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Pfarrer Thomas Triebler wird 60

Hat noch einiges vor: Pfarrer Thomas Triebler will vor allem die Kirchenchroniken seiner Gemeinden fertigstellen.
Hat noch einiges vor: Pfarrer Thomas Triebler will vor allem die Kirchenchroniken seiner Gemeinden fertigstellen. © Foto: MZV
Marco Winkler / 18.08.2017, 08:55 Uhr
Beetz/Kremmen (OGA) Freunde sagten: "Es tut nicht weh" und "Es ist nur eine Zahl". Pfarrer Thomas Triebler hat sich schwer getan mit dieser angeblich schmerzhaften Zahl. Heute wird er 60 Jahre alt. Ab 16 Uhr feiert er mit einem kleinen Empfang im Gemeindehaus Kremmen. "Ich fühle mich nicht wie ein alter Mann", sagt er. Die Erkenntnis, dass das Alter keinen verschont und auch positive Seiten hat, kam ihm im Urlaub in einem Kloster in Österreich. "Der erste Tag war der Stille gewidmet." Während eines Spaziergangs fand ihn der Gedanke: "Es ist nur eine Kopfsache. Zumal ich Opa bin, und die Zeit genieße ich sehr."

Seinen Amtsbeginn hatte Thomas Triebler, der sich gegen neun Mitbewerber durchgesetzt hatte, mit dem Heiligabend-Gottesdienst 1996 in Beetz. Der gebürtige Berliner war zuvor vier Jahre als Pfarrer im Entsendungsdienst in Stechow bei Rathenow. In Kremmen sei er schnell herzlich aufgenommen worden.

Bei der Frage, welche Fußspuren er im evangelischen Pfarrsprengel Kremmen hinterlassen wird, lehnt er sich zurück und überlegt. "Als Außenstehender mag man es nicht sehen, aber die Gemeinde merkt es", sagt er. Gemeint ist sein Fernstudium beim Amt für kirchliche Dienste Berlin. "Es war eine wichtige Zeit für mich." Sein Wissen schlägt sich in der Gemeindearbeit nieder. Er hat zudem die Arbeitsstelle für evangelische Erwachsenenbildung im Landkreis aufgebaut. Bildung sei für ihn ein zentrales Thema.

Sein Wirkungsgebiet vergrößerte sich im Laufe der Jahre. War er zuerst nur zuständig für Beetz-Sommerfeld und Wall, kamen 2005 Kremmen und Staffelde hinzu. 2007 folgte Groß-Ziethen. Seitdem beschäftigt ihn die Frage, wie die Ortsteile mit insgesamt 1 100 Gemeindegliedern zusammenwachsen können. Auf der Ebene des Gemeindekirchenrates sei das keine Hürde gewesen. Aber die Menschen zu erreichen, das sei ein Prozess, der einen langen Atem voraussetzt. Die Idee eines Kirchenbusses, der die Menschen zu verschiedenen Veranstaltungen aus anderen Ortsteilen holt, habe sich nicht durchgesetzt. Mehr Erfolg ist dem gemeinsamen Erntedankfest in der Beetzer Kirche beschert. In Beetz hat Thomas Triebler bisher seinen Sitz. Der wird aber bald nach Kremmen verlegt. "Wir sind dabei, Kremmen als Gemeindezentrum zu etablieren."

Er habe in der letzten Zeit verstärkt festgestellt, wie sehr die Menschen in seinem Wirkungsgebiet miteinander verknüpft sind. Die bis zu zwei Stunden langen Gespräche vor Beerdigungen seien "Geschichtsunterricht auf persönlicher Ebene." Hier realisiert er, wie weit familiäre Verbindungen reichen. Als Seelsorger sei der Bereich jedoch etwas groß. "Ich komme momentan kaum zu Besuchen. Allein diese Woche habe ich vier Beerdigungen, das ist das erste Mal, dass es so viele sind." Umso wichtiger sei ihm die Zusammenführung der Orte.

Für Pfarrer Triebler müssen Neuerungen organisch wachsen, sie dürfen die Menschen nicht überrumpeln. Gerade konzipiert er eine Predigtreihe zu Themen wie Sterbehilfe. Sein Ansatz ist entgegen der oft negativ konnotierten Bedeutung des Wortes: "Jeder, der einen sterbenden Menschen begleitet, ihm zuhört, mit ihm Zeit verbringt, leistet wertvolle Sterbehilfe."

Einen Traum hat Pfarrer Triebler noch: "Mit Peter Winkler und anderen würde ich gerne eine Chronik für Beetz-Sommerfeld verfassen." Schon in den vorigen Jahren sortiertes Archivmaterial reicht bis ins Jahr 1700 zurück. Jetzt fehle nur noch die richtige Form für den Inhalt. Ein weiterer Traum: "Ich würde gerne das Kirchenarchiv für Staffelde und Groß-Ziethen, das nach Brandenburg ausgelagert wurde, zurückholen."

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