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Landkreis fordert die Gemeinden auf, sich bis Ende Oktober zu entscheiden

Gelber Sack oder Gelbe Tonne?

Margrit Meier und Irina Voigt / 15.08.2017, 06:00 Uhr
Fredersdorf-Vogelsdorf/Petershagen-Eggersdorf (MOZ) Am 31. Dezember nächsten Jahres endet der Vertrag zur Entsorgung der Gelben Säcke aus den Haushalten. Nun wird in den Kommunen diskutiert, ob man eine Fortführung möchte, oder lieber die Gelegenheit nutzt, auf Gelbe Tonnen umzusteigen.

Durch das neue Verpackungsgesetz wird den Kommunen ein erhöhtes Mitspracherecht eingeräumt. Von dieser Möglichkeit möchte der Landrat Gebrauch machen. Im Landkreis erfolgte die Sammlung von Leihverpackungen überwiegend über die "Gelben Säcke". In der Vergangenheit gab es von Bürgern immer wieder Anfragen an den Landkreis, ob die Sammlung nicht über die "Gelben Tonnen" erfolgen könne. "Wir haben diese Frage immer wieder bei unseren Neubürgerempfängen gestellt bekommen", bestätigt Ordnungsamtsleiter Johannes Kliegel aus dem Doppeldorf. Bei ihm ist das Schreiben des Kreises auch eingetroffen, worin darum gebeten wird, bis 31. Oktober Stellung zu nehmen, ob künftig die Wertstoffsammlung über die gelben Tonnen oder weiter über die gelben Säcke erfolgen soll. "Wir werden diese Frage an den Ortsentwicklungsausschuss weitergeben, der dann darüber im September befinden soll", sagt Kliegel. Könnte er entscheiden, dann fiele sein Votum klar für die Tonne aus, denn auch die gelben Säcke sind ja schon wieder Plastemüll, der eigentlich vermieden werden soll. So eine Tonne halte viel länger und wenn der 14-tägige Abfuhrturnus beibehalten werde, müsste so eine Tonne auch ausreichen. Hinzu käme, dass Krähen und Waschbären, die die Säcke gern mal nach Essbarem plündern, keine Chance mehr hätten, den Inhalt auf der Straße zu verstreuen.

In Fredersdorf-Vogelsdorf beschäftigt man sich mit dieser Thematik seit einer ganzen Weile. Schon voriges Jahr hat die Bürgerinitiative Vogelsdorf darüber diskutiert. Und nicht nur das. Eine Befragung von Teilnehmern einer Versammlung hatte ergeben, dass sich eine deutliche Mehrheit der Anwesenden für den gelben Sack ausgesprochen hatte. Aber der Vogelsdorfer Bürgerbeirat wollte noch einer größeren Anzahl Einwohner eine Mitsprachemöglichkeit einräumen und schlug vor, in Verbindung mit der Bundestagswahl im September die Bürger abstimmen zu lassen. "Dazu hätte der Entsorgungsbetrieb Märkisch-Odertland (EMO) lediglich seine Entscheidung etwas nach hinten verschieben müssen", argumentierte Rainer Wallat, Vorsitzender des Bürgerbeirates Vogelsdorf.

Derweil hat auch die Gemeindeverwaltung das Für und Wider abgewogen und den Gemeindevertretern zur Entscheidung vorgelegt. Es könnte sauberer werden an den Straßenrändern, wenn die Verpackungsreste in Tonnen und nicht mehr in witterungsanfälligen Säcken abgelegt würden. Tiere hätten keine Chance mehr, die Säcke zu zerreißen und den Abfall zu verteilen. Auch müssten sich die Bürger nicht mehr um die Beschaffung von Säcken bemühen und die Aufbewahrung der Verpackungsabfälle bis zur Abholung wäre sicherer und geschützter.

Die Befürworter der Gelben Säcke hingegen argumentieren, dass die Tonnengröße nicht so flexibel wäre, wie mehrere Säcke und sie befürchten, dass eine Veränderung des Entsorgungsturnusses von jetzt drei möglich auf vier Wochen nicht akzeptabel sei. Allerdings wird im Schreiben des Landkreises darauf verwiesen, dass der 14-tägige Turnus auch beibehalten werden kann. Ein weiteres Argument gegen die gelbe Tonne ist bei einigen, dass neben der Restmüll- und Papiertonne dann auch noch für die Wertstofftonne ein Platz auf dem Grundstück eingerichtet werden müsste.

Die Entscheidung der Gemeindevertreter in Fredersdorf-Vogelsdorf war deutlich: Elf wollten die Tonne, sechs waren dagegen. Allerdings setzten sie als Hinweis dazu, dass sich der Abholrhythmus nicht verändern dürfe.

In Hoppegarten sind die Bürger aufgefordert, bis zum 30. September per E-Mail ihre Meinung zu sagen. Und auch die Märkische Oderzeitung will Lesern eine Plattform bieten, sich an dieser Diskussion zu beteiligen. Schreiben Sie uns bis 30. September, was Sie favorisieren: Sack oder gelbe Tonne. Wer sich beteiligen möchte, der kann dies per E-Mail tun oder per Post. Bitte teilen Sie Ihren Namen und den Wohnort mit. Vielleicht haben Sie ja Argumente, die noch nicht genannt wurden.

Kontakt: neuenhagen-red@moz.de oder schriftlich an Märkische Oderzeitung, Hauptstraße 6, 15366 Neuenhagen bei Berlin; hinweise@gemeinde-hoppegarten.de (für Hoppegartener);

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