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Philipp Welke hat Ballettlehrerin aus Fernost geheiratet / Buckower arbeitet als Koch in Fukui

Deutsch-japanische Verwandtschaft

Erinnerungen an die Zeremonie: Norie Welke, geborene Dojo, und Philipp Welke beschriften in dem Haus seiner Schwester Maria in Buckow Hochzeitsfotos.
Erinnerungen an die Zeremonie: Norie Welke, geborene Dojo, und Philipp Welke beschriften in dem Haus seiner Schwester Maria in Buckow Hochzeitsfotos. © Foto: MOZ/Jörg Kühl
Jörg Kühl / 17.08.2017, 20:27 Uhr
Buckow (MOZ) Familie Welke aus Buckow ist jetzt in zwei Kulturen zu Hause: In der deutschen - brandenburgischer Ausprägung - und in der japanischen. Seit wenigen Monaten sind Philipp Welke und Norie Welke, geborene Dojo, ein Ehepaar.

Kennengelernt hatten sich die beiden während ihrer Arbeit in einem japanischen Restaurant in Berlin. Der Buckower arbeitete dort als Koch, seine jetzige Frau als Beiköchin. Eigentlich ist Norie Welke Lehrerin für klassisches und zeitgenössisches Ballett, sie war 2014 nach Berlin gekommen, um den klassischen Tanz europäischer Prägung kennenzulernen und zu studieren. In dem Restaurant verdiente sich die Japanerin ein bisschen Geld dazu.

Das Faible für die Japaner und ihre Kultur trägt Philipp Welke schon seit Kindesbeinen an in sich. "Es hat angefangen mit Mangas und Animes." Während seiner Ausbildung in dem Wendisch Rietzer Restaurant Schilfhaus lernte der junge Koch, mit Fisch umzugehen, in dem japanischen Restaurant verfeinerte er sein Handwerk in Richtung fernöstliche Küche. Als seine Verlobte im vergangenen Jahr wegen der Erkrankung ihres Vaters nach Japan zurückkehrte, entschied Philipp Welke, in das Land, das er seit seiner Kindheit bewundert, umzuziehen. Auch sprachlich näherte sich das Paar immer weiter an. Norie nahm in Berlin Deutschkurse in der Volkshochschule, Philipp besuchte zwei mal in der Woche eine Sprachschule in Japan.

Am 17. April hat das Paar in der Stadt Fukui, an der Westküste der japanischen Hauptinsel gelegen, geheiratet. Und zwar im klassischen japanischen Stil. Sie in einen komplett weißen Shiromuku gewandet, er in schwarz-weißem Hakama, einem Gewand, das ein wenig an die Tracht der Samurai erinnert. Die Festgesellschaft schritt nach einem strengen Zeremoniell in einen tempelähnlichen Schrein. Im Inneren wurden die Familien - Welkes Eltern waren als einzige Familienvertreter nach Japan geflogen - getrennt platziert. Der Bräutigam hatte eine heikle Aufgabe: "Ich musste den Treueschwur anhand japanischer Schriftzeichen lesen und auf japanisch laut vorlesen." Dabei sei er "ein wenig aufgeregt gewesen", kokettiert Philipp Welke, während ihm seine Frau grinsend mit dem Ellbogen in die Seite knufft. Anschließend nippte das Paar drei Mal am Sake-Becher (japanischer Reiswein), um den Ehealltag damit symbolisch zu begießen. Nachdem die Festgesellschaft wieder aus dem Schrein geschritten war, warf das frisch vermählte Ehepaar Süßigkeiten in die Festgesellschaft.

Was Philipp Welke in Japan vermisst? "Das Brot ist furchtbar!" Es gebe nur süßes Weißbrot und Toast. Auch Käse sei in dem asiatischen Land kaum aufzutreiben, und wenn doch, dann zu teuren Preisen. Norie arbeitet in Japan wieder als Ballettlehrerin, Philipp als Koch in einem gehobenen traditionellen japanischen Restaurant.

Seine Buckower Familie hat er dieser Tage wieder besucht - gemeinsam mit seiner frisch gebacken Ehefrau. Denn Philipp Welkes Schwester Maria hat nun ebenfalls geheiratet. Nebenbei übernahm Philipp Welke die Patenschaft für seine sieben Monate alte Nichte Emma. "Es ist für uns als Familie schon gewöhnungsbedürftig, dass Philipp jetzt so weit weg wohnt", gesteht Maria Welke.

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