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Die halbe Verwandtschaft suchte den Besitzer / Ausgerissene Tiere nun wieder bei ihrem Herrchen

Jäger rettet Jagdhunde

Pause bei Familie Dähn: Die zwei Ausreißer schauen etwas betrübt drein. Sie vermissen ihr Herrchen.Foto: Stefan Dähn
Pause bei Familie Dähn: Die zwei Ausreißer schauen etwas betrübt drein. Sie vermissen ihr Herrchen.Foto: Stefan Dähn © Foto: Stefan Dähn
Eva-Martina Weyer / 12.08.2017, 06:40 Uhr
Mescherin (MOZ) Das Ausbüchsen zweier Jagdhunde aus Polen hat ein glückliches Ende genommen. Der Mescheriner Jäger Eitel Dähn war gerade auf der Jagd, als er die Tiere auf dem Plattenweg durch die Felder in Richtung Geesow entdeckte. Die Hunde waren Jagdhunde, das sah Eitel Dähn auf den ersten Blick. Er selbst hält seit 50 Jahren Jagdhunde und wusste, was zu tun ist. "Ich habe sie angesprochen, festgemacht und mitgenommen. Mir haben die Hunde leid getan."

Wie sich herausstellte, handelte es sich um eine Deutsch-Drahthaarhündin mit grau-braunem Fell und einen Jagdterrier mit schwarz-roter Färbung. Beide waren ungefähr drei Jahre alt und sehr zutraulich.

"Die Hunde hatten ein gutes Sozialverhalten, waren gepflegt und offenbar an Menschen gewöhnt", erinnert sich Eitel Dähn. Bei sich zu Hause auf dem Hof stellte er ihnen erst einmal Wasser hin. Dann gingen die Nachforschungen los: Wem gehören die Tiere? Der Jäger telefonierte mit Jagdfreunden in der ganzen Uckermark. Die halbe Verwandtschaft half mit, die Kontakte gingen bis Frankreich. Einen Hinweis auf den oder die Besitzer gab die Tätowierung "297 K" im Ohr der Drahthaarhündin. Diese Tätowierung ist vor allem in Dänemark, in Polen und in der Schweiz üblich. "Vielleicht haben ja die Besitzer einen Ausflug nach Mescherin gemacht und die Hunde sind ausgerissen", vermutete Eitel Dähn. "Die B2 ist für sie sehr gefährlich." Er brachte die Hunde über Nacht in seiner Garage unter. "Die waren stubenrein", staunte er.

Weil er aber den Besitzer nicht ausfindig machen konnte, übergab er die Hunde dem Ordnungsamt Gartz. Das Amt Gartz nahm Kontakt zum Tierheim Ladeburg im Landkreis Barnim auf. Dorthin wurden die Tiere gebracht. Währenddessen veröffentlichte das Amt Gartz Fundmeldungen auf Deutsch und Polnisch im Internet und in polnischen Zeitungen. Und siehe da, der Besitzer las die Meldung. Er stammt aus Kolbaskowo in Polen, das nahe dem Grenzübergang Rosow liegt.

Der Besitzer fuhr sofort nach Ladeburg. Beide Hunde gehören ihm. Das Trio ist nun wieder vereint und Eitel Dähn froh. Er weiß, wie traurig man sein kann. "Im vergangenen Jahr hatten wir unsere Hündin vermisst und erst nach vier Tagen wiedergefunden. Sie war noch sehr unerfahren."

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