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Neue Trocknungsanlage für Gülle in Buchholz / 23. September Tag der offenen Tür

Gülle ohne Gestank aufs Feld

Geruchsloser Öko-Dünger: Anlagenleiter Klaus-Dieter Krüger zeigt das feste, krümelige Substrat, das das Fließband verlässt, wenn Gärreste aus der Biogasproduktion bei knapp 90 Grad Celsius getrocknet werden.
Geruchsloser Öko-Dünger: Anlagenleiter Klaus-Dieter Krüger zeigt das feste, krümelige Substrat, das das Fließband verlässt, wenn Gärreste aus der Biogasproduktion bei knapp 90 Grad Celsius getrocknet werden. © Foto: MOZ/Annemarie Diehr
Annemarie Diehr / 15.08.2017, 06:30 Uhr
Buchholz (MOZ) Um die Effektivität ihres Biogaswerks weiter zu steigern, trocknet die agrarfrisch-Firmengruppe in Buchholz jetzt Gülle. Aus Gärresten und Hitze entsteht dabei geruchsloser Dünger, der bald auch im Baumarkt zu haben sein soll.

Noch ist das, was auf einem blauen Förderband passiert, Probe. "Hier werden die Gärreste getrocknet", sagt Hans-Georg Meise, Geschäftsführer der Buchholzer Bioenergie GmbH. Anfang September jedoch soll der nächste Schritt in Richtung Zukunft getan sein - dann geht in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Kuhställen der Fürstenwalder Agrarprodukte GmbH eine Trocknungsanlage in Betrieb, die aus stinkender Gülle beinahe geruchslosen Dünger macht.

Gärreste, die in der Biogasanlage nebenan nach der Vergärung von Gülle und Maissillage zurückbleiben, werden in ihr zu festem, krümeligen Substrat getrocknet. Die dafür benötigte Wärmeenergie erzeugt der Motor, mit dem aus Biogas elektrische Energie gewonnen wird. "Eine zukunftsweisende Technologie", nennt Meise die neue Anlage. Nicht nur arbeite sie vollautomatisch per Steuerung über das Smartphone, sondern auch klimaneutral. "Schwefelsäure und Wasser waschen die Abluft rein, enthaltenes Ammoniumnitrat wird dem trockenen Substrat zugeführt."

38000 Liter Gülle fallen täglich in den Kuhställen an, 12000 Liter davon sollen künftig getrocknet werden. "15 Prozent Masse bleiben von den Gärresten nach der Trocknung übrig", erklärt Meise. 750000 Euro hat seine Firma in den Bau der neuen Anlage investiert. "Dieselbe Summe hätten wir für ein oder zwei neue Behälter für die flüssigen Gärreste gebraucht."

Denn die neue Düngeverordnung - seit 2. Juni in Kraft - zwingt den Agrarbetrieb zur Lagerung seiner Gülle. Nicht mehr bis Mitte November, sondern nur noch bis Mitte Oktober darf sie auf die Felder gebracht werden. "Unsere jetzige Lagerkapazität reicht dafür nicht aus."

Die getrockneten Gärreste hingegen dürfen Landwirte auch später ausbringen. "Sie stinken nicht - auch nicht bei Regen - und die enthaltenen Nährstoffe können von den Pflanzen sofort aufgenommen werden." An seinem Rasen habe Meise die Vorteile bereits erprobt; irgendwann sollen Kleingärtner den Buchholzer Öko-Dünger auch im Baumarkt kaufen können.

Im April wurde mit dem Bau der Trocknungsanlage samt Halle begonnen; Ende nächster Woche sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein. "Dann kann sich jeder selbst einen Eindruck verschaffen", sagt Meise und lädt zum Tag der offenen Tür am 23.September, von 10 bis 16 Uhr, ein.

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