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Heckelberg-Brunow lässt nach langer Kontroverse neues Windrad zu

Zähneknirschende Zusage

Steffen Göttmann / 18.08.2017, 18:56 Uhr
Heckelberg-Brunow (MOZ) Die Gemeindevertreter von Heckelberg-Brunow haben bei ihrer jüngsten Sitzung einstimmig das gemeindliche Einvernehmen zum Bau einer Windkraftanlage erteilt. Sie hätten sich die Entscheidung nicht leicht gemacht und lange kontrovers diskutiert, sagte Bürgermeister Heiko Liebig. Das Windrad werde 840 Meter von der Straße und 940 Meter von der Siedlungsfläche entfernt gebaut, so der ehrenamtliche Bürgermeister.

Die Gemeinde habe eigentlich 1000 Meter als Abstand festgelegt. So sieht es auch der neue Regionalplan vor, der jedoch noch nicht entschieden ist. "Wir haben uns schwer getan bei der Entscheidung", ergänzte Liebig. Weil die Planungen schon so weit gediehen seien, habe die Gemeinde Zugeständnisse gemacht. "Dies bleibt aber die absolute Ausnahme", sagte Heiko Liebig in Richtung der Vertreterin einer weiteren Firma, die BVVG-Land gekauft hat, um das letzte mögliche Windrad im Windpark zu errichten. "Die Windmüller und Landeigentümer verdienen an den Anlagen, die anderen haben den Schaden", fasste der Bürgermeister zusammen. "Wir können nur versuchen, den Schaden zu begrenzen." Verhindern könne die Gemeinde den Bau der Windräder ohnehin nicht, sie könne sich aber über Leitungs- und Wegerechte einen Teil vom großen Kuchen abschneiden.

"Für mich sind die 60 Meter weniger Abstand kein Problem, ich möchte nur sicher sein, dass die Gemeinde bei ihren Forderungen nach 1000 Metern Abstand bleibt", sagte Mandy Buhe, die im Heckelberger Neubaugebiet wohnt.

Im Windpark Heckelberg-Brunow drehen sich bereits 27 Windräder. Der Antragsteller, die Bullenberg GmbH & Co. KG aus Potsdam, will südwestlich des Gebietes eine Windkraftanlage errichten. Es handelt sich laut zu dem Beschluss beigefügten Unterlagen um einen Prototyp Senvion 3.6M140 mit einem neuartigen Stahlturm. Der Rotordurchmesser beträgt 140 Meter, die Nabenhöhe beträgt 132 Meter und die Gesamthöhe 202 Meter. Die Anlage leistet 3,6 Megawatt.

Die Betriebsdauer sei auf 20 Jahre ausgelegt, ist der Anlage zum Beschluss zu entnehmen. Der Betreiber müsse für den Rückbau Rücklagen bilden und vor Baubeginn Rückbaubürgschaft hinterlegen. Die neue Anlage soll im Mai 2018 in Betrieb gehen.

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