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Erster Spatenstich für Gemeinschaftsprojekt "Bau- und Wertstoffhof Ahrensfelde"

Millionen-Investition in Blumberg

Kai-Uwe Krakau / 10.08.2017, 20:45 Uhr
Blumberg (MOZ) Für einen Bau- und Wertstoffhof - ein Gemeinschaftsprojekt der Gemeinde Ahrensfelde und des Landkreises Barnim - ist am Donnerstag in Blumberg der erste Spatenstich erfolgt.

Von einer "Investition, die längst überfällig ist", sagte Ahrensfeldes Bürgermeister Wilfried Gehrke in seiner kurzen Ansprache. Nach umfassender Suche habe man auf dem Gewerbegebiet Blumberg nun aber eine Fläche gefunden, die man entwickeln könne. "Wir sind als Gemeinde in den vergangenen Jahren toll gewachsen", betonte der CDU-Politiker. Viel Geld sei in die Entwicklung investiert worden. Dabei habe man aber das Geschaffene nicht so unterhalten, wie es wünschenswert wäre. "Dort haben wir einen Rückstau", bekannte der Verwaltungschef. Mit dem Bau- und Wertstoffhof schaffe man nun einen modernen Dienstleistungsstandort sowie gute Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter. Zudem habe man mit dem Landkreis Barnim einen Partner gefunden, der bereit ist, auf dem Gelände einen Wertstoffhof zu errichten, so Gehrke.

Die voraussichtlichen Kosten gab der Bürgermeister mit rund 3,3 Millionen Euro an. Diese Summe könne sich aber noch erhöhen. "Die letzte Ausschreibung ist noch nicht beendet", sagte der CDU-Politiker. Generell sei es in diesen Zeiten schwer, geeignete Unternehmen zu finden. Von den bisherigen zehn Ausschreibungen seien gerade mal zwei Angebote zurückgekommen, die zudem noch völlig unwirtschaftlich waren. Dies treibe die Preise in die Höhe. Nach der Planungsvorlage war man von Kosten in Höhe von 2,8 Millionen Euro ausgegangen.

"Das ist ein guter Schritt in der Entwicklung der Kommune", betonte Landrat Bodo Ihrke. Der SPD-Politiker blickte ferner in das Jahr 2050. Dann wolle man die gesamte Energie, die benötigt werde, auch im Landkreis erzeugen. Zu dieser Strategie gehöre auch die Erfassung und spätere Wiederverwertung von Wertstoffen. "Unser Ziel ist es, in jeder Gemeinde eine entsprechende Anlage zu bauen", erklärte Ihrke. In Ahrensfelde entstünde der 4. Wertstoffhof, insgesamt müssten es zehn sein.

Der Barnimer Landrat beklagte in den vergangenen ein, zwei Jahren eine zunehmende "Vermüllung" von Wäldern vor allem im südlichen Bereich des Kreises. "Dagegen werden wir massiv vorgehen", kündigte Ihrke an. Dazu gehörten beispielsweise verstärkte Kontrollmaßnahmen der zuständigen Ämter. "Auf der anderen Seite müssen wir aber auch Angebote für die Einwohner schaffen", so der SPD-Politiker. Dies werde nun mit dem Anlage auf dem Blumberger Gewerbegebiet geschehen.

Der Bau- und Wertstoffhof entsteht auf einer rund 17 500 Quadratmeter großen Fläche in unmittelbarer Nähe zum Hellwig-Baumarkt. Den derzeit 15 Mitarbeitern werden auf den Areal künftig 1550 Quadratmeter im Betriebsgebäude zur Verfügung stehen. Es ist mit Büro-, Sozial- und Sanitärräumen sowie einer Garage mit neun Fahrzeugstellplätzen ausgestattet.

Darüber hinaus entstehen eine Werkstatt mit Hebebühnen sowie verschiedene Lagerflächen. Im oberen Stockwerk des Gebäudes gibt es eine Werkswohnung. Im Außenbereich werden zusätzlich ein Lkw-Waschplatz, Lagerboxen, Geräteschuppen sowie eine Stiefelwaschanlage gebaut. Bisher ist der Ahrensfelder Bauhof auf fünf Standorte, darunter Scheunen und Baracken, im gesamten Gemeindegebiet verteilt.

Der Wertstoffhof wird von der Gemeinde errichtet und an die Barnimer Dienstleistungsgesellschaft verpachtet. Mit Hilfe einer Pkw-Rampe können dort Abfälle aus Haushalten in Kleinmengen bis zu zwei Quadratmeter abgeliefert werden.

Zum Termin der Fertigstellung heißt es aus der Verwaltung, der "Bauprozess" solle im Juni 2018 abgeschlossen sein.

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Wolfgang Dr. Unger 11.08.2017 - 16:01:07

Die finanzielle Fahnenstange ist noch nicht erreicht

Zu Millionen – Investition in Blumberg Die Millionen-Investition zeigt das finanzielle Planungschaos und die keiner Ortsentwicklungsstrategie folgenden Prioritätensetzung in dieser Gemeinde. Dieser Bau- und Wertstoffhof kostet der Gemeinde jetzt schon 4,3 Millionen Euro und die finanzielle Fahnenstange ist noch nicht erreicht. Die geplanten Baukosten haben sich nahezu verdoppelt. Darauf muss der Bürgermeister wahrlich nicht stolz sein. Und auch auf die Lage des auserwählten Grundstücks mit Zugang für die dort Beschäftigten und Bürger über die B 158 nicht. Wären die Ahrensfelder Bürger nach den Investitionsprioritäten im Zusammenhang mit der angestrebten Bevölkerungsentwicklung befragt worden, ständen die Themen Schule und Kita ganz oben. Genau hier hat es die Gemeinde versäumt, rechtzeitig zu investieren. Unsere Kitas sind schon jetzt knacke voll. Und wer schickt schon gerne seine Kinder in eine fünfzügige Grundschule mit über 700 Schülerinnen und Schüler über die B 158 in die Randlage Blumberg.

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