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Leegebruch leidet weiter unter den Folgen des Starkregens

Friedhelm Brennecke / 25.08.2017, 22:59 Uhr
Leegebruch (OGA) Neben zahlreichen Leegebruchern, die in ihren Häusern immer noch mit den Folgen der Starkregenfälle von Juni und Juli zu kämpfen haben, ist jetzt auch die Gemeinde als Träger der Kita "Rasselbande" betroffen. In dem Haus stand am 29. Juni zwar nur ein wenig Wasser im Flur. Jetzt aber drückt Schichtenwasser von unten gegen das Gebäude.

"Wir mussten deshalb schon einige Räume sperren, in denen Schäden aufgetreten sind", sagt der amtierende Bürgermeister Martin Rother. Ein Gutachten habe ergeben, dass die Kita saniert werden müsse. Vorläufige Kostenschätzung: mindestens 250 000 Euro. Ab 4. September wird die "Rasselbande" komplett bis auf Weiteres geschlossen.

"Zum Glück haben wir mit dem neuen Hortgebäude ein Ausweichquartier für die älteren Kinder der "Rasselbande'. Die Jüngeren können dann in der Kita ,Wirbelwind' betreut werden, deren Hortbereich ja ebenfalls vollständig in den Neubau an der Schule verlegt wird", zeigt sich Rother erleichtert über den Raumgewinn.

Allerdings hatte auch der "Bildungscampus" von Schule und Hortneubau unter dem Starkregen erheblich zu leiden. "Weil dort sehr lange ein hoher Wasserstand zu verzeichnen war, sind die Bauarbeiten auf dem gemeinsamen Hof von Schule und Hort rund sechs Wochen in Verzug", bedauert Rother. Das sei zwar schade, aber auch kein Beinbruch. Denn der kleine Außenbereich südlich der Schule werde vorübergehend ebenso als Pausenhof mit genutzt wie auch die Spiel- und Freifläche der nahen Kita "Wirbelwind". Rother rechnet damit, dass der neu gestaltete Schulhof - wenn Starkregenereignisse ausbleiben - Ende September fertiggestellt sein wird.

Mehr als 500 000 Euro habe der Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung in die Reparatur des anfälligen Abwassersystems stecken müssen. Das Hochwasser hatte große Teile der Vakuumtechnik lahmgelegt, weil die Stromversorgung ausfiel. Zeitweise waren davon mehr als 1 300 Bewohner betroffen, deren Abwasser nicht abfließen konnte. "Nach und nach wird das Leegebrucher Abwassersystem aber schon seit Längerem auf eine weniger anfällige Technik umgestellt", versichert Rother.

Keine Schäden habe das Hochwasser im Rohbau des neuen Gemeindezentrums verursacht. Bisher seien auch keine sichtbaren Schäden an der Birkenallee festgestellt worden, deren Untergrund wegen des hohen Schichtenwassers noch immer einem "Wabbelpudding" gleiche. Der aktuelle Pegel lag am Freitag bei 45 Zentimetern. Erst wenn das Schichtenwasser unter der Straße auf 60 Zentimeter gefallen ist, werde die Birkenallee für den Verkehr wieder freigegeben, so Rother. "Nur mit dieser Maßnahme lassen sich nachhaltige Schäden verhindern", sagt der amtierende Bürgermeister.

Mit dem Generalentwässerungsplan, der seit eineinhalb Jahren von einem Fachbüro erarbeitet werde, könne die Gemeinde sicher in den kommenden Jahren verlässlichere Daten präsentieren, was Leegebruch selbst zur Verbesserung der Entwässerung tun müsse. Als problematisch erweise sich aber bis heute, dass Leegebruch aufgrund seiner Lage erhebliche Wassermengen aus anderen Gemarkungen zu verkraften habe. Sichtbar steht Wasser immer noch in einigen Niederungen, weil es nicht rasch genug abfließen kann. "Ich bin froh, dass dieses Thema auf der Tagesordnung der Bürgermeisterrunde mit dem Landrat steht", sagt Rother. Denn alle hätten erkannt, dass sich Entwässerungsprobleme nur gemeinsam lösen ließen, weil Wasser nun mal nicht an Gemarkungsgrenzen haltmache.

Die Leegebrucher CDU hatte Anfang der Woche Uwe Feiler (MdB) und Frank Bommert (MdL) zu einer Begehung neuralgischer Punkte eingeladen und beide Politiker gebeten, sich für Hilfen von Bund und Land starkzumachen. "Dabei haben wir festgestellt, dass der Durchlass unter der Autobahn zu gering dimensioniert ist, sodass das Wasser aus dem Mohr- und Hauptgraben nicht rasch genug nach Velten abfließen konnte", sagt Leegebruchs CDU-Vorsitzender Martin Hinze.

Ähnliches gelte für den Durchlass unter der B 96 in Richtung Oranienburger Kanal. Weitere "Nadelöhre", an denen sich das Wasser staue, befinden sich laut Hinze in Richtung Pinnow. Die Pflege der vorhandenen Gräben sei ebenfalls zu beanstanden. Einige seien derart verkrautet, dass man sie kaum noch erkennen könne. Das beeinträchtige die Fließgeschwindigkeit des Wassers nach wie vor, bemängelt Hinze.

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