Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Landrat Gernot Schmidt: Problematisch ist die fehlende technische Überprüfung der Anlagen

Gülle-Entsorgung wird heute geprüft

Es stinkt nicht mehr: Der mit Gülle überflutete Acker bei Groß Neuendorf sollte bis Mittwoch abgetragen werden.
Es stinkt nicht mehr: Der mit Gülle überflutete Acker bei Groß Neuendorf sollte bis Mittwoch abgetragen werden. © Foto: MOZ/Ulf Grieger
Ulf Grieger / 25.08.2017, 06:47 Uhr
Groß Neuendorf (MOZ) Der Gestank am havarierten Güllebehälter der Milchhof Groß Neuendorf KG hat nachgelassen. Vor allem die Niederschläge der vergangenen Tage haben dafür gesorgt, dass die Gülle tiefer ins Erdreich gesickert ist. 500 Kubikmeter hatten sich am vorigen Donnerstag aus einem geplatzten, etwa 25 Jahre alten Metall-Güllebehälter über einen etwa einen Hektar großen Acker ergossen. Die Untere Wasserbehörde hatte zwar die Auflage erteilt, dass der betroffene Acker bis zu einer Tiefe von etwa 15 Zentimetern abgeschoben werden sollte. Aber bis Donnerstag in dieser Woche war nichts geschehen. Heute wird die Untere Wasserbehörde dort prüfen, inwieweit die Auflagen erfüllt worden sind.

Aus Sicht von Karin Rindfleisch, Ortsvorsteherin von Groß Neuendorf, sollte künftig verhindert werden, dass eine solche Havarie erneut passiert. Eine technische Überprüfung und - wenn nötig - eine Sanierung sollte erfolgen. Die Geruchsbelastung für Groß Neuendorf sei noch erträglich gewesen. "Wir wollen natürlich nicht, das der Betrieb schließen muss und Arbeitsplätze verloren gehen", machte sie die Zwiespältigkeit deutlich.

Landrat Gernot Schmidt erklärte, dass es aus seiner Sicht problematisch sei, dass solche Anlagen keinerlei technischer Überprüfung durch Dritte standhalte müsse. Die Betreiber solcher Anlagen, die zumeist schon industriellen Charakter tragen, seien dabei auf sich gestellt. Mit einer regelmäßigen technischen Überprüfung hätten die Havarien, in diesem Jahr waren es mit Petershagen und Diedersdorf schon drei, möglicherweise vermieden werden können. "Ich werde mich dafür einsetzen, dass es so etwas künftig geben wird", so der Landrat. Er kritisierte, dass die Düngeverordnung, die die Landwirte zum Bau solcher riesigen Anlagen zwinge, wie sie auch in Altwustrow geplant ist, keine ausreichenden gesetzlichen Rahmenbestimmungen enthalte. Ob auch für den vom Milchhof Groß Neuendorf geplanten Güllebehälter in Altwustrow ein Schutzwall gebaut werden muss, müsse noch geprüft werden, so Schmidt. Die vor zwei Jahren erteilte Baugenehmigung sah das noch nicht vor. In Altwustrow sollen bis zu 7540 Kubikmeter Gülle und Gärreste in sechs Meter Höhe über dem Dorf stehen.

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2017 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG