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Kinder von Ferienlager begeistert

Thomas Pilz / 22.08.2017, 20:59 Uhr
Menz (GZ) Die Durststrecke ist überwunden - und die jüngste Aktion ein voller Erfolg für den Förderverein Waldhof Zootzen e.V. Nach dem Auszug aus dem Landschulheim vor gut zwei Jahren ist das Feriencamp erstmalig in Menz vorbereitet worden. Vereinschef Rafael Noster zeigt sich überglücklich: "Das war die absolut richtige Wahl."

Das Feriencamp des Fördervereins hat seinen guten Ruf vor allem wegen der Aktionen, die alles andere als Beschäftigungstherapie sind. Die jungen Leute werden unterhalten und zugleich gebildet - aber nicht allein umweltpädagogisch. Noster verweist auf die heutigen Gäste, die binnen Sekunden auf dem Sport-Gelände der Fontane-Schule Menz ein großes Zelt aufbauen. Mitarbeiter der Sondereinsatzgruppe Katastrophenschutz des DRK-Kreisverbandes Gransee wollen die Kinder an diesem Nachmittag spielerisch mit wichtigen Themen wie Erster Hilfe bekannt machen. Gipshände werden beispielsweise angelegt. Dazu lernen die Kinder, wie Waffeln gebacken werden, außerdem das Herstellen von Kräuterölen.

"Wir sind richtig dankbar, hier auf dem Gelände untergekommen zu sein", betont Noster. Geholfen habe vor allem das Amt Gransee und Gemeinden. Immerhin sei man ja seit einiger Zeit gleichsam heimatlos. "Aber nun haben wir den Stolpsee unweit des Waldhofes gegen den Roofensee eingetauscht, und der ist richtig sauber", merkt Noster an, der seit 14 Jahren die Camps organisiert.

Unterstützt worden sei er diesmal wieder von Eltern. "Am Wochenende vor dem Start des Ferienlagers am 14. August wurde alles aufgebaut", berichtet er. Zelte errichten, Luftmatratzen aufblasen, Einkäufe erledigen, vieles gab es zu tun, bis die 30 Kinder zwischen 7 und 15 Jahren sowie die zehn Betreuer einziehen konnten. Nicht nur aus dem Altkreis stammen die Kinder und Jugendlichien, einige kommen aus Cottbus und Frankfurt/Oder. "Da haben uns im Internet entdeckt und angefragt", erläutert Noster.

Seit Jahren engagiert er sich im Förderverein, arbeitet hauptberuflich als Wirtschaftsingenieur bei der Deutschen Energieagentur - "wir beschäftigen uns mit Energiebilanzen vor allem", erläutert er. Dass vor bald zwei Jahren das Aus in Zootzen kam, der Landkreis das Heim für die unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlinge zur Verfügung stellte, habe die etwa 100 Mitglieder des Fördervereins vor eine Herausforderung gestellt - von heut' auf morgen ein neues Zuhause zu finden. "Wir mussten lange kämpfen, das zu finden, sind zurzeit in MecklenburgVorpommern unweit der Insel Brückenthin untergekommen", erläutert der Vereinschef. Einmal im Monat lädt der Verein dort zu einem Wochenendseminar ein. "Das Problem ist aber, dass wir quasi aus dem Koffer leben, weil es keine dauerhafte Bleibe gibt", erläutert Noster und verweist darauf, dass die Fördervereinsmitglieder ständig beispielsweise Mikroskope und Ferngläser im Auto herum transportieren müssten. Die pädagogische Umweltarbeit unter diesen Bedingungen aufrecht zu erhalten, sei äußert schwierig geworden.

"Aber in Menz auf dem Gelände neben der Schule fühlen wir uns vom ersten Tag an heimisch", fügt er hinzu und lacht. Auch die Kinder seien völlig begeistert. Wobei Noster inzwischen einen besonderen Effekt feststellt: "Jene Kinder, die ich vor mehr als zehn Jahren selber betreute, halten zur Stange und sind nun selber als Betreuer mit am Start", freut er sich über einen offenbar durch Nichts zu erschütternden Zusammenhalt.

Was aber unternehmen die Camp-Teilnehmer? Nachtwanderungen, einen Ausflug zum Tierpark Germendorf. Beim Bergfest wurde ein Grillunfall simuliert. Praxisorientiert und pädagogisch, so sei das Camp ausgerichtet, wie in den Vorjahren.

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