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Fangemeinde erweist Erwin Strittmatter die Ehre

Erwin Strittmatter begeistert die Menschen noch immer: In Dollgow gedachten sie dem Schriftsteller, der heute vor 105 Jahren geboren wurde.
Erwin Strittmatter begeistert die Menschen noch immer: In Dollgow gedachten sie dem Schriftsteller, der heute vor 105 Jahren geboren wurde. © Foto: Martin Risken/MOZ
Martin Risken / 13.08.2017, 18:45 Uhr
Dollgow (ris) Selbst die Sommerferien können die Schüler des Strittmatter-Gymnasium Gransee nicht davon abhalten, ein kleines Programm zu Ehren von Erwin Strittmatter aufzuführen. 105 Jahre alt wäre der Schriftsteller am heutigen Montag geworden, der zusammen mit seiner Frau Eva in Schulzenhof bei Dollgow gelebt hatte.

Schon am Sonnabend wurde in Dollgow gefeiert, fanden sich mehr als 80 Gäste im Gasthaus "Seelig" ein. Der Heimatverein Dollgow hatte den literarischen Nachmittag vorbereitet, zu dem Stechlins Bürgermeister Wolfgang Kielblock auch Jakob und Ilja Strittmatter aufs Herzlichste begrüßte, nicht ohne eine Anekdote zum Besten zu geben. Eine der vielen Geschichten, die Kielblock auf Lager hat und mit denen er sich wehmütig an die Strittmatters erinnert, die er persönlich kannte. Viele im Saal verbinden persönliche Begegnungen mit dem Schriftsteller-Ehepaar.

Erwin Strittmatters Liebe zu Pferden wird in seinem Jugendbuch "Pony Pedro" deutlich, aus dem Lehrerin Kathrin Bartel ein Kapitel ausgewählt hatte, das sie leidenschaftlich vorlas, sodass die Erzählkunst Strittmatters besonders gut zur Geltung kam.

In der 1959 erschienenen Pferdenovelle ist auf unterhaltsame Art auch so manches von Strittmatters poetischer Weltsicht und Dichterexistenz und nebenbei auch vom DDR-Alltag auf dem platten Lande zu erfahren. Noch mehr über den Jubilar verriet das fiktive Interview, das sich Jannis Poltier, Michelle Tornow und Sarah Suleiman ausgedacht hatten. Denn die Antworten basierten sehr wohl auf Fakten, stellte Kathrin Bartel klar. Sie wurden aus Briefen und anderen Unterlagen herausgefiltert, um sie auf unterhaltsame Art zu präsentieren.

Nicht weniger unterhaltsam endete der erste Teil der Geburtstagsfeier. "Kein schöner Land" stimmte Jannis Poltier mit seiner Gitarre an. Das Publikum sang begeistert mit. Selbstverständlich gab es auch Kaffee und Kuchen. Letzteren hatten die Frauen des Heimatvereins frisch gebacken. Nach der Pause wurde "Tinko", der Defa-Film nach dem gleichnamigen Roman von Erwin Strittmatter, aufgeführt, den Jakob Strittmatter für diesen Nachmittag eigens besorgt hatte.

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