Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Kfz-Meister ärgert sich über Schnecken-Internet

Wolfgang Rau machte Uwe Feiler (rechts) auf die dringliche Notwendigkeit des raschen Breitbandausbaus aufmerksam.
Wolfgang Rau machte Uwe Feiler (rechts) auf die dringliche Notwendigkeit des raschen Breitbandausbaus aufmerksam. © Foto: MZV
Thomas Pilz / 20.08.2017, 07:16 Uhr
Großwoltersdorf (GZ) Wahlkampf ist die eine Sache - den Leuten zuhören und Schlussfolgerungen für die eigene Arbeit ziehen, oft eine langwierige Herausforderung.

Das wurde dem CDU-Bundestagsabgeordneten Uwe Feiler kürzlich in Großwoltersdorf wieder klar. Er besuchte Kfz-Experte Wolfgang Rau an seinem Unternehmensstandort.

Wenn der Chef des Fahrzeugservice-Betriebs morgens aufsteht, weiß er neben der regulär eingeplanten Reparaturarbeit noch nicht genau, was ihn tagsüber erwartet. Grund dafür ist das breite Spektrum an Serviceangeboten, das der Kraftfahrzeugbetrieb für seine Kunden bereithält.

Beim Betreten des Annahmebereiches und der angrenzenden Büroräume lässt sich heute nur noch erahnen, dass früher einmal Schuldirektor a.D. Horst Stuhlmüller mit seinen Kolleginnen und Kollegen an diesem Standort Schüler und Schülerinnen unterrichtete.

Wolfgang Rau erwarb das brachliegende Schulgelände 2010 und verlegte seinen Firmenstandort nach erheblichen Aufwendungen und Umbauten an den Ort, wo einst die Schulglocke ertönte.

Seit mehr als zwanzig Jahren sind Rau und seine mittlerweile zehn Mitarbeiter im Notfall rund um die Uhr zu erreichen - wohl einer der Gründe dafür, dass der Kundenstamm stetig wächst. Der Meister im Kfz-Handwerk ist überzeugt, dass er nur mit regelmäßigen Fortbildungen und modernster Technik auf dem Markt überleben wird. So ist es für ihn ein Selbstverständnis, seine Werkstatt mit Analyse- oder Messgeräten auszustatten, die dem Wert eines Eigenheims gleichkommen.

Doch ein Thema kann Wolfgang Rau nicht so einfach anpacken, deshalb brennt es dem Großwoltersdorfer ganz besonders unter den Nägeln - die Mobilität im ländlichen Raum.

Zum Beispiel mobiles Internet: In einigen Ecken auf seinem Betriebsgelände reicht es gerade für ein bisschen Empfang, einen Meter weiter gelingt es Rau und seinen Mitarbeitern nur mit Arm hoch strecken, einen Balken auf dem Handy zu ergattern.

Solche Situationen sind im ländlichen Raum Brandenburgs, so auch im Amt Gransee, keine Seltenheit und verärgern vielerorts Bürger. Auch der Kfz-Meister hat es satt, und genau deshalb bat er Uwe Feiler nach Großwoltersdorf, um dem Politiker die Misere ganz praxisnah zu präsentieren.

"Ständige Erreichbarkeit setzt eine gute Breitbandversorgung voraus", betonte Wolfgang Rau, der ohne mobile Erreichbarkeit seine Firma längst nicht mehr führen könnte. "Doch gerade hier bei uns, in der ländlichen Region ist genau die eine Katastrophe", umschrieb Rau die Situation im Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten kritisch. Uwe Feiler, dem die Problematik gut vertraut ist, machte den Vorschlag, dass er mit dem Bundesverkehrsminister diesbezüglich über eine "Modellregion Amt Gransee und Gemeinden" spricht. "Das könnte die Lösung sein", ist sich Rau sicher, der auf die Hartnäckigkeit des CDU-Politikers zählt, wie beim Thema B 96 ersichtlich wurde. Auch der Auto-Experte will nachlegen: In seiner Eigenschaft als Mitglied des Strategieausschusses des Auto Clubs Europa (ACE) in Stuttgart will der Firmenchef die von Feiler vorgeschlagene Initiative unterstützen.

Rau betont: "Es ist ausdrücklich Uwe Feiler zu verdanken, dass wir mit den Ortsumfahrungen der B 96 Löwenberg als auch Fürstenberg seit vier Jahren große Schritte vorankamen".

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG