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Altlüdersdorfer Landwirte sehen optimistisch in die Zukunft

Optimistischer Blick: Agrar-Geschäftsführer Bernd Götz (links) informierte Bernd Lüttmann über seinen Betrieb.
Optimistischer Blick: Agrar-Geschäftsführer Bernd Götz (links) informierte Bernd Lüttmann über seinen Betrieb. © Foto: Martin Risken/GZ
Martin Risken / 09.08.2017, 18:45 Uhr
Altlüdersdorf (GZ) Der Chef der Wentowsee Agrar- und Tierzucht GmbH Altlüdersdorf, Bernd Götz und sein Stellvertreter Bernd Wunderlich, haben gelernt, aus der ehemaligen LPG einen profitabel Landwirtschaftsbetrieb zu machen. Und das trotz aller Bürokratie. Ihr Vorteil ist es, dass sie Pflanzen- und Tierproduktion so gut aufeinander abgestimmt haben, dass sie schwierige Zeiten besser überstehen können. Selbst niedrige Milchpreise zwangen sie nicht in die Knie. Und das bei einem Jahresumsatz von sechs Millionen Euro und der Verantwortung für 44 Mitarbeiter.

Angenehm überrascht zeigte sich bei seiner Sommertour der SPD-Landtagsabgeordnete Björn Lüttmann von dem Unternehmergeist, der in Altlüdersdorf gepflegt wird. Obwohl Götz und Wunderlich die Biolandwirtschaft für einen Irrweg halten, haben sie es mit ihrer konventionellen Landschaft geschafft, fürs Tierwohl zu sorgen. "Wenn sich die Tiere bei uns nicht wohlfühlen, dann bringen sie auch keine Leistung", weiß Bernd Wunderlich. Und Bernd Götz ergänzt: "Warum sollte ein Bauer Antibiotika einsetzen, wenn er nicht muss. Das ist doch viel zu teuer." Die strikte Einhaltung von Hygienemaßnahmen sorge beispielsweise in der Schweinemast und der Ferkelaufzucht für gesunde Tiere. Und deshalb bekam Lüttmann sie auch nicht zu sehen.

Ärgern tun sich die beiden Landwirte aber über unsinnige Vorschriften zur Tierhaltung oder weltfremde Gerichtsurteile, die mit der Praxis nicht vereinbar seien. Und sollte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) nach der Wahl tatsächlich ins Landwirtschaftsressort wechseln wollen, dann schwant den beiden Landwirten nichts Gutes. "Dann fällt die Landwirtschaft zurück ins 17. Jahrhundert", fürchten sie eher einen Rückschritt. Und sie machten Lüttmann klar, dass sie als Landwirte die SPD schon deshalb für nicht wählbar halten. Der Abgeordnete aber ließ sich davon nicht beeindrucken. Während seiner Sommertour wolle er ja in Erfahrung, wo vor Ort der Schuh drückt. Mit Wahlkampf habe das nichts zu tun.

Kein offenes Ohr hatten die Landwirte für den Vorschlag Lüttmanns, stärker auf Eigenvermarktung zu setzen. Der Aufwand dafür stehe in keinem Verhältnis zum Ertrag, wiesen die Landwirte den Vorschlag zurück. Sie verkaufen ihre Milch lieber an die Molkerei, die schlachtreifen Sauen an den Schlachthof Neuruppin und die Eber wegen des hohen Fettgehaltes nach Polen, während die Ferkel in Nordrhein-Westfalen bei Mästern Absatz finden. An dieser Strategie wollen man festhalten.

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