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Visionen eines Schlossherren

Zwischen den Skulpturen seiner Schwester: Groß-Ziethens Schlossherr Rafael von Thüngen-Reichenbach hat Träume.
Zwischen den Skulpturen seiner Schwester: Groß-Ziethens Schlossherr Rafael von Thüngen-Reichenbach hat Träume. © Foto: MZV
Marco Winkler / 15.08.2017, 08:57 Uhr
Groß-Ziethen (OGA) Das Schloss Ziethen liegt mitten im Kremmener Ortsteil Groß-Ziethen, oftmals als kleines Dorf mit einer der schlechtesten Landesstraßen in Oberhavel verkannt. "Dabei gibt es viel mehr zu entdecken", sagt Rafael von Thüngen-Reichenbach.

Seit 2011 ist er Schlossherr des 1994 von seiner Mutter erworbenen und mit viel Herzblut sanierten Barockbaus samt Park. Er hat Visionen für den kleinen Ort. Eine wird gerade verwirklicht: die Hochzeitsallee. Vor gut fünf Jahren wurden die ersten Kastanien am Haardamm gepflanzt. "Hochzeitspaaren habe ich immer einen Baum geschenkt, den sie selbst, teilweise mit der ganzen Familie eingesetzt haben." Die Jungbäume stehen neben bis zu 100 Jahre alten Kastanien. Rund 40 Hochzeiten veranstaltet das Schloss in der Saison. "Kremmen ist eine Hochzeitsgemeinde", so der 55-Jährige. Er führe deshalb gerade "fruchtbare Diskussionen" mit Bürgermeister Sebastian Busse (CDU), die Anzahl der Standesbeamten in Kremmen zu erhöhen.

Seine Hochzeitsallee würde er gern zur Schlossallee ausbauen. Sie könnte bis Schloss Schwante auf der einen und Gut Staffelde auf der anderen Seite reichen. "Der Haardamm ist ja schon vollständig bepflanzt." Die Allee ist ein Stück weit der Versuch, das von der Stadt gepachtete Anwesen in Groß-Ziehen zu verwurzeln. Doch nicht nur die Kastanien sollen eine Verbindung schaffen. Konzerte in der Kirche und im öffentlich zugänglichen Park sowie Lesungen wie vom früheren Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse (SPD) im September tragen zur Dorfgemeinschaft bei. "Es ist der Versuch, das Kulturleben mitzugestalten", so der Schlossherr, der auch den Wirtschaftsaspekt seines Anwesens im Blick hat. "Wir und unsere 23 Mitarbeiter müssen davon leben können." Gerne würde er mehr junge Menschen aus der Region ausbilden. Doch das sei schwierig, besonders was deren Unterbringung angeht.

"Mein Traum ist ein Lehrlingswohnheim in Kremmen. Davon würden alle Gewerke profitieren. Es könnte ein Pilotprojekt werden." Momentan bildet er zwei Vietnamesen zu Restaurantfachkräften aus. Der Kochlehrling kommt aus Kremmen, die Praktikanten aus Weißrussland und der Ukraine.

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