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Treffen mit Landtagsabgeordneten zum Problemfall Ortsdurchfahrt Reichenberg

Geduld der Bürger am Ende

Uns reicht's: Um ihre Entrüstung und Entschlossenheit zu bekunden, waren 50 bis 60 Bürger zum Vor-Ort-Termin mit den beiden Landtagsabgeordneten erschienen. 2011, erinnerten sie, waren die Pläne für das Teilstück schon einmal fertig.
Uns reicht's: Um ihre Entrüstung und Entschlossenheit zu bekunden, waren 50 bis 60 Bürger zum Vor-Ort-Termin mit den beiden Landtagsabgeordneten erschienen. 2011, erinnerten sie, waren die Pläne für das Teilstück schon einmal fertig. © Foto: Thomas Berger
Thomas Berger / 24.08.2017, 06:21 Uhr
Märkische Höhe (MOZ) Die Landtagsabgeordneten Kirsty Augustin (CDU) und Bettina Fortunato (Linke) haben den aufgebrachten Reichenbergern am Dienstag bei einem Ortstermin versprochen, sich beim Ministerium für die mehrfach verschobene Sanierung der Ortsdurchfahrt (L 34) einzusetzen.

Während anderswo um kilometerlange Verbindungswege debattiert wird, geht es in Reichenberg um 600 Meter. Brüchiges Kopfsteinpflaster, die Ränder immer wieder geflickt mit Asphalt, der schon bald erneut ausbröckelt. So die jüngsten Notmaßnahmen dieser Art erst vor wenigen Wochen, wie die Anwohner, unterstützt von Bürgermeister Jens Derwis, mehreren Gemeindevertretern und ein paar unterstützenden Bürgern der beiden anderen Ortsteile, verdeutlichten. Insgesamt knapp 60 Einwohner, die sich am Dienstagabend vor der alten Schule eingefunden hatten, mithin rund 20 Prozent der Reichenberger Gesamtbevölkerung.

"Es ist traurig - 2011 lagen die Pläne fix und fertig da, wir als Anlieger hätten ja beinahe schon die Rechnungen bekommen", erinnerte Käte Roos. Als Chefin des Fördervereins Gesundheitszentrum "Thomas Müntzer", für das im ehemaligen Schulhaus die Arbeiten kräftig laufen, machte sie auf die Diskrepanz aufmerksam, die sich gerade mit der baldigen Eröffnung der ersten Projektteile rund um die Jahreswende stelle. Tagespflege, Kita und anderes, was im Haus unterkommt, hätten gerade Ältere, Kranke, Behinderte und kleine Kinder als Publikum. Also die Gruppen, die schon jetzt am meisten unter dem Straßenzustand leiden. Dass die Gemeinde aus ihren bescheidenen Mitteln gerade auf einem Teilstück einen ordentlichen Gehweg schafft, sei nur eine geringfügige Verbesserung, hieß es von allen Seiten.

Auf einen Widerspruch wies Ortsvorsteher Theo Trachternach hin. "Für die Landesstraßen ist genug Geld da", habe Ministerpräsident Dietmar Woidke Ende Mai in Strausberg bei einer Veranstaltung der Landtags-SPD zur früheren Ortsvorsteherin Renate Behne gesagt, wie diese bestätigte. Aus dem Landesbetrieb für Straßenwesen heiße es aber immer wieder, für Reichenberg seien keine Mittel mehr verfügbar. Auch Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD), so Kristy Augustin, habe auf eine parlamentarische Anfrage so geantwortet.

Sie wie auch Bettina Fortunato, die zudem ihre verhinderte Landtagskollegin Simona Koß (SPD) entschuldigten, halten das Ausbauprogramm P100, mit dem das Land bis Ende der Legislaturperiode 100 Millionen Euro bereitstellt, generell gegenüber dem Bedarf für stark unterfinanziert. Einige Kreise wie Ostprignitz-Ruppin seien gar nicht vertreten, in der Nachbarschaft habe man mit der Ortsdurchfahrt Wulkow (L 36) einen analogen Fall. Allerdings, räumten beide ein, potenzierten sich in Reichenberg die Probleme.

Die Lärmbelästigung war beim Feierabend- und Ernteverkehr direkt nebenan beim Termin live zu erleben. Schon der Weg zur Bushaltestelle werde für Schulkinder gerade bei Regen und Schnee zum extremen Problem, Menschen mit Rollstuhl oder Rollator kämen nur unter hoher Verletzungsgefahr über die Straße, listeten Udo Schulz, Mandy Wavschiniak und andere entrüstet auf. "Uns reicht es!" schimpfte Wavschiniak. Klumpen bröckelnder Asphalt-"Pflaster" beschädigten parkende Autos, die nicht funktionierende Regenentwässerung verwandle die Grundstücke in Seen, und als Reichenberg mehrfach offizielle Umleitungsstrecke für andere Baumaßnahmen war, habe der Verkehr noch einmal zugenommen. Bis an beide Ortseingänge reichten inzwischen neue Abschnitte, die vorher zumindest solide waren.

Dolores Rindfleisch, Initiatorin der Bürgerinitiative, und die beiden Landtagsabgeordneten wollen nun noch einmal eine genaue Chronologie erarbeiten, die samt Fotos und mehr der Ministerin demnächst im Beisein von Bürgern übergeben werden soll.

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