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Voller Saal bei der Präsentation der Festschrift zur 725-Jahr-Feier in Gellmersdorf

Geschichten erzählen Geschichte

Viele heutige und ehemalige Bewohner sowie Interessenten aus Angermünde, Schmiedeberg, Stolzenhagen, Biesenbrow, Berlin und Meichow waren zur Vorstellung der Festschrift durch Uta Thieme und Jens Wolfram ins Dorfgemeinschaftshaus gekommen.
Viele heutige und ehemalige Bewohner sowie Interessenten aus Angermünde, Schmiedeberg, Stolzenhagen, Biesenbrow, Berlin und Meichow waren zur Vorstellung der Festschrift durch Uta Thieme und Jens Wolfram ins Dorfgemeinschaftshaus gekommen. © Foto: MOZ/Kerstin Unger
Kerstin Unger / 16.08.2017, 07:50 Uhr
Gellmersdorf (MOZ) Die Festschrift ist fertig, die 725-Jahr-Feier in Gellmersdorf kann am Wochenende kommen. Bei der Präsentation der Chronik am Freitagabend platzte das Dorfgemeinschaftshaus fast aus den Nähten - ein schöner Vorgeschmack auf das Jubiläum.

Er waren wohl mehr als 80 Menschen vom Kind bis zum Rentner, die an diesem Abend aus allen Ecken des Dorfes und aus anderen Orten herbeiströmten. Auch der Angermünder Bürgermeister Frederik Bewer mischte sich unter die Neugierigen, die das Ergebnis umfangreicher Recherchen von Uta Thieme und Jens Wolfram kennenlernen wollten. Die beiden Berliner, die seit Jahren hier Urlaub machen, sind Grafikdesignerin beziehungsweise Textgestalter. Sie wurden im Mai 2016 gebeten, auf der Grundlage einer einst von Hans-Georg Henning erstellten Chronik eine Festschrift zu erarbeiten, erklärte Andrea Frick vom örtlichen Dorfverein. Zur Finanzierung des Projektes wurde ein Zuschuss bei der Stadt beantragt.

Die Gellmersdorfer waren aufgerufen, Bilder, Dokumente und Aufzeichnungen aus der Vergangenheit zur Verfügung zu stellen. Nach der Sichtung des Materials gingen Uta Thieme und Jens Wolfram daran, zu den Fotos Texte zu erstellen, Interviews zu führen und weiter zu recherchieren.

"Als in diesem Jahr die Korrekturfassung fertiggestellt war, stellten wir fest, dass die Gegenwart fehlt. Es gab wenig Fotos aus der Zeit nach der Wende", sagte Andrea Frick. Um darzustellen, wie es sich heute in Gellmersdorf lebt, wurden kurzerhand die Kinder gebeten, Bilder zu malen. 15 Bilder von Kindern hängen nun an der Wand des Dorfgemeinschaftshauses. Ihnen und allen, die Dokumente eingereicht und Zeit geopfert haben, dankte Andrea Frick im Namen des Dorfvereins.

Einige Geschichten, darunter viele lustige Erinnerungen, stellten die beiden Autoren der Festschrift an diesem Abend vor. Auf Fotos, die an die Wand projiziert wurden, erkannten Alteingesessene noch Vorfahren wieder. Die Autoren der Festschrift erfuhren auch: Es gab hier scharfe Feten in den 1960er- und 1970er-Jahren. Sie selbst, so berichteten Uta Thieme und Jens Wolfram, hätten auch viel über Gellmersdorf und seine Menschen gelernt, zum Beispiel wer mit wem verwandt ist.

Die Dorfbewohner sollten sich in dem Büchlein wiederfinden. "Wir haben die Dorfgeschichte der letzten drei Generationen betrachtet, also vor allem die letzten 75 Jahre", sagte Jens Wolfram. Hier gab es noch Zeitzeugen, die älteste sei weit in den 80er-Jahren. In dieser Zeit gab es zwei große Ereignisse der Weltgeschichte: das Ende des 2. Weltkrieges und den Fall der Mauer.

Die Aufzeichnungen erzählen von schwerer Arbeit. "Aber bei allem haben wir gemerkt: Die Lebensfreude ist geblieben. Das haben wir versucht einzufangen", so der Autor. Sicher sei noch nicht alles erzählt. Die Gellmersdorfer sollen daran denken, Fotos von Festen oder spielenden Kindern mal auszudrucken und Geschichten aufzuschreiben, damit die Jungen die Chronik zur 750-Jahr-Feier fortsetzen können, meinte Andrea Frick.

Während die Anwesenden dann zu Landbrot mit Schmalz und Kräuterbutter eingeladen wurden, gab es die ersten Exemplare der Festschrift zu kaufen. Weitere gibt es am kommenden Sonnabend bei der Jubiläumsfeier, die um 14 Uhr beginnt.

Interessenten für die Festschrift, die 12 Euro kostet, können sich auch beim Dorfverein melden. Kontakt: Annegret Frick Tel. 033338 70093.

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