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Am 26. August rücken die Nachbardörfer für einen Tag näher zusammen

Fähre mit langer Tradition

KIienitzer Fähre: Diese historische Postkarte zeigt, wie die bis 1945 zwischen Kienitz und Hälse verkehrende Fähre ausgesehen hat. Sie wurde vor allem von Landwirten genutzt..
KIienitzer Fähre: Diese historische Postkarte zeigt, wie die bis 1945 zwischen Kienitz und Hälse verkehrende Fähre ausgesehen hat. Sie wurde vor allem von Landwirten genutzt.. © Foto: Heimatstuben Letschin
Ulf Grieger / 16.08.2017, 18:56 Uhr
Kienitz (MOZ) Wenn am 26. August im Rahmen der Tour de MOZ, der Kleinen Friedensfahrt und des Kienitzer Hafenfestes zum ersten Mal wieder eine Fähre die Dörfer beiderseits der Oder verbindet, wird an eine Tradition erinnert, die weit ins 17. Jahrhundert zurückreicht. Denn die Kienitzer Fähre ist bereits aus der Patronatszeit der Familien von der Marwitz und von Pfuel belegt. Erwähnt wurde sie im Zusammenhang mit der Erweiterung des Lehens jenseits der Oder, heißt es in der Festschrift 775 Jahre Kienitz an der Oder. Der einst zu Kienitz gehörende Ortsteil auf östlichem Oderufer hieß damals Piese, das Dorf dahinter Hälse. Seit 1945 ist es polnisch, heißt Porzecze und gehört zur Gemeinde Boleszkowice. Teilnehmer der Fährtouren werden sich am 26. August am Rastplatz Porzecze über die Gemeinde und ihre Entwicklung informieren können. Denn die Tour de MOZ und die Fährfahrten mit der Bez Granic werden von Boleszkowice, Mieszkowice und Letschin unterstützt. Seit 25 Jahren versuchen die Partnergemeinden, die Fährverbindung ähnlich wie in Güstebieser Loose wieder zu beleben.

Historisch belegt sind auch die Erbpachtverträge der Königlich-preußischen Kriegs- und Domänenkammer mit den Fährpächtern Gottfried Kaul und Johann Masche aus dem Jahre 1803. Befreit vom Fährgeld waren "alle in herrschaftlichen Angelegenheiten mit Pässen Reisende, Militärkommandos ohne Unterschied". Ansonsten war Fährgeld zu zahlen: für einen Wagen, ein Pferd oder einen Ochsen ein Groschen. Für ein Schwein, Kalb oder Ziege zwei Pfennige. Für eine ledige Person sechs Pfennige. "Die Überfahrt durfte nicht eher vorgenommen werden, bis drei Groschen Fährgeld sicher waren", zitiert die Kienitzer Festschrift aus der "Deutsche Heimat" von 1925. Im März 1882 gab es ein Fährunglück: Während eines Schneesturms ging die Fähre unter, wobei fünf Menschen und neun Pferde ihren Tod fanden, heißt es dort weiter.

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