bei leeren Straßen durch die Nacht. Aber bei einem Tempo von durchschnittlich fast 30 km/h mussten wir praktisch immer hellwach sein", erzählte Raik Mickein später im Ziel, nachdem er schnell zum alkoholfreien Bier und zu einem Stück Melone gegriffen hatte.

Gegen halb sieben morgens hatte sich aus Angermünde eine zweite, fünfköpfige Gruppe aufgemacht, um in Strausberg um 10.15 Uhr den Pulk "abzuholen", was fast auf die Sekunde klappte, und mit ihm gemeinsam die 75 Kilometer bis ins Ziel zu meistern. Damit hatten Martina Löhrs, Gabriele Stäudten, Uwe Straßburg, Werner Ehrlich und Holger Radloff letztlich auch stattliche 150 Rad-Kilometer in den Beinen. Zum Schluss wurde aus dem Schröder-Duo noch ein Quartett: Der siebenjährige Connor strampelte die letzten Kilometer mit, die vierjährige Casey gesellte sich auf der Zielgeraden hinzu.

Alle kamen geschafft, aber wohlbehalten an. "Siehst besser aus, als im vergangenen Jahr", nahm "Eddy" alias Wolfgang Baumüller (64) als beiläufiges Kompliment entgegen. Auch die Begleiter in zwei Fahrzeugen (Monika Baumüller, Eberhard "Erbse" Schneider, Hans-Jürgen Fiedler und Uwe Wetzig) hatten diese besondere Tour - 16 Stunden bei Tempo 30 am Lenkrad (!) - überstanden. Nun warteten die Dusche und viele Helfer, um den Marathon-Radlern die erste Erholungsphase so angenehm wie möglich zu gestalten. Besonders sei an dieser Stelle Tino Heider von der Greiffenberger Feuerwehr erwähnt: Er stand hinter dem Grill und brutzelte Steaks und Bratwurst - und das an seinem 28. Geburtstag! "Das ist hier meine Feier", wollte er von einem "ganz besonderen Engagement" eigentlich so gar nichts wissen. Nur seine Freundin forderte rasch noch ein: "Heute Abend gehen wir aber doch beide essen, oder?"

Erlöse aus dem vorabendli-chen Verkauf durch die Greiffenberger Feuerwehr, vom Freiluft-Haareschneiden durch Elke Baumüller-Ertel, aber auch durch äußerst großzügige Spenden der Radsportler selbst sowie Erlöse aus dem Flohmarkt, dem Kuchen- und Kaffeeverkauf erbrachten am Ende großartige 1030 Euro.

"Die werden wir gern für das Renovieren unserer Caféteria im Haus nutzen", teilte eine überglückliche Kornelia Schlender, welche die Lebenshilfe "Haus am Kloster" leitet, am Dienstag nach dem Geld-Auszählen mit. Vielleicht können wir auch noch das eine oder andere Möbelstück für den Raum anschaffen.

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