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Ilka Knispel aus Berkenbrück züchtet seit drei Jahren Zebus / die asiatischen Kleinrinder sind bei Feinschmeckern wegen ihres Fleisches begehrt

Wellnessbürste und Medizinball für Bulle Anton

Leckerli für Zebukuh Emmi: Ilka Knispel füttert die Kleinrinder zur Abwechslung auch mit Süßkartoffelkraut.
Leckerli für Zebukuh Emmi: Ilka Knispel füttert die Kleinrinder zur Abwechslung auch mit Süßkartoffelkraut. © Foto: MOZ/Bettina Winkler
Bettina Winkler / 13.08.2017, 08:46 Uhr
Berkenbrück (MOZ) Emmi mit dem hellbraunem Fell und den stattlichen Hörnern kaut genüsslich am Süßkartoffelkraut. Die Zebu-Kuh gehört zur fünfköpfigen Herde, die Ilka Knispel aus Spaß an der Freude seit drei Jahren hält. Kommt die Berkenbrückerin nach einem langen Arbeitstag im Büro der Frankfurter Brauerei nach Hause, wird die 44-Jährige durch lautes Muhen ihrer fünf asiatischen Kleinrinder, die ursprünglich vom Auerochsen abstammen, begrüßt.

Dörte, Milka, Emmi, Dolly und Bulle Anton verlangen dann ihre täglichen Streicheleinheiten. Dabei hat Ilka Knispel stets das stattliche Gehörn im Auge. Ein unbeabsichtigter Stoß kann schon schmerzhaft sein und blaue Flecken verursachen. "Die kleinen Rinder sind genügsam, ruhig und friedlich", sagt Ilka Knispel. Auf die Zebus gekommen ist sie bei der Suche nach einem tierischen Rasenpfleger. Ihr Mann René und sein Kumpel haben die Kleinrinder, die in Deutschland wegen ihres schmackhaften Fleisches und der einfachen Haltung immer mehr gezüchtet werden, schließlich aus der Bremer Gegend nach Berkenbrück geholt. Dort leben die Tiere das ganze Jahr über draußen. Bei sommerlicher Hitze suchen die Zebus gern Abkühlung im Offenstall. Fürs Wohlbefinden gibt es auf dem Gelände eine Wellnessbürste und einen Medizinball zur Beschäftigung. "Unser Bulle Anton schießt gern den Ball durch die Gegend", sagt die Berkenbrückerin schmunzelnd.

Zudem haben die Zebus mit 1000 Litern Wasser wöchentlich - gefördert durch eine Pumpe aus dem Grundwasser - ziemlichen Durst. Beim Futter sind sie wählerisch: Jede Menge Heu, getrocknetes Brot, Möhren, Äpfel und Kartoffeln werden bevorzugt. "Ich benötige jede Woche einen großen Ballen Heu, das geht ganz schön ins Geld", sagt Ilka Knispel und freut sich über jede Futterspende. Möhren und Äpfel haben die Besucher, die regelmäßig zum Streicheln der Tiere kommen, immer dabei. "Aus dem Wohnheim kommt öfter eine Frau mit klein geschnittenen Möhren, die unsere Emmi besonders ins Herz geschlossen hat", erzählt die Hobby-Züchterin. Sehr begehrt bei Gartenfreunden ist der Rinderdung, der bei Knispels reichlich anfällt.

Jedes Jahr kommt nach neun Monaten Tragezeit Nachwuchs zur Welt. Die Kälbchen werden bis zu 12 Monate gesäugt. Kurz nach der Geburt stanzt Ilka Knispel mit einer Zange zur Registrierung Ohrmarken ein. "Das tut mir dann immer selbst weh", gesteht die Züchterin, die mittlerweile mit ihren Zebus eine Attraktion in der Spree-Gemeinde geworden ist.

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