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Beim Dampfpflügen in Friedersdorf wird Agrartechnik aus vergangener Zeit präsentiert

Ackerbau einst und jetzt

Josefine Jahn / 25.08.2017, 06:25 Uhr
Friedersdorf (MOZ) Zum fünften Mal findet am Samstag und Sonntag das Dampfpflügen in Friedersdorf statt. Vor elf Jahren wurden die historischen Maschinen zuletzt in dem Dorf bei Seelow vorgeführt. Neben Präsentationen der Pflügetechnik werden traditionelle Handwerksberufe vorgestellt.

Einen langen Weg hat die erste Pfluglokomotive zurückgelegt, die am Mittwoch in Friedersdorf ankam. Das mehr als zwanzig Tonnen schwere Gefährt gehört zum Agrarbildungszentrum Landshut-Schönbrunn. Transportiert wurde sie von der Spedition Vogel aus Paderborn. Die Vogels würden sich sehr für landwirtschaftliche Technik interessieren verrät Georg-Wilhelm König, Organisator des diesjährigen Dampfpflügens, während Mark Vogel die Klappe des Tiefladers für das Abladen der Dampflok vorbereitet. Vor elf Jahren, als es das letzte Dampfpflügen in Friedersdorf gab, waren es auch die Paderborner, die die Lok aus Landshut abholten und ins Oderland brachten.

Von einem Traktor wird sie zuerst gezogen, dann geschoben. Ihr eigener Antrieb wird am Sonnabend und Sonntag stündlich präsentiert. Von einer Seite des Ackers wird sie durch ein Seil mit einer weiteren Lok auf der anderen Ackerseite verbunden sein. Zwischen den beiden Maschinen wird dann ein Kipppflug hin und her über den Acker gezogen. Derart funktionstüchtige Gespanne existieren in Deutschland nur noch zweimal. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bedeuteten sie eine landwirtschaftliche Revolution. "Damit hat man in einer Stunde geschafft, wofür man mit Pferden einen ganzen Tag brauchte", sagt König. Allerdings seien auch sechs bis acht Menschen im Einsatz gewesen - die Dampfmaschinen wollten schließlich mit Kohle gefüttert werden, auch Wasser ist für den Betriebsablauf nötig und schlussendlich mussten die schweren Geräte gesteuert werden.

Das Modell aus Landshut wurde 1928 in Gatersleben gefertigt, wie eine golden schimmernde Fabrikatsplakette verrät. Um sie für Schauen verwenden zu dürfen, muss sie regelmäßig zum TÜV. "Es ist ganz schön aufwendig, die in Schuss zu halten", sagt König. Er freut sich, dass sich viele Menschen aus der Gemeinde an den Festlichkeiten am Wochenende beteiligen. "Ohne die Mithilfe vieler wäre das alles gar nicht möglich", sagt er.

Neben den Dampfpflug-Vorstellungen werden auch kleinere Arbeitsgeräte aus der Landwirtschaft gezeigt: Dreschmaschinen in alter und moderner Form, Sensen, Garben- und Mähbinder können bestaunt werden.

Auch Handwerke und Kunst präsentieren sich. Alte Traditionen wie das Spinnen, Korbflechten, Filzen, Schmieden und Schreinern werden vorgeführt. Auf einem großen Bauernmarkt werden kulinarische Produkte aus dem Oderbruch feilgeboten, Kinder können sich auf einem Bungee Trampolin austoben oder kreativ beschäftigen. Für eine besondere Perspektive können mit dem Aeroclub "Roter Adler" Rundflüge unternommen werden.

Bei den vergangenen Veranstaltungen - das letzte Dampfpflügen fand 2006 statt - waren jeweils mehr als 10000 Besucher in Friedersdorf, wo 300 Menschen zu Hause sind. Die Veranstaltung beginnt am Sonnabend um 10 Uhr, um 10.30 Uhr findet die offizielle Eröffnung durch Carl-Albrecht Bartmer, Präsident der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft und Hans-Georg von der Marwitz im Namen des Veranstalters, des Freundeskreises Friedersdorf statt. Der Eintritt kostet 10, ermäßigt 5 Euro, Kinder bis sechs Jahren frei.

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