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Wasserbehörde reagiert auf Beschwerde von Anwohnern: Wechsel der Fläche jährlich

Landwirt soll Silo versetzen

Katrin Hartmann / 21.08.2017, 19:22 Uhr
Altwriezen/Beauregard (MOZ) Landwirt Gerard Jordans muss seinen Feldrandsilo versetzen. Der Landkreis hat auf die Beschwerde von Beauregarder Anwohnern reagiert und festgestellt, dass der bisherige Silo zu lange auf dem gleichen Flurstück war. Anlieger empfanden den vom Silo ausgehenden Geruch als Belastung.

Wer durch Beauregard fährt, weiß welche Anwohner den Geruch des nebenan liegenden Futtersilos vom Milchhof Jordans nicht mehr ertragen wollen. Drei Familien haben jetzt eindeutige Schilder vor ihre Häuser gesetzt: "Keine Güllebecken ohne Abdeckung", "Freie Silo verschmutzen unser Grundwasser" und "Keine Silo so nah an Grundstücke" steht darauf geschrieben.

Die Aussage ist entschieden. "Wir möchten den Gestank nicht mehr", sagt Carmen Wilberg. Sie hatte sich bereits vor wenigen Wochen an das Oderland Echo gewandt, um auf das Geruchsproblem durch den Silo aufmerksam zu machen. Jetzt haben sie und ihr Mann Michael Wilberg eine Antwort vom Amt für Landwirtschaft und Umwelt erhalten. "Es sieht so aus, als wenn der Silo nun versetzt werden muss", sagt Carmen Wilberg.

In dem Schreiben, welches dieser Zeitung vorliegt, wird der Familie mitgeteilt, dass durch die untere Wasserbehörde sowie durch das Landesumweltamt Frankfurt (Oder) immissionsschutzrechtliche sowie wasserrechtliche Kontrollen vorgenommen wurden und werden. Carmen und Michael Wilberg hatten sich zuvor mit einer Beschwerde an den Landkreis sowie an das Landesumweltamt wegen der Geruchsbelastung gewandt.

Die untere Wasserbehörde hat nach einer Kontrolle nun folgendes festgestellt: "Grundsätzlich ist der Betrieb eines Feldrandsilos aus wasserrechtlicher Sicht möglich", so die Mitteilung. Eine Anzeige- oder Genehmigungspflicht durch den Besitzer bestehe deshalb nicht. Zum Schutz des Grundwassers müssten jedoch einige Anforderungen eingehalten werden. So sei die "Betriebsdauer eines Feldrandsilos" zur Entlastung des Bodens auf maximal ein Jahr beschränkt. "Der Standort ist darüber hinaus jährlich zu wechseln", heißt es weiter in dem Schreiben. Jeder Teil des Silos, der angeschnitten wird, müsse zudem regelmäßig nach der Entnahme wieder abgedeckt werden.

Von einem Mindestabstand zur Wohnbebauung ist in den vom Landesministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz festgelegten Richtlinien keine Rede, so die Wasserbehörde des Landkreises. Wilbergs hatten den Abstand in ihrer Beschwerde mit angesprochen, weil der entsprechende Silo direkt neben ihrem Grundstück liegt.

Landwirt Gerard Jordans habe der Wasserbehörde bestätigt, die Fläche in den vergangenen Jahren - inklusive Verschiebungen - für den Feldrandsilo genutzt zu haben. Die Behörde habe ihn daraufhin aufgefordert, "aktuell keine weiteren Feldrandsilos auf dem besagten Flurstück anzulegen".

Außerdem solle die Milchwirtschaft alle "alten aktuell vorhandenen Feldrandsilos bis spätestens 31. Mai 2018 abbauen, nach der vollständigen Räumung die genutzte Fläche auflockern und begrünen sowie die folgenden zwölf Monate frei von weiteren Feldrandsilos halten".

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