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Schloss-Investor erläutert seine Pläne

Mag keine "ungelegten Eier": Hermann Waldner realisiert lieber Visionen, neuerdings in Dannenwalde und Seilershof.
Mag keine "ungelegten Eier": Hermann Waldner realisiert lieber Visionen, neuerdings in Dannenwalde und Seilershof. © Foto: privat
Thomas Pilz / 12.08.2017, 08:56 Uhr
Dannenwalde (GZ) Das Schloss in Dannenwalde wird seit einigen Jahren zielstrebig saniert - Eigentümer Hermann Waldner realisiert das Projekt freilich ohne Aufsehen. Geduld und Bescheidenheit bestimmen sein Handeln auch in Seilershof bei der Wiederbelebung des Hotels am Wentowsee. Vor einigen Tagen konnten sich die Beiräte beider Orte ein Bild von den Projekten machen. Redakteur Thomas Pilz hatte aus diesem Anlass Gelegenheit, mit dem Unternehmer ein Interview zu führen.

Herr Waldner, was war vor einigen Jahren der Auslöser für Sie, sich nach Dannenwalde zu begeben, um weite Teile des Schlosses zu sanieren? Gab es persönliche Gründe oder Verbindungen, die Sie zu der Entscheidung veranlassten?

Es war zunächst reiner Zufall, dass mir, bereits schon spät in der Nacht, über das Internet die Verkaufsanzeige für das Schloss Dannenwalde ins Auge gesprungen ist.Was dann wieder weniger zufällig ist: Meine ersten 18 Lebensjahre habe ich in eher einfachen Verhältnissen auf einem kleineren Bauernhof verbracht. Trotz der vielen Jahre in Berlin ist mir die Faszination von Feld, Wald, Wiese und Wasser nicht verloren gegangen und so ist es kein Zufall, dass mich diese schönen Dörfer in dieser tollen Landschaft angezogen haben. Schon als Kind habe ich mit meinem Vater viele Schlösser, Burgen und alte Klöster besichtigt, so dass schon sehr früh mein Interesse für Geschichte und die alte Baukultur in Deutschland und Europa geweckt wurde. Ich bin dabei weniger Geschichtstheoretiker, sondern eher auf der romantischen Seite des Geschichtsempfindens. Ich liebe es, mich fantasievoll in frühere Lebensweisen und Denkweisen hinein zu versetzen.

Hatten Sie seinerzeit eine Vorstellung davon, welche denkmalschützerischen Konsequenzen die Erneuerung mit sich bringt?

Da ich in Berlin bereits seit 1991 ein denkmalgeschütztes Gebäude besitze, war es mir ungefähr klar, worauf ich mich da einlasse.

Dannenwalde ist ein Dorf mit wechselvoller Geschichte, reizvollen Details wie der Kirche am Weg und einer belebten B-96-Anbindung. Welche Möglichkeiten sehen Sie für das Schloss in dieser Situation und in welcher Weise spielt die Öffentlichkeit bei der Nutzung künftig eine Rolle?

Ich denke, das Schloss wird ein entscheidender Impulsgeber für das doch etwas vor sich hin schlummernde Dannenwalde sein, an dem die Touristen bislang nur über die B 96 und mit der Bahn vorbeifahren.Beide Häuser (auch das Hotel am Wentowsee, d.Red.) sollen zusammen wirkend ein Angebot für Veranstaltungen und Events aller Art werden. In freien Zeiträumen soll es auch Führungen und Tage der offenen Tür für Dorfbewohner, Touristen und andere Interessierte geben. Sicher wird auch im Laufe der Zeit der eine oder andere Arbeitsplatz entstehen.

Auf bemerkenswerte Weise gehen Sie nicht hausieren mit Ihren Vorhaben. Umso größer ist die Neugier bei Einheimischen. Interessierten Mandatsträgern der Ortsteile Dannenwalde und Seilershof gewährten Sie Einblick in ihre Pläne. Haben Sie den Eindruck, auf ein positives Echo gestoßen zu sein?

Ich habe den sicheren Eindruck gewinnen können, dass die Aktivitäten, Investitionen und die daraus folgenden neuen Chancen für Dannenwalde und Seilershof sehr wohl gesehen und mit Freude begrüßt werden.

Das Hotel am Wentowsee hat nach der Wende etliche Betreiber kommen und gehen sehen. Welche Ziele verfolgen Sie mit diesem Projekt, was lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt sagen?

Im Haus "Hotel am Wentowsee" sollen komfortable Übernachtungsmöglichkeiten durch die Hotelzimmer und die Ferienwohnungen angeboten werden. Im Restaurant soll eine Restauration mit guter, aber auch bezahlbarer Qualität entstehen.

Einen "Shuttleverkehr" auf dem Wasser zwischen Kleinem und Großem Wentowsee möchten Sie etablieren. Wie sieht es mit der zeitlichen Abfolge bei dem Vorhaben aus, welche Prioritäten setzen Sie insgesamt?

Ja, das mit dem Bootsschuttle habe habe ich als Vision ins Spiel gebracht, aber ich weiß, bis zur Zustimmung aller Beteiligten und einer daraus folgenden Genehmigung wird noch einiges Wasser die Wentowseen hinab fließen müssen. Ich bin ansonsten kein Freund von Vorab-Ankündigungen, also von "ungelegten Eiern".

Wie nehmen Sie die Region eigentlich aus der Entfernung wahr?

Für mich waren Dannenwalde und Seilershof von Anfang an das Eingangstor oder der Beginn dieser tollen Landschaften, die weit überwiegend aus Wald, Seen und Wiesen bestehen, ohne dass dabei Berlin zu weit wegrückt.Insbesondere in der Verantwortung für einen Betrieb mit 220 Mitarbeitern ist es ein gutes Gefühl, notfalls in ungefähr einer Stunde zurück im Betrieb in Berlin sein zu können. Darüber hinaus habe ich den Eindruck, dass immer mehr Stadtbewohner, besonders aus der Metropolenregion Berlin, diese nahe gelegenen Schönheiten entdecken. Man spürt es besonders in Seilershof ganz deutlich, dass dieses Interesse ständig wächst.

Selbst der lange Zeit verwaiste kleine "Geisterort" Fischerwall mit seinen schönen ehemaligen Kurgebäuden an der B 96 zwischen Dannenwalde und Seilershof fängt an, wieder lebendig und bewohnt zu werden.

Der sehr gute Kontakt zum Amtsdirektor Frank Stege, den Ortsvorstehern und anderen Repräsentanten der Stadt Gransee und den beiden Dörfern, geben mir ein gutes und sicheres Gefühl, hier zu investieren und unternehmerisch tätig zu sein.

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