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Untere Wasserbehörde hat Auflage zur Beseitigung des Schaden erteilt / Einen Hektar große Fläche betroffen

Stinkender See nach geplatztem Güllebehälter

Ulf Grieger / 22.08.2017, 06:40 Uhr - Aktualisiert 22.08.2017, 15:37
Groß Neuendorf (MOZ) Bereits am Donnerstag ist auf dem Gelände der Milchhof Groß Neuendorf KG ein Güllebehälter geplatzt. Aus dem Behälter ergossen sich rund 500 Kubikmeter stinkender Gülle auf etwa einem Hektar des benachbarten Landwirtschaftsbetriebs Odega. Die Betreiber informieren darüber die untere Wasserbehörde des Landkreises, die bereits vor Ort war, um den Schaden zu besichtigen. Der Milchhof wurde beauflagt, die Ackerfläche bis zu einer Tiefe von 15 Zentimetern aufzunehmen und zu entsorgen. Dabei müssen rund 1000 bis 1500 Kubikmeter Boden ersetzt werden, informierte Thomas Berendt, Sprecher der Kreisverwaltung. Als Frist wurde dafür der 23. August festgesetzt. Die im defekten Behälter verbliebene Gülle sollte umgelagert werden. Bei einer Kontrolle durch die Untere Wasserbehörde am Montag war allerdings die Fläche noch immer mit dem Güllesee bedeckt.

Die Gemeinde Letschin hatte bis zur Nachfrage durch die MOZ am Montag noch keinerlei Kenntnis über die Havarie. Als Untere Ordnungsbehörde wäre das Letschiner Ordnungsamt jedoch in erster Linie zu informieren gewesen, erklärte Vizebürgermeisterin Eveline Fiedrowicz. Dazu erklärte Kreissprecher Thomas Berendt, dass es noch keine verpflichtenden Ansprachen darüber gebe, wann sich die Behörden untereinander in solchen Fällen zu informieren haben.

Jetzt sei es zu prüfen, ob die Festlegungen, die nach der Havarie der Biogasanlage in Petershagen am 1. Juli für Gärrestbehälter getroffen wurde, auch für solche Güllebehälter gelten. Demnach muss zum Schutz der Umgebung eine Verwallung rings um die Behälter angelegt werden. In Petershagen waren mehrere bewohnte Grundstücke von den Gärresten überschwemmt worden. Millionen Colibakterien pro Gramm sind in einer Probe gefunden worden, die betroffenen Anwohner nach der Havarie in der Biogasanlage in Auftrag gegeben hatten. Grenzwerte wurden um das Zigfache überschritten.

Der Milchhof Groß Neuendorf KG, der zu einem Firmennetzwerk mit der Altranfter Milchproduktion GmbH, der Agri Service Märkisch-Oderland Bad Freienwalde und der Agrarenergie Altraft Verwaltungsgesellschaft gehört, plant in Altwustrow den Bau eines Gärrestbehälters, der sechs Meter hoch und 40 Meter im Durchmesser werden soll.

Die Genehmigung hat der Kreis dafür zwar schon vor zwei Jahren erteilt. Dies allerdings ohne Wissen der Gemeinde und der Bürger. Nun hat die Gemeinde ihr Einvernehmen zurückgezogen. Die Bürger protestierten gegen das geplante Bauvorhaben in Wohnhausnähe.

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