Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Hunderte Besucher beim Festival / Oderbruch Open Air "OBOA" wurde vor 19 Jahren ins Leben gerufen

Familienatmosphäre in Gorgast

 Die Soulband "James & Black", bestehend aus den beiden US-Amerikanern Bella Black (links) und Bruce James auf der Sonnenbühne am Sonnabendabend. Sie waren eine von 50 Live-Bands, die in englischer, deutscher und polnischer Sprache auftraten.
Die Soulband "James & Black", bestehend aus den beiden US-Amerikanern Bella Black (links) und Bruce James auf der Sonnenbühne am Sonnabendabend. Sie waren eine von 50 Live-Bands, die in englischer, deutscher und polnischer Sprache auftraten. © Foto: MOZ/Josefine Jahn
Josefine Jahn / 15.08.2017, 07:30 Uhr - Aktualisiert 15.08.2017, 14:32
Gorgast (MOZ) Mehrere hundert Besucher waren auch in diesem Jahr wieder nach Gorgast gekommen. Auf dem Gelände des Fort Gorgast bot ihnen das Oderbruch Open Air eine Mischung verschiedener Musikstile. 50 Live-Bands, DJ-Sets, Kino und Workshops gestalteten das Programm.

Ein bisschen sei es, wie ein Familientreffen. Anke Schwerin, unter ihren Freundin als "Frosch" bekannt, freut sich, alte Bekannte wieder zu sehen. Sie gehört zu jenen, die 1998 das Oderbruch Open-Air ins Leben riefen. Damals dachten sich ein paar junge Leute, dass es doch schade sei, das Oderbruch zum Feiern immer verlassen zu müssen. Die großen Festivals fanden immer in Berlin und weiter weg statt - das sollte sich ändern. Ein Festival wurde geboren, für das es noch keinen Namen gab. "Wie nennen wir das Ding?" hatten sich die Veranstalter gefragt, erinnert sich auch Sabine Schilling. Bei der Lage kam man schnell auf "Oderbruch Open Air", kurz: OBOA. Und noch heute treffen sich die Initiatoren von damals mindestens einmal im Jahr, wenn im Bruch - zunächst auf dem Flughafen Neuhardenberg, seit 15 Jahren im Fort Gorgast - gefeiert wird.

Am zweiten Augustwochenende fand im Fort Gorgast wieder das OBOA - Oderbruch Open Air statt. Mehrere hundert Menschen waren gekommen, um zu 50 Live-Bands sowie vielen DJ-Sets zu tanzen, sich auszutauschen und an Workshops teilzunehmen.
Bilderstrecke

OBOA 2017

Bilderstrecke öffnen

Mit der Stimmung sind die beiden Frauen in diesem Jahr zufrieden. "Durch die Vielfalt ist für jeden etwas dabei", sagt Frosch. Tatsächlich ist das Angebot sehr abwechslungsreich. Nicht nur, dass Musikstile von Ska, über Reggae, Rock und Punk bis Funk Gehör finden. Auch die Kreativität kommt nicht zu kurz. In den Kasematten des Forts werden Siebdruck und Lenolschnitt angeboten. "Die Schablonen haben wir schon vorbereitet. Auf die wird wasserfeste Druckfarbe aufgetragen und auf das T-Shirt gedruckt", erklärt Jakob. Er und andere Helfer haben ziemlich viel zu tun, da auch Drucke in Auftrag gegeben wurden. Wer ein eigenes T-Shirt, Jutebeutel oder andere Textilien vergessen hat, kann sich in der Tauschbörse umschauen, Gebrauchtes erwerben oder gegen eigenes Gebrauchtes umtauschen. Der Siebdruck, sagt Jakob, ist eine Solidaritätsaktion. Die 14 Euro je Shirt plus drei bis fünf Euro je Druck gehen zum Großteil an ein mobiles Hospital in Kirgistan.

Video

OBOA - Oderbruch Open Air

Videothek öffnen

"Das Kunst-Angebot finde ich toll. Das können Kinder und auch Erwachsene wahrnehmen", sagt Marietta Schwarz aus Berlin begeistert. Auch die Musikmischung gefalle ihr gut. Aus Leipzig angereist ist die 30-jährige Désierée Treppo. Sie habe von Freunden vom Festival erfahren und schwärmt: "Ich finde es sehr entspannt hier. Das Künstlerische und die Kreativität sind toll - ich fühle mich willkommen." Auf dem Festivalgelände herrscht ein freundlicher Umgang, Unbekannte grüßen einander freundlich beim Vorübergehen. Rivalität gibt es eventuell bei einer Partie Tischtennis im Innenhof oder während des Kneipenquiz, das am Sonnabendnachmittag vor dem DJ-Tresen für internationale Ska Beats ausgetragen wurde. Ansonsten steht das Miteinander im Vordergrund, die Vielfalt nicht nur im Programm, sondern der Menschen, die hier gemeinsam feiern.

Wer des Tanzens müde wird, kann sich zum Beispiel ins Kino zurückziehen oder auf einem der vielen Sitzgelegenheiten auf dem Gelände verschnaufen, dem Treiben vielleicht bei einem Chai Latte zusehen oder vom regionalen Essensangebot probieren.

"Das Gelände ist total geil, die Leute sind super - einfach eine tolle Atmosphäre", sagt Schlagzeuger Paul von der Berliner Band Rapdo ("Rapido"), die zum ersten Mal auf dem OBOA spielte. Die Jungs singen auf deutsch, blieben nach ihrem Auftritt noch, um ihren Musikerkollegen "James & Black" zuzuhören. Das Soul-Duo kommt aus Austin, Texas in den USA. "Jeder Tag ist der beste Deines Lebens und jedes Morgen ist das beste Morgen Deines Lebens", gab Sänger Blues James dem Publikum auf den Weg.

Die beiden Tage am vergangenen Wochenende werden für die Gäste des OBOA mindestens zwei sehr gute gewesen sein.

Mehr Bilder zum Thema auf www.moz.de/fotos

Kommentare

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG