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Erstmals Tag der Ortsgeschichte in Fredersdorf-Vogelsdorf mit Führungen und Ausstellung

Von Säulen, Särgen und einem Ärgernis

So sah das nach der Bombe aus: Hans Keller bei seinem Rundgang mit Interessierten am Sonnabend
So sah das nach der Bombe aus: Hans Keller bei seinem Rundgang mit Interessierten am Sonnabend © Foto: MOZ/Margrit Meier
Margrit Meier / 28.08.2017, 06:25 Uhr
Fredersdorf-Vogelsdorf (MOZ) "Es ist ein Anfang. Wir machen weiter", sagt Ortschronistin Petra Becker. Zum ersten Mal gab es am Sonnabend den Tag der Ortsgeschichte. Für die Führungen und Vorträge über Gutsherren und Künstler, Bauernkaten und Schlossherren, das Mausoleum und die Toteninsel interessierten sich nach Petra Beckers Schätzungen immer so an die 20 Männer und Frauen.

Gefreut hat sie sich, dass Kollegen aus den Nachbarorten die Einladung angenommen haben, sich mal in Fredersdorf-Vogelsdorf umzuschauen. Einer davon ist Frank Retzlaff aus Erkner. Der Ortschronist, der auch das historische Stadtarchiv hütet, erzählt, dass er bisher nur Kontakte nach Petershagen hatte. "Da gab es Verbindungen zwischen den Erbschulzen." Und findet: "Das, was Fredersdorf-Vogelsdorf zu bieten hat, ist sehr spannend. Erkner gibt es ja gerade mal 400 Jahre. Hier ist viel mehr zu berichten und in ganz anderen Dimensionen", zeigt er sich beeindruckt vom Bauerndorf. Erkner sei erstmals 1579 erwähnt worden. Da war es noch ein riesiges Wald- und Wasserareal mit Holzfällern und Köhlern. Retzlaff ist bei der Führung von Hans Keller dabei. Das Fredersdorfer Urgestein, das viele Geschichten für die Schriftenreihe des Heimatvereins aufgeschrieben hat, führt knapp 20 Gäste rund um die Kirche. Er erzählt von der Fabrikantenfamilie Bohm, von einer Maschine, mit der Steine poliert werden konnten, einer Säule, die heute noch an der Tankstelle steht, vom Tanzsaal, der zur Apotheke gehört, Särgen unterhalb des Kirchturmes und der Bombe, die am Ende des Zweiten Weltkrieges ziemlichen Schaden hinterlassen hat. Von Panzersperren ist die Rede, aber auch von einem Ärgernis, das später auch von Hannelore Korth, Chefin des Heimatvereins, angesprochen wird. Das Wohnhaus in der Ernst-Thälmann-Straße 12, in Privatbesitz und einst sehr rührigen Fredersdorfern gehörend, verkommt immer mehr. Hannelore Korth, die in der ehemaligen Scheune auf die Gäste wartet, präsentiert dort eine Art Dorfplan. Es ist ein Katasterauszug, der auf einem Rüdersdorfer Dachboden gefunden wurde und aus der Zeit zwischen 1908 und 1912 stammt.

Liebevoll haben die Heimatvereins-Mitstreiter Holzhäuschen darauf gestellt und durch Fotos ergänzt, um zu zeigen, wo sich welches Gebäude befindet. In der Scheune wird am Tag des offenen Denkmals - 10. September - ab 17 Uhr auch Scarlett O' mit ihrem Programm erwartet. Die Tickets für zehn Euro gibt es beim Heimatverein. "An diesem Tag werden wir auch noch einmal unser Waschhaus aufbauen", kündigt Petra Becker an. Dann können sich kleine Gäste mal darin versuchen, zu waschen, wie zu Großmutters Zeiten. Gern werden auch Spenden für weitere Steine auf der Mauerkrone des Kuhstalls entgegengenommen. Und wer mag, kann dann auch Bücher aus der Schriftenreihe kaufen. So, wie es am Sonnabend viele Gäste taten. Nachdem sie sich die Ausstellung mit Fotos des Kinder- und Jugendclubs und die interessanten Tafeln des Heimatvereins zu den Zeugnissen der Ortsgeschichte angeschaut hatten.

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