Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Gielsdorfer Ortsförderverein hält die Fäden in der Hand, sammelt Spenden und Sponsoren

Im guten Miteinander gefeiert

Irina Voigt / 14.08.2017, 07:30 Uhr
Gielsdorf (MOZ) Drei Tage lang feierten die Gielsdorfer mit vielen Gästen ihr traditionelles Sommerfest. Mit Konzert in der Kirche, Erbsensuppe aus der Gulaschkanone, Kinderprogramm und einer bunt geschmückten Treckerparade bis zum Feuerwerk um Mitternacht und immer wiederkehrendem Regen.

"Man wächst zusammen", sagt Neu-Gielsdorfer Detlef Zelinski. Das funktioniere auch bei Festen und Feiern und nicht nur bei der Arbeit. Zelinski ist vor zehn Jahren nach Gielsdorf ins eigene Haus gezogen und war schon bald mittendrin. Auch im Ortsförderverein ist er Mitglied. "Ohne den würde gar nichts gehen", sagt er. "Und ohne Sportverein und Feuerwehr auch nicht", fügt Vereinsvorsitzender Wilhelm Semmler hinzu. Gemeinsam werden hier die beliebten Feste übers Jahr vorbereitet und gemeinsam wird auch gefeiert. Wobei man im Ortsförderverein vor allem fürs Sammeln von Spenden und Sponsoren zuständig sei, wie Semmler berichtet.

Den Ortsförderverein, unter dessen Obhut auch der Uhrenturm vor dem Verfall gerettet wurde, gibt es seit 2002. Er war wenige Monate nach der Fusion von Gielsdorf von der eigenständigen Gemeinde zum Ortsteil der Stadt Altlandsberg gegründet worden. Seine Mitglieder stellten sich von Anfang an der Aufgabe, für den Erhalt des dörflichen Gemeinschaftslebens zu sorgen. Die langjährige Vereinsvorsitzende vor Wilhelm Semmler, Sigrid Abendroth, war Anfang des Monats von Bürgermeister Arno Jaeschke und Stadtverordnetenvorsteher Ravindra Gujjula für ihre ehrenamtliche Tätigkeit bis 2014 an der Spitze des Ortsfördervereins mit der Ehrennadel der Stadt in Bronze nebst Eintrag ins Ehrenbuch ausgezeichnet worden. "Allein hätte ich nichts bewegt", hatte sie damals in der ihr eigenen Bescheidenheit erklärt, ihrerseits allen gedankt, die aktiv mitgezogen hätten. "Und im Ortsbeirat baut man auf unsere Hilfe und Mitarbeit", ist man sich im Ortsförderverein sicher.

Und da kann sich Ortsvorsteher Günter Sparchholz darauf verlassen. Der eröffnete das Fest Sonnabendvormittag im durchdringenden Nieselregen und zeigte sich optimistisch, dass der Himmel bald aufklaren würde. Womit er Recht behalten sollte - zumindest zeitweise.

Ein trockenes Plätzchen hatte der Kirchenchor zum Konzert am Freitagabend vor rund 60 Zuhörern in der Kunstkirche. An den Wänden hängen noch die Fotos aus aller Welt der jüngsten Ausstellung. Uwe-Peter Eckert, Pfarrer i. R., kennt in der Kirche jeden Balken, auch schon aus der Zeit, bevor sie zur Kunstkirche avancierte. Von 1964 bis 2000 war er hier der Pfarrer, und auch heute noch ist der über 80-Jährige bei Taufen, Hochzeiten und Veranstaltungen dabei. "Wir haben 1966 mit der Rekonstruktion der maroden Balken angefangen", erinnert er sich. Allerdings seien die Mittel aus DDR-Zeiten heute nicht mehr tragbar. Und so musste 2000 noch mal grundlegend saniert werden. Mit Fördermitteln, die für die Gielsdorfer aus heutiger Sicht von Vorteil sind: Ausstellungen, Konzerte - "so weit wir sie uns im Dorf leisten können", sagt Eckert - und andere Veranstaltungen haben in der Kirche eine Heimat gefunden.

Während sich das bunte Kinderkettenkarussell noch unbeachtet im Nieselregen dreht, stehen die Gielsdorfer geduldig in der Schlange. Sie warten, dass die Gulaschkanone endlich aufgebaut ist und die Erbsensuppe ausgeteilt wird.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG